Lieder von der deutschen Saar.
LBorspruch.
Sprechchor.
Mutter Deutschland, Dich grüßen wir mit Herz und Hand!
All unser Denken galt immer Dir, o Vaterland!
Die Saar fließt zur Mosel, die Mosel zum Rhein;
Auf dieser Straße schritt unsere Sehnsucht jahraus,
Heute sind wir nur Gäste, wir Kinder der Saar:
Wir glaubten viel silberne Fäden in Deinem Haar.
Wie sind wir beglückt, daß Du wieder so jung,
So herrlich und einig, so groß, so voll Schwung,
So voll Glauben, voll Sturmwind, voll Kraft und voll Licht,
Wie der Sonnenrubin durch Nebel bricht!
O Mutter öffne die Arme, Dein Herz:
Wir kommen wieder, wir kommen wieder, wenn die Finken schlagen im März
Heimweh.
O Deutschland, o Deutschland, Du heiliges Land!
Wie oft hat die Sehnsucht die Flügel gespannt!
Mit jeder Wolke, die ostwärts zog,
Mit jeder Schwalbe, die heimwärts flog,
Wuchs tief in der Brust uns das Heimweh nach Dir,
Du bliebst unsrer Hoffnung umstürmtes Panier!
O Deutschland, o Deutschland, Du heiliges Land!
Wie oft hat der Dichter Dir Grüße gesandt.
Mit jedem Worte, das uns bewegt,
Das Freud uns und Leid qaꝛif die Lippe gelegt,
Bewahrten wir lauter, bewahrten wir rein
Die Muttersprache im heiligen Schrein!
O Deutschland, o Deutschland, Du heiliges Land!
Wie oft glüht's im Chor Dir wie lodernder Brand!
Mit jedem Liede, das Dir geweiht,
Wob Klang goldne Fäden ins purpurne Kleid!
Wir hielten Dir Treue im Sturmesgebraus.
Bald leuchtet die Sonne, bald sind wir zu Haus!
Saarfahrt.
Nun nehmen den Wanderstab wir zur Hand
Und daͤe Laute dazu am flatternden Band,
Und füllen die Herzen mit Sang und mit Klang:,
Heut geht es die schimmernde Saar entlang,
Wo die Boote gleiten im Ruderschlag
Bis im Dämmer versinkt der bunte Tag.
Wie glühend der Abend, wie zaubrisch die Nachl,
Wenn der Vollmond über den Bergen erwaäacht.
Wenn die Sterne ziehen die glitzernde Bahn,
Bis im Bauerndorf aufkräht der erste Hahn.
Und wir singen und klingen mit Laute und Lied.
Wenn die Nebelfrau durch die Wisese zieht.
Und wir singen und klingen aus Herzensgrund
Und grüßen die Höh'n und die Wälder bunt.
Und wir singen und klingen und zechen im Krug,
Wenn längst schon die Dorfuhr den Morgengruß schlug
Und wir heben die Becher und singen noch eins:
Auf Deutschland und auf die Wunder des Rheins!
Alle Rechte vorbehalten. Die Lieder erscheinen demnächst v. Georg Nellius
für Männerchor komponiert im Verlag von Karl Hochstein., Heidelbera.
Brautlied.
O Saarland, o Heimat, so festlich geschmückt,
Die Eichenkrone ins Haar Dir gedrückt,
Im grünen Gewande zur Feier geweiht,
Mit blauseidnen Bändern am wallenden Kleid.
Auf blumigen Wiesen geht wiegend Dein Schritt
Du Schöne, Du Holde, nun jauchze Du mit!
O Saarland, o Heimat, du schimmernde Braut,
So hab' ich Dir oft in die Augen geschaut.
In die Augen voll Sonne, voll strahlender Lust,
In Dein Herz voller Treue, in die deutsche Brust.
Und die Mädchen des Saarlands steh'n freudig bereit
Zum Altar Dich zu führen im Perlengeschmeid.
O Deutschland, o Bräutigam, wann führst Du sie heim'?
O füge zum Hochzeitslied Reim nun auf Reint!
O schmücke die Wege mit Fahne und Kranz!
O stimme die Geigen zum fröhlichen Tanz!
O öffne die Arme, Du Bräutigam sein,
Und laß läuten die Glocken am Rhein, am Rhein!
Ira uerlied an den Wein.
Ihr grausigen Männer mit Zirkel und Stift,
Mit Recht Euch Bannstrahl und Reichsacht trifft
Wie wart Ihr so gar vermessen:
Als die Grenze Ihr zogt an der deutschen Saar.,
Es sind noch keine fünfzehn Jahr,
Da habt Ihr den Wein ja vergessen.
Das wäre fürwahr ein verwegener Streich:
Das Saarland zu trennen vom deutschen Reich
Und uns doen Wein nicht zu lassen!!
Zu ihm führt der Weg nun durch Paß und durch ZolJ
Da kann man ermessen, wie groß unser Groll
Und wie schwer unser Herz voller Hassen.
Drum sitzen wir schweigend beim vollen Krug
Und trinken das Bier nun Zug um Zug
Uud warten, warten, warten .....
Bis die Stimmen Ihr zählt an der deutschen Saar
Dann werden wir weinfrohen Zecher fürwahr
Nur setzen auf deutsche Karten?
Walther Stein.