Full text : 11.1933-1934 (0011)

Nr. 6 UIII“ isss! Saar⸗Sänger⸗-Bund »Junl Seite 151
nur versuchen die Frauenstimmen an manchen Stellen zu beit. Die kommende Zeit wird beweisen, wo Idealismus
pressen. 2. Lied sehr schön, Vortrag sehr gut. Nr, 9: steckt, ein Wort, das viel gebraucht, oft auch mißbraucht
Quartettverein Arion Herrensohr, Chorleiter Carl, „kine wird — es soll sich nun zeigen, ob dieses Wort bei
Wiese voll weißer Margueriten“ v. E. Heuser, „Villanella“ unseren Vereinen nur rasch aufgeflackert wie ein Stroh—
v. Bald Donita. 1. Lied im Forte unrein, Aussprache sehr fseuer, um bald wieder zu verlöschen, oder ob es auf—
gut, Tenor quetscht. Die Stärke des Vereins liegt im zlüht zu einer großen Flamme und alle begeistert. Wir
Piano. Beim 2. Lied wie beim 1. Warum Taktstock bei alle wollen zusammenarbeiten, denn wir sind Sanges—
18 Mann und den schönen kleinen Bewegungen des Diri- drüder! Ich hoffe, daß diese Zeit nun auch gekommen ist,
genten? Nr. 10: Das Kammerquartett Becker spielte vo man in St. Wendel, hier bei uns, all diese kleinlichen
„Andante cantabile Variationen“ aus dem A-Dur-Quartett Nörgeleien, diese kleinen Nadelstiche der einzelnen Vereine
oP. 18 Nr. 5 v. Beethoven. Dasselbe gefiel so gut, daß jzegeneinander für immer begräbt. Wir wollen uns be—
der Beifall erst endete, als das Quartett Becker sich an- treben gemeinsam, denn wir gehören als Sänger, ohne
schickte, das „Kaiserquartett, v. Haydn zu spielen, und UAnterschied der Konfession, des Standes alle zueinander,
zwar ganz herrlich. Nr. 11: Quartettverein Thalia Dud— uinsere Aufgaben zu erfüllen: Zunächst im Saargebiet unser
weiler, Chorleiter Straßner, „Fidelitas“ v. Trunk, „PVer- Jroßes Fest im nächsten Jahre würdig zu gestalten zu
schmähte Liebe“ v. H. Heinrichs. 1. Lied sehr gut. 2. Lied ꝛinem echten deutschen Volksfest.“ Eingehend berichtete er
im Vortrag übertrieben und gepreßt, die Tenöre klangen iber die Vorarbeiten zum Sänger-Bundesfest 1934 in
nicht gut. Nr. 12: Gem. Chor des vorgenannten Vereins SZaarbrücken. Im Mittelpunkt der Darbietungen werde
„Wanderlied“ v. Haug, „Vaterland“ v. Lendvai. 1. Lied, ꝛine vaterländische Kundgebung stehen. Die Kantate „Ein
am Tempo war kein Wanderlied zu erkennen, auch ver— Volk ruft“ von B. Stürmer werde von größeren Vereinen,
stand man kein Wort, und im Forte muß diese Mafsse wei Kompositionen „Weckruf“ und „Deutscher Morgen“
lich schätze 140) etwas Zurückhaltung üben. 2. Lied Aus- »on Armin Knab von allen Vereinen gesungen. Sämt—
sprache nicht immer gut, Soprane schreien, übertriebene iche Texte sind von Bundesschriftführer Stein gedichtet.
Dynamik in Ziehharmonikaart. Nr. 13: M.G.V. Konkordia Die Gaue Neunkirchen und St. Wendel werden künftighin
Suͤlzbach, Chorleiter Marx, „Innsbruck, ich muß dich lassen“ ihr Wertungssingen gemeinsam abhalten. Das nächste
v. Isaack, „Die Nacht“ v. Schubert. 1. Lied Tempo etwas Singen findet am 7. Januar in Neunkirchen statt. Vom
flüssiger, bei der Aussprache mehr auf offene und ge- Bau St. Wendel nehmen teil: „Orpha“ 1867, M.G.V. Als—
schlossene Vokale achten und im Lied keine Cäsuren machen fassen-Breiten und der Oratorienchor. Der M.G. V. Balters—
2. Lied sehr gut. Nr. 14: Gem. Chor des vorgenannten veiler wurde neu in den Gau aufgenommen. Für 25—
Vereins „Ich“ armes Mäidelein“, bearbeitet v. Anschütz ährige treue Sängertätigkeit wurden die Sänger Thome,
„Vespergesang“ v. Kämpf. 1. Lied sehr schön, nur Sopran hßerwanger und Kuhlmann durch Ueberreichung der Bundes—
klang in der Mittellage nicht gut. 2. Lied gut, der Tenor Schrennadel geehrt. Ueber die Organisation des Bundes—
preßte etwas. Gauvorsitzender Baus dankte zum Schluß esftes sprach Gauchormeister Endres. In der Form einer
nochmals allen Teilnehmern für diese schöne Weihestunde ibendlichen Serenade wird im September ein Liedertag
und machte auf das Gaukonzert des oberen Gaues am eranstaltet werden, ähnlich wie bei der 600-Jahrfeier. Den
30. Juli aufmerksam. Wie man aus den vorstehenden Abschluß der Gautagung bildete ein gemeinsames Werbe—
Ausfuͤhrungen ersehen kann, wurde ganz Beachtliches ge ingen auf dem Schloßplatz. Die ausgezeichnet vorgetra—
leistet, und ich bin der festen Ueberzeugung, daß es im Jenen Chöre ernteten bei den zahlreichen liedbegeisterten
Gau Sulzbachtal aufwärts geht. G. H. zuhorern starfen Fie nennen besonders die wpe
ungsvollen assenchsre: Es ritt ein Jäger wohlgemut,
Gau St. Ingbert. age in Faherhl 7 sin goneheit diec
M.G.B. Lautzkirchen feiert am 24. September sein 600 meine und Deutschland dir mein Vaterland!
Shitungaes Wir onnen d — VWerwaltnise 5— 6 w
ein groͤßes Fest im Wald oder auf der Wiese feiern, des
halb r wir das Fest im engeren Kreise abhalten au adgassen.
Morgens 10 Uhr Kirchenparade, nachmittags um 3 Uhr
Singen verschiedener Vereine, die dazu eingeladen werden
Wir wünschen und hoffen, daß die Brudervereine aus der
Nachbarschaft nachmittags uns helfen, das Fest zu ver—
schönern. Deshalb ergeht die Bitte an die eingeladenen
Nachbarvereine, uns sangesbrüderlich zu unterstützen. Sie
sollen herzlich willkommen sein!

M.G. V. Differten gestaltete sein 10. Stiftungsfest zu
einer schlichten, aber auüßerordentlich eindrucksvollen Werbe—
»eranstaltung: nach dem gemeinsamen Kirchgang, dem der
Kirchenchor durch mehrstimmigen Gesang eine warme fest—
iche Note gab, ging es unter Vorantritt der Musikkapelle
zum alten Schulhaus, wo begeisternde Chorvorträge und
Orchesterstücke die zahlreich erschienenen Zuhörer in den
Bann deutscher Kunst zogen. Vorsitzender Schirra und der
um den Verein besonders verdiente Ehrendirigent Rektor
Broß wandten sich in herzerhebenden Ansprachen an die
Hörer und warben für das deutsche Lied und seine Pflege
n unsern Männergesangvereinen. Das Deutschland— und
dorst⸗Wessel-Lied gaben dem Feste den vaterländischen Höhe—
bunkt. Abends vereinigten sich Sänger und Gäste zu einer
rTohen Feierstunde.

Gau St. Wendel.
Zu der Gautagung des Gaues St. Wendel hatten alle
Vereine Vertreter entsandt. Mit herzlichen Worten der
Begrüßung an den Ehrenvorsitzenden Dr. Flory und die
gesamte Sängerschaft führte Gauvorsitzender Lehrer Felix
Warken aus: „Die kommende Zeit ist für den S.S. B. und
damit auch für uns eine Zeit sichwerster und ernstester Ar—

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