Full text : 11.1933-1934 (0011)

Seite 150 I

Aphh Saar⸗-Sänger-Bund! Ihh Nr. 6
einzelnen Vorträge etwas schärfer beurteile, so tue ich
das nicht, um jemand zu kränken, sondern um der Sache
zu dienen und diese zu fördern. Das 1. Lied war gut;
das 2. war textlich und melodisch nicht so gut. Chorklang
und Ausgleich waren gut, am besten war der Chor im
Piano. Aussprache ist nicht so gut und im Forte und der
Höhe wird der Ton gepreßt. Dirigent mehr Takt- als
Noten schlagen. Nr. 2: M.G. V. Frohsinn Dudweiler, Chor—
leiter H. Breuer, mußte ausfallen, da ein Teil der Sänger
verhindert war. Nr. 3: M.G. V. von 1923 Sulzbach, Chor—
leiter H. Haeber, sang: „Wenn alle Brünnlein fließen“
oon H. Heinrichs, „Der Schneider Jahrestag“ von Molden—
hauer. 1. Lied Tempo zu langsam, Aussprache, Tongebung
und Chorklang gut, nur schreien die Tenöre im Forte
Dynamisch war es übertrieben, da Dirigent den Text deuten
vollte. 2. Lied ist auf Effekt abgestimmt. Durch die musi—
alischen Scherze ist eine geschlossene Darbietung unmög—
ich. Schade für die Mühe und Arbeit, denn Dirigent und
Thor ist gut, nur Taktstock muß weg, der ist hinderlich.
Nr. 4: Gem. Chor des vorgenannten Vereins „Hab oft
im Kreise der Lieben“ von Fr. Silcher, „Schwäbisches
Tanzlied“ von Moldenhauer. J. Lied Tempo zu langsam,
Aussprache etwas zu flach, die Endsilben werden abge—
rissen, sonst gut. 2. Lied, das Anfangsthema wird von
ibrigen Stimmen erdrückt. Das Lied will durch musika—
ische Eigenheiten wirken und verliert durch Artistik. Ein
ypischer Moldenhauerschlager. Nr. 53: Das Kammerquartett
Becker, das sich in liebenswürdiger Weise unentgeltlich in
den Dienst der Sache stellte, sich aber auch der Bevölkerung
»orstellen wollte, spielte das Quartett op. 18 Nr. 6.
1. Satz,,„ Allegro con brio“ von Beethoven. Das Quartett
ührte sich damit sehr gut ein, und ich wünschte, daß viele
Vereine das Quartett bei ihren Veranstaltungen berück—
ichtigen, zumal das Quartett zu den besten Hoffnungen
zerechtigt, wenn es noch etwas länger aufeinander ein—
zespielt ist und die letzten Unebenheiten gefallen sind
vwie das Nachhinken des Cellisten an einer Stelle. Nr. 6
Sängervereinigung 77, Jägersfreude, Chorleiter Junker
„Bekenntnis“, Chor mit einst. Schülerchor v. H. Heinrichs
„Ich weiß a klein Häus'che v. R. Gompf. 1. Lied wurde
zut vorgetragen, die Polyphonie schön herausgearbeitet—
vparum aber das unmenschliche Schreien am Schluß? So
oersündigt man sich nicht an Kinderstimmen. Wenn auch
der Komponist FFuverlangt, so nimmt man den Anfang pp,
dann p und erreicht damit eine viel schönere und ange—
rehmere Wirkung, und es leidet niemand Schaden. 2. Lied
par gut, nur dürfte der Rhythmus straffer sein. Nr. 73
M.G. V. Concordia Herrensohr, Chorleiter Mierswa, Weif
mir ein Blümlein blaue“ v. A. Knab, „Muß i denn“ v. W.
Rein. 1. Lied Aussprache zu dumpf, unklar. Vortrag war
ꝛtwas zu tot und eintönig, gegen Schluß wurde es besser
2. Lied war sehr gut. Die Bewegungen des Dirigenten
vie Vortrag waren bewegter als beim 1. Lied, der Chor—
Lang war schön, man konnte die Einwirkungen der Chor—
eiterschule merken. Nr. 8: Gem. Chor des vorgenannten
Vereins „Drei Laub auf einer Linden“, „Die Bettelleute“
p. Wolfrum. 1. Lied Vortrag, Ausgleich, Aussprache gut

Meyer F. Lentz J. Pompignon N. Nalbach K. Scholl J. Lentz
N. Paquet A. Merz V. Hexwagen L. Serriére
lichen wir im Anschluß an diesen Bericht ein gelegentlich
des Festes aufgenommenes Bild der Sängerveteranen des
Vereins, die alle mehr als 40 Jahre demselben angehören.
Gau Sulzbachtal.
Auf dem Gautag des Gaues Sulzbachtal in Herrensohr
konnte Gauvorsitzender Baus den Bundesvorsitzenden Stadt-—
schulrat Dr. Bongard und den Geschäftsführer Rauchholz
begrüßen. Es entwickelte sich eine lebhafte Debatte über
den Antrag des Quartettvereins Daseene um Auf—
nahme in den Gau. Es wurde der Beschluß gefaßt, daß
der im vorigen Jahre aus dem Gau ausgetretene Verein
wieder als Mitglied aufgenommen wird, wenn er die Bei—
träge von seinem Austritt bis zur Wiederaufnahme naäch—
bezahlt. Während der Aussprache wurden auch einige neue
Satzungen des D.S. B. vorgelesen. Unter anderem, daß
die Zukunft den Absplitterungen von Sängervereinen in
den Stadt- und Landgemeinden scharf entgegentreten wird
In Landgemeinden unter 3000 Einwohnern soll künftig
nur noch ein Gesangverein zugelassen werden. Durch diese
Zusammenlegung entspricht man dem Wunsche weitsichtiger
Sangesbrüder, die den Gedanken schon seit Jahren ver—
folgen und sich von seiner Durchführung einen Aufschwung
unseres gesamten Musik- und Gesangwesens versprechen
Auch sollen Quartette und Doppelquartette künftig nicht
mehr in den deutschen Sängerbund aufsgenommen werden,
wenn am Oxt schon ein Gesangverein, der Mitglied des
D.S. B. ist, —26 — Die Wertungssingen des Gaues Hom—
burg und des Gaues Sulzbachtal finden getrennt statt,
und zwar am 12. November. Als Musiksachverständiger
wurde Prof. Walter Rein bestimmt. Bundesvorsitzender
Bongard gab dann Einzelheiten über das Sängerbundesfest
1934 in Saarbrücken bekannt. Die vorgesehenen Gau—
konzerte finden für den unteren Bezirk am 16. Juli in
Sulzbach und für den oberen Bezirk 14 Tage später statt.
Das Kammerquartett Becker wird in beiden Konzerten
mitwirken. Durch den Zusammenschluß von Mosel, Nahe,
Saar war eine Neueinteilung der einzelnen Saargaubezirke
notwendig geworden. So soll Gau Sulzbachtal mit dem
Gau Fischbachtal und dem Gau Homburg zusammengelegt
werden. Der Gau Sulzbachtal dürfte dann einer der stärk—⸗
sten Saargaue sein. Gau-Chormeister Maier berichtete über
die Beratungen des Musikausschusses des Bundes, der sich
mit der Programmaufstellung für das Bundesfest 1934 in
Saarbrücken beschäftigte. Nach Möglichkeit sollen sich sämt—
liche Gaue daran beteiligen. Als Darbietung schlugen die
größeren Vereine die dreiteilige Kantate von Bruno Stürmer
vor, die kleineren Vereine wählten zwei Chöre von Armin
Knab. Die nächste Gautagung wird nach Beschluß stets in
Sulzbach abgehalten werden. Eine Sondergautagung wird
am 24. 9. in Elversberg stattfinden, auf der Gauchor—
meister Maier den Bericht über die Chorleiterschule mit
praktischen Vorführungen durch Gesangvereine abgeben
wird. Die Gautagung wurde beendet mit zwei schönen Lie—
dern des gemischten Chores „Konkordia“ Herrensohr.
Der Gau Sulzbachtal lud seine Mitglieder und die Be—
völkerung zu einem Gaukonzert in die Festhalle Sulzbach
ein. Ausführende waren die Vereine des unteren Gaues
Sulzbachtal und das Kammerquartett Becker, Elversberg.
Gauvorsitzender Baus eröffnete das Gaukonzert mit einer
Begrüßungsansprache, wünschte der Veranstaltung einen
schönen, harmonischen Verlauf und ließ durch den Gau—
chormeister Julius Mayer den deutschen Sängerspruch
singen. Darauf betrat der Gem. Chor Jägersfreude, Chor—
leiter Junker, die Bühne und sang: „Gedenke mein“ von
P. Geilsdorf und „Wächterlied“, bearbeitet von J. Röntgen.
Wenn ich nun von dem üblichen Weg abweiche und die

EChang. Gemeindehaus DRudweiler
empfiehlt seinen großen Konzertsaal (900 Personen fassend) mit
moderner Buͤhne, anschl. kleiner Saal (200 Personen fassend),
neue moderne Kegelbahn, schöne Bauernstube, Jugendherberge

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nheaber: Wihvue Geord Obermann, Telephon 7 2751 Amt Sulzbach
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