Full text : 11.1933-1934 (0011)

Seite 176 u

IIIP Saar⸗Säuger⸗Vund Vppu Nr.“
Jüchertisch.

Zeitschrift für Musik, gegr. 1834 von Robert Schumann,
Monatsschrift für geistige Erneuerung der deutschen Musik,
Herausgeber Gustav Bosse, Regensburg, Preis vierteljährlich
3,60 Mk. Einzelheft 1,35 Mk. Verlag Gustav Bosse, Re—
gensburg. Diese von uns Chormeistern und gebildeten Sän—
gern immer wieder empfohlene Musikzeitschrift — durch
Bild- und Notenbeilagen bereichert — nimmt seit Jahren
lebendigsten Anteil an den Auseinandersetzungen über die
musikalischen Probleme der Zeit, voll Pietät gegen große
deutsche musikalische Vergangenheit, aber auch voll feinsten
Verständnisses für das Wertbeständige in der Gegenwart, in
unbeugsamem Kampf gegen die Internationalisierung und
Bolschwisierung unserer Kunst und für deutsche Kunstbe—
hauptung auch in der Gegenwart. Gerade um der vaterlän—
dischen Musikerziehung willen, sollten sich die Berufenen
durch diese treffliche Monatsschrift, die Monat für Monat
die ersten Fachautoren in ihren Dienst stellt und nachdrück
lichst auch die volkstümliche Chormusik betreut, die wir in
unsern Verein pflegen, auf dem Laufenden halten. Wir
nennen aus der Augustnummer Josef Meßner von Prof.
Karl Neumeyer, Fünfzigmal Orpheus von Dr. Roland
Tenschert, Ludwig Wüllner von Franz Ludwig, Vom Ton—
künstlerfest in Dortmund und noch wichtigeren Dingen von
Dr. Alfred Heuß, Neue Wege deutscher Musik von Walter
Krug, Wilhelm Rinkens von Martin Platzer, Erinnerung an
Alexander Ritter von Prof. Dr. Siegmund von Hausegger,
Alexander Ritter und seine Tafelrunde von August Richard,
Musik und Volkstum von Prof. Dr. Fellerer, Kleine Har—
monielehre in Reimen von Willi von Moellendorff, Musik
im Rheinland, Wien, Anregungen zum Sendeprogramm,
Musikalisches Preisrätsel, Mitteilungen über Musik und
Musiker, Ur⸗ und Erstaufführungen, Konzert, Oper, Film—
Funk, Neuerscheinungen.
POSEAROB. Einige Bemerkungen zum 15. Band des
„Großen Brockhaus“ (792 Seiten; in Ganzleinen 23,40
Reichsmark, bei Rückgabe eines alten Lexikons nach den
festgesetzten Bedingungen 21,15 RM.). Wieder ein neuer
Band, der fünszehnte, den man gern in die Reihe stellt
denn nun, da drei Viertel des Werkes vollendet sind, greift
man immer seltener ins Leere, wenn man den Brockhaus
zu Rate zieht. Auch der neue Band kommt wieder wie ge—
rufen für viele Fragen, die der rasche Gang der Tages—
ereignisse jedem stellt. Der Neubau des Reiches, wie ihn
die nationale Regierung unternommen hat, gibt den Abe
schnitten über die Reichsämter und Behörden — darunter
eine Uebersichtstabelle, die mit einem Blick über ihren
Aufbau unterrichtet — eine ganz besondere Bedeutung vor
allem für die jüngste Zeit. So erfährt man, wie die natio—
nale Revolution die Stellung des Reichskanzlers ganz be
sonders gefestigt hat. Welches sind die Befugnisse der Reichs—
kommissare? Der Brockhaus sagt es und nennt auch die
wichtigsten mit ihren Sonderaufgaben. Die Reichswehr ist
durch die Genfer Abrüstungskonferenz wiederum ein Gegen—
stand der Sorge geworden. Ueber ihre Ausbildung zu Lande
und zu Wasser gibt der neue Band ein reiches Bilder—
material. Die Regelung der Zinszahlungen für unsre Aus—
landsschulden im Transfer lenkt den Blick auf die Reichs—
bank und ihre Aufgaben. Die Fachausdrücke des Börsen—
verkehrs sind oft wenig geläufig, Der Brockhaus macht die
geheimnisvollen Bezeichnuungen der Rediskontierung und der
Rembourskredite, wie sie uns jeden Tag in der Zeitung be—
gegnen, an einer schematischen Zeichnung leicht verständlich

Die Reichsbahn will durch Aufträge 250 000 deutschen Ar—
heitern Beschäftigung geben. Aus dem Brockhaus erfährt
nan, daß sie dazu jetzt leichter imstande ist, seitdem die
Reparationssteuer von 660 Millionen jährlich durch das
dausanner Abkommen in Fortfall gekommen ist. Mit vollem
Recht macht aber auch der Brockhaus in dem lesenswerten
Abschnitt über die Reparationen — ein gutes Schaubild
äßt ihre drückende Last erkennen — Front gegen die Be—
zeichnung „Wiedergutmachung“, da sie einen fachlich nicht
zerechtfertigten Nebensinn habe, und empfiehlt dafür steis
das Wort: Tribute.
Im Hinblick auf die neue religiöse Bewegung, die durch
inser Volk geht, und bei der Neuordnung der protestan—
ischen Kirche bietren die großen Abschnitte über die Re—
igionen der Welt und über die Entwicklung des Protestan—
ismus bis in die neueste Zeit sehr willkommene Belehrung
iber allerhand Tatsachen, die unbekannt zu sein pflegen
Wie die Reedereiflaggen von Hapag und Llohd aussehen,
veiß man, aber auf einer Seereise und in einem Hafen
»egegnet man so vielen Schornsteinmarken und Hausflaggen
der einzelnen Schiffahrtsgesellschaften, daß die farbigen
Tabellen darüber im neuen Brochaus als ein sehr brauch—
»ares Orientierungsmittel dienen werden. Neuerdings schien
der in Leipzig konzentrierte Rauchwarenhandel und die
Pelzzurichtereien, die einen großen Teil der Welt mit Er—
eugnissen deutscher Arbeit versorgen, gefährdet zu sein.
leber ihre Bedeutung geben fachkundige Artikel Aufschluß,
uind farbige Tafeln zeigen die wichtigsten Pelzarten. Man
erfährt daraus, was sich alles hinter den Ausdrücken Seal
derbirgt und weshalb der echte Seal so seltsam kreisrunde
döcher hat. Die Reform in Preußen macht den 30 Seiten
umfassenden mit bunten Karten und Tabellen ausgestatteten
Abschnitt, der auch eine Uebersicht über die preußischen
Ministerien seit 1914 gibt und schon das Kabinett Göring
enthält, nicht nur beachtenswert, sondern lesenswert, da er
virklich bis auf den Grund der Dinge führt. Was für
»rächtige Gaben der Brockhaus auf dem Gebiet der Kunst
uind Literatur bringt, zeigen die Beiträge über Rembrandt
uind das offenbar von Freundeshand gezeichnete Dichter—
prosil von Rainer Maria Rilke. Eine beachtliche Ergänzung
zu der in den früheren Bänden behandelten Weltkupfer
wirtschaft bringt der gehaltvolle kleine Abschnitt über den
zrößten europäischen Kupfererzbau in Riotinto mit einem
harakteristischen Bilde des Abbaus. Erfreulicherweise findet
nan im Brockhaus auch alle die vielen Abkürzungen' und
Fachausdrücke, die uns täglich begegnen, wie z. B. Rhein—
netall, Refa und Preisschere erläutert. Der Aufbau des
steichsverbandes der deutschen Industrie wird viel schneller,
als es durch Worte möglich wäre, durch ein Schaubild dar
gestellt. An farbigen Stadtplänen sind die von Prag,
stiga und Rio de Janeiro zu nennen. So bietet auch der
neue 15. Band des Brockhaus wieder eine reiche Fund—
zrube von Wissen auf allen Gebieten. Aber der durch solche
»equeme und sichere Orientierungsmöglichkeit verwöhnte Be—
itzer blickt schon wieder nach dem nächsten Band aus und
raat: Wann kommt der sechzehnte? Dr. F. G.
Sprachenpflege. „Le Tradueteuer“, französisch-deutsches
Sprach- und Unterhaltungsblatt. Nach wie vor sei die an—
regende Art, sich in der französischen Sprache mit Hilfe
dieses Blattes zu üben und zu vervollkommnen, bestens
empfohlen. Probeheft kostenlos durch den Verlag des Tra—
ducteur in La Chaux-de-Fonds (Schweizph.

Räätiltrfs

elechke..

Auflösung des Silbenrätsels in der Julinummer: J.
Brasilien, 2. Ostara, 3. Nevada, 4. Gibraältar, 5. Ahas
verus, 6. Roman, 7. Defensive, 8. Roentgen, 9. Aragon,
10. Untersee, 11. Chloroform, 12. Haubenlerche, 13. Ouͤdu—
lation, 14. Leon Cavallo, 13. Zaͤder, 16. Gouvernante,
17. Rigoletto, 18. Intrigant, 19. Emission, 20. Bretagne,
21. Lazarus, 22. Epanglimann, 23. Rio de Janeiro. die
drei Namen sind: Bongard, Rauchholz, Griebler. Richtige
Lösungen gingen ein von Frik Neufanaga ESdarbrüten

Mitglied des Lehrergesangvereins, Karl Hettrich jun—
Scheidt, Kaiserstr. 55, Wilhelm Hufschmidt, Saar
brücken 2, Flemmingstr. 8, Karl Zimmer, Rentrisch,
Sengscheidterwbeg 10, Rudolf Thormeyer, Neun—
kirchen, Bismarckstr. 44, F. Ferner, Pachten, Mittel—
straße 14, August Gebhard, Fechingen, Bruhl 8. Am
20. August wurden als Gewinner ausgelost: 1. Fritz Neu—
'anag. 2. Karl Hettrich, 3. F. Ferner. Die Schriftleitung—
            
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