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Teichmüller, Krehl, Nikisch, Straube und an der dortigen
Universität unter Riemann. Seine Berufungen führten ihn
als Professor an die Universitäten Jena und Heidelberg,
dann als Leiter an die Meininger Hofskapelle, er wirkteée
von 1914-4918 als Leiter des deutschen Kriegsmänner—
chors in Laon, mit dem Prof. Stein über 600 Konzerte
veranstaltete, dann folgte er Berufungen als Universitäts—
Musikdirektor und Professor für Musitwissenschaft an die
Universität Kiel und soeben als Direktor der Hochschule
für Musik nach Berlin. Wie Steins Aufsatz in unserer Num—
mer erkennen läßt, wird sein Wirken für das musikpädago—
gische Bildungswesen des neuerstandenen Vaterlandes von
einschneidendster und nachhaltigster Bedeutung werden.
Mit einer überaus reizvollen und echt volkstümlichen
Plauderei „Warum singen wir“ wendet sich zu uns der
bekannte Wiedererwecker wertvollsten deutschen Liedguts,
der Kulturpädagoge Rektor Dr. Johannes Hatzfeld, geboren
1882 in Benolpe bei Welschenennest im Sauerland. Er war
— früh der Musik, dem Klavier und alsbald dem Orgel—
spiel zugewandt — Student der Theologie und Musik in
Paderborn und München unter Sandberger und Kroyer,
betrieb dann sein Theoriestudium bei Josef Krug-Waldsee
in Magdeburg, war tätig in Seelsorge und Schulamt und
ist seit 19245 Dezernent für Volkstumspflege beim Volks—
verein für das katholische Deutschland mit dem Wohnsitz
in Paderborn, zugleich Fachberater des Musikverlags 8
Schwaunn in Düsseldorf. Außerordentliche Verbreitung fan—
den mit Recht seine mit fseinem Verständnis für das Wert—
beständige redigierten Volksliedersammlungen Sussani,
ein Weihnachtsbuch für das deutsche Volk, mit Klavier—
begleitung, koͤstlichstes Liedgut aus allen Epochen christlicher
Kultur vom mittelalterlichen Hhmnus über Peter Cor—
nelius bis zu Othegraven, Haas, Schnippering, Rüdinger
und Lübrich enthaltend, und Tandaradei, ein Buch
deutscher Lieder mit ihren Weisen aus acht Jahrhunderten,
geordnet in Naturs-, Wander-, Stände-, Gesellschafts-,
Sustige, Tanz-, Liebes-, Soldaten-, Vaterlandslieder, Balla—
»dusthhhl Saar⸗Sänger-Bund IIIIIPPpurert »ushhl Seite 139
den und Märchen, Abend-, Weihnachts- und Geistliche
Lieder — eine wahre Fundgrube wertvollsten deutschen
Liedguts für Jugend, Familie, Vereine und Volt! Beide
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Rektor Dr. Johannes Hatzfeld
Werke erschienen im Volksvereinsverlag zu München-Glad—
bach. Aufs nachdrücklichste weisen wir empfehlend auch auf
folgende, im Verlag Dr. Benno Filser, Augsburg, Johan—
unentbehrlich, seine Stelle leicht zu ersetzen, und wenn er
sie jetzt um Rat gefragt hätte, er wußte ihre einstimmige
Antwort allzu gut voraus.
Ganz nahe im Bereich seiner Hand lag das schönste Glüd
des Lebens, nur einen Entschluß, nur ein Wort kostete es
ihn, und es war sein! Und sein Glück war zugleich das
zines holden Mädchens, es war der Wunsch braver Bauern—
leute, die Hoffnung einer treuen Mutter, es war die Sehn—
ucht seines eigenen Herzens. Und was hinderte ihn, dieses
Blück, das das Schicksal selbst besonders seinen Wünschen
und Neigungen angepaßt zu haben schien, das ihm ganz
bon selbst in den Schoß fiel, das ihm die Umstände fast
ufnötigten, zu dem ihn alle Verhältnissé hindrängten,
vas hinderte ihn, dieses Glück zu ergreifen, festzuhalten?
Warum konnte er den entscheidenden Entschluß nicht fassen?
„Warum? — Ja, warum?“ stöhnte er und schlug sich
vor die Stirn.
Er wußte es nicht, es war ihm eben nur klar, da ß er
nicht könne! Es lag ein Etwas in ihm, ein dunkles, kaltes,
gestaltloses Etwas, das ihn quälte und peinigte, das er
haßte, gegen das er sich auflehnte, ein Etwas, das aber
zoch staͤrker war, als er selbst, das ihn beherrschte, ihn
wang, gegen sein vesseres Gefühl, gegen die Erkenntnis
zes Rechten zu beharren in seinem Trotz und Starrsinn!
So mächtig war dies kalte, hämische Etwas in ihm, so fest
in seine Seele eingewurzelt, daß er, als ihm der Gedanke
in die unagausbleiblichen Folgen seines Tuns fast das
Wasser in die Augen trieb, sein Herz zusammenkrampfte
m wilden Schmerz. daß er dennoch knirschend die Fäuste
auf dessen Urteil er heute zweimal verwiesen worden war,
nie gekannt; allein seine Sugenden waren ihm so oft als
Muster vorgestellt, seine Rechtschaffenheit, Güte, Klugheit
und Charakterfestigkeit von allen Seiten so einstimmig ge—
rühmt worden, daß er in ihm endlich das Musterbild eines
vollkommenen Mannes verehrte und einen Stolz darein
setzte, ihm ähnlich zu werden Bis heute nun hatte er nicht
gerade Ursache, vor seinem Vorbild beschämt die Augen
siederzuschlagen, allein ein dumpf schmerzliches Gefühl sagte
ihm, daß er“ im Begriffe stehe, sich des Andenkens seines
Vaters ünwert zu machen! Auch den Kummer der Mutter
vergaß er nicht, je weiter er sich von ihr entfernte, deste
mehr schnitt ihm ihr Jammer in die Seele. Die Bilder,
die sie erweckt, wollten ebenfalls nicht wieder verblassen
Dft war ihm, als sei er gar nicht er selbst; es kam ihm
unbegreiflich vor, daß er so einsam durch den rieselnden
Schnee waänderte, da er eigentlich im warmen Schlitten
neben der Mutter sitzen, mit dem schnaubenden Pferd vor
sich, durch die stille Welt dem Glück — dem Glück entgegen—
jagen sollte. Unwillkürlich blickte er den Weg zurück, ob
ihm die Mutter nicht nächeile. Aber es blieb still da
drunten, und bald entschwand das Dorf seinen Blicken.
nd was bedurfte er des Schlittens? Auch allein und
zu Fuße kommend ward er in dem freundlichen Bauernhaus
mit Jubel empfangen; auch wenn er später eintraf, er kam
immer noch früh genug. Nur ein Wort von ihm, ein ein—
ziges Wort, und in zwei, Häusern kehrte das Glück, das
obilfte, reinste Glück ein! Freilich war er als Musikant
ausgezogen, und es entstand eine Lücke im Kreise seiner
Fancetdßen wollte er sie verlassen: er war ihnen nich!
*1 — ** * 0 AA Jeden Bedarf!
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