Full text : 11.1933-1934 (0011)

5 NM D * 9 F —8 9 31 *
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Monailtsschrift
Ueber Zoo Bereine mit über 30 ooo Mitgliedern. Herausgegeben im Nuftrage des Bundes * F
von Stadischulrat Dr. h. e. Hans Bongard und Rektor Waliher Stein. Saarbrüchen.
Druch und vVerlag der Buch- und Kuuftoruckerei Gebr. Hofer A. S. Saarbrücken. —
Bölklingen und Teinzig. Bezugspreis Ar. 5.— vierteljährlich. Einzelnummer Ar. 2. —
13. Jahrgang

G

Der 5.5. B. auf oͤem Niederwald.
De Himmel hielt sonntäglich seine blauseidene Zeltbahn über den erinnerungsreichen grünen Höhen
des Niederwald ausgespannt, als weit über 80 000 Saarländer sich mit 100 000 Schwestern und
Brüdern aus dem geliebten Vaterland zu einer gewaltigen Kundgebung mit dem Gelobnis die Hände
reichten: Wir gehören zu Euch, Ihr gehört zu uns! Was Gott zusammengefügt hat, dürfen Menschen
nicht scheiden!
Unvergeßlich wird allen Teilnehmern das überwältigend eindrucksvolle Bild bleiben: hochauf⸗
ragend das gigantische Denkmal mit seiner Germania und dem sinnvollen Spruch⸗ und Bildwerk aus
großer deutscher Vergangenheit, der Wald von tausend Fahnen, die jubelnd begrüßten Führer des neuen
Deutschland — allen voran unser Reichskanzler —, unübersehbare Menschenwogen von jung und alt,
huldigende Flieger ihre Schleifen ziehend in der Bläue des Himmels, und dann in der Tiefe der
schicksalreiche grune Strom im Abendgold, belebt von Hunderten von Booten! Und unvergeßlich wird
auch das aus tiefstem Herzen kommende Echo bleiben, das begeisternde Reden in begeisterten Herzen weckten!
Bedarf es der Versicherung, daß der Saar⸗Sängerbund nicht fehlen wollte in dieser von echt
vaterländischem Geiste so festlich beschwingten Stunde? Sechshundert Sangesbrüder aus den verschiedenen
Vereinen hatten sich unter dem befeuernden Stabe des stellvertretenden Bundeschormeisters Georg Hitzelberger
zusammengefunden, um der weihevollen Kundgebung mit der Mahnung von Hans Heinrichs und dem
Vaterlandlied von Waldemar von Baußnern im Verein mit dem Saarschwur unter dem Stabe von
Professor Walter Rein den künstlerischen Ausdruck zu geben. Und Tausende von Sangesbrüdern,
die des beschränkten Raumes wegen nicht zum Singen aufgerufen werden konnten, waren als Gäste
erschienen, um doch die große Stunde mitzuerleben.
Unvergeßlich — so sagte ich — wird diese überaus eindrucksvolle Kundgebung allen Teilnehmern
bleiben. Aber das genügt nicht. Die lodernde Fackel vaterländischer Begeisterung muß
heimgebracht werden ins Saarland und dort mit ihrem Leuchten auch die Daheimge—
bliebenen entflammen! Das ist auch unsere Aufgabe. Wir wollen sie als deutsche
Sänger in ihrem ganzen Ernst erkennen und mit aller Kraft und Liebe erfüllen. Wir
wollen in Treue gegen unsere Überlieferung, unserer besonderen Sendung bewußt,
festgeschlossen in der nationalen Einheitsfront stehen bleiben, geeint auf den Chor:
Sind wir nicht alle zum Opfer bereit!
Deutschland, unser Kinder- und Vaterland,
Deutschland muß bestehen
Deutschland, ja Deutschland muß bestehen! Walther Stein.

ssnn—

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