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Grimm gemaßregelt, von der nationalen Regierung als
Rektor an die Spitze der Universität Frankfurt gestellt,
hat Ernst Krieck unentwegt durch allen Wogendrang der
Zeit das „glückhafte Schiff“ seiner auf volksdeutschem Boden
erwachsenen und immer tieser und gründlicher wissenschaft—
lich fundierten Pädagogik bis in die sein Lebenswerk krö—
nende Gegenwart hindurch gesteuert. Sein Aussatz: Musik,
Erziehung und Staat, den wir mit des Verfassers
Genehmigung seinem Werke Staat und Kultur ent—
nehmen, Neuer Franksurter Verlag G. m. b. H., macht
dentlich, welche entscheidende Bedeutung Prof. Kriceck im
Gesamterziehungsplan des deutschen Volkes der Musik zu—
spricht. Wer unsere Zeit im Geistigen miterleben will, kann
es keinesfalls unterlassen, sich in seine Schriften zu ver—
tiefen. Außer dem genannten Werk kommen in Frage:
Musische Erziehung, Vortrag, gehalten auf der 3
Reichsführerwoche der Musikantengilde, Verlag Georg Kall—
meyer, Wolfsenbüttel, Geschichte der Bildung, Verlag
R. Oldenbourg, München und Berlin, und aus dem zuletzt
genannten Verlage seine grundlegende Erziehungs—
philosophie. Wir nennen weiter aus dem Verlage
Eugen Diederichs, Jena, die beiden Werke: Philosophie der
Erziehung, die deutsche Staatsidee, aus dem Verlage Quelle
und Meyer, Leipzig: Menschenformung, Bildungssysteme der
Kulturvölker, Grundriß der Erziehungswissenschaft, aus
dem Verlage Julius Boltze, Karlsruhe: Erziehung und Ent—
wicklung, Dichtung und Erziehung, aus dem Verlag Junker
und Dünnhaupt, Berlin: Der Staat des deutschen Menschen
Endlich das 1932 erschienene, für die Vollendung der deut—
schen Menschwerdung grundlegende und entscheidende Werk
Nationalpolitische Erziehung... „Der junge
Nationalismus war ein Selbstfinden des deutschen Volks—
tums vor der großen politischen Gesamtaufgabe, den Moel—
ler van den Bruck das zusammenfassende Symbolwort ge—
geben hat: Das dritte Reich. Darin nahm das revolutionäre
Prinzip erstmals Gestalt an, und die nationalistischen Jun—
gen wurden seine Träger und Vorkämpfer. Hier steht die
Stunde der Entscheidung vor der Tür: Deutsches Volk im
Werden: das ist der Sinn der deutschen Revolution.“ Im
Bündischen Verlag, Heidelberg, erschien dann noch eine sehr
pphhhh Saar-Sänger-Bunde
usp Nr. 6
empfehlenswerte Schrift über Krieck: Philipp Hoerdt, Ernsi
Krieck, Volk als Schicksal und Aufgabe.
Es spricht zu uns in vorliegender Nummer alsdann als
bahnbrechender Führer der heutigen Musikerziehung Gene—
ralmusildirektor Professor Fritz Stein, 1879 in Gerlaäch—
Professor Fritz Stein.
stein Baden geboren, erst mehrjährig Student der
Theologie, dann der Musik und Musitgeschichte in Heidel—
berg, endlich Student am Konservatorium in Leipzig unter
* * ß *?*
Glücklich es Unglück. Von Heinrich Schaumberger.
Forksetzung.)
Wege und Straßen waren heute, am Sonntagnachmittag,
wie ausgestorben, die Musikanten, die langsam die Einzet⸗
berger Höhe hinankletterten, die einzigen Wanderer weit
und breit. Ein klarer, durchsichtiger Duft füllte die Atmo—
sphäre, feine, staubartige Eis- und Schneekristalle wirbelten
umher, ohne daß sie ein merkbarer Luftzug in Bewegung
setzte, dazwischen sanken auch größere Schneeflocken langsam
schwebend nieder, allein so vereinzelt, daß man das nicht
eigentlich ein Schneien nennen konnte. RNoch deckten tief—
gehende Wolken den Himmel, allein merkbar lichteten sich
die Schichten, zogen sich in die Höhe; im Westen glühte
ein unbeschreiblich zartes, duftiges Rot auf, ein sicheres
Vorzeichen baldiger, strenger Kälte.
Tiefe Stille ringsum! Zwei Raben schwebten lautlos,
langsam und schwermütig über die Schlucht und das Schwarz⸗
holz. Selbst den Schall der eigenen Schritte dämpfte die
frisch gefallene, dünne Schneeschicht vollsiändig. Nur dann
und wann klang ein einzelnes unverständliches Wort, ein
kurz abgebrochenes Husten oder Lachen von den Voraus—
gehenden zurück, und diese Laute, fremd und unnatürlich
dieser Umgebung, verstärkten die bedrückende Empfindung
des unheimlichen toten Schweigens. Die blauen Wölkchen.
welche in dichten Massen den Tabakspfeifen der Wanderer
entquollen, zerflatterten nicht. Von der Kälte rasch durch—
drungen und mit der umgebenden Atmosphäre auf gleiche
Temveratur aebracht, stiegen sie langsam zü mäßiger Höbhe
auf und zogen sich in der unbewegten Luft zu kaum be—
merkbaren, bläulichen, stillstehenden Streifen auseinander.
So oft Schülzle beim Höhersteigen in solchen Nebelstreifen
eintrat, brachte der angenehme Geruch des Tabaks, der in
ihm, dem eifrigen Raucher, heitere Bilder und Erinnerungen
veckte, ein schmerzlich beklemmendes Gefühl der Verein—
amung, des Werlassenseins hervor, das seine ruhelos um—
chweifenden Gedanken nicht minderte.
Ja, er fühlte sich sehr vereinsamt und verlassen. Es
var kein Zufall, daß er weitab hinter seinen Gesellen drein—
—A mehr zu
hnen. Ihren wohlgemeinten Rat hatte er verworfen, ihre
Mahnungen und Bitten verachtet. Wohl war das im Grund
keine Ursache zur gegenseitigen Entfremdung, er war ja
ein freier, unabhängiger Mann, niemand Verantwortung
über sein Tun und Lässen schuldig als sich selbst. Allein
das war eben der böse, böse Punkt: Er bestand vor sich
elbst nicht, war geteilt in sich, sein besseres Gefühl gab
entschieden den Fremden recht. Und diesen Zwiespalt kann—
ten die Freunde! — Noch immer dröhnten ihm die Worte
des Zimmerdick in den Shren: Obgleich er merkt, daß es
einen Umsturz geben muß, läßt er es darauf ankommen, —
olchen Leuten muß man aus dem Weg gehen! Das war
ein hartes, hartes Urteil, doppelt hart im Munde des sonst
so nachsichtigen, väterlichen Freundes. Und Paul konnte
mit, allen Mühen nicht darüber hinwegkommen!
Und nicht bloß von den Kameraden fühlte er sich ge⸗
trennt, der Zwiespalt, der ihn quälte, wirkte auch nach
anderen Seiten eutsprechend. Zwar hatte er den Vater
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