Full text : 11.1933-1934 (0011)

Nr. 5 IVesurezezrenpeeper petmugzer:upreprueusthhhhll Saar⸗Sänger⸗Bund lIIsluttne urunph Seite 111
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Aus Aufslüätzen des Bundesschriftführers.
nur recht hoch in die Sterne — dann wird Frau
Musika auch uns segnen! November 1922.

elbstsucht und Genußsucht erheben in unsern Tagen
8 frecher denn je ihr Haupt. Aller Idealismus unseres Volkes
scheint nach seinem jähen Zusammenbruch gleich Seifenblasen
in alle Winde zerstoben. Der krasseste Materialismus ergreift
nach und nach alle Schichten. Man steht unter dem Eindruck,
daß unser Volk, in dessen Häusern einst die Wiegen Dürers
und Kants, Bachs und Beethovens, Goethes und ji“chillers
gessanden haben, an den Bettelstab gebracht sei. Das Beste
scheint verloren gegangen: Die deutsche Seebe! — Wenn nun
im Schatten der Schicksalswende unseres Volkes zugreifende
Hände zum inneren Wiederaufbau sich finden, dann
dürfen ganz gewiß die nicht fehlen, die in hundertjähriger
Neberlieferung, in lichten und dunklen Tagen, Hüter des deut—
schen Idealismus gewesen sind: unsere Männergesangvereine
— Sie dürfen nicht fehlen, denn ihnen sind die ewig unver—
äußerlichen Krongüter des deutschen Volksliedes und des deut—
schen Kunstgesangs anvertraut, die edelsten Offenbarungen des
Volksgemüts und seiner Meister. Weckt durch die bezwingende
Macht Eures Liedes in den Herzen der Volksgenossn die Er—
enntnis: der Mensch lebt nicht vom Brot allein! April 1922
TEs sind nur einige Anmerkungen zur musikpädagogischen
Ausmünzung des großen Ereignisses, in dessen Bann wir
noch heute stehen. Aber diese Anmerkungen wollen wohl be—
achtet sein, wenn auns dem Konzert des Kölner Männergesang—
vereins mehr herauskommen sotll als der Genuß einer flüch—
tigen Minute, als der Rausch einer kurzen Begeisterung. Sicher—
lich wird es keinem unserer Gesangvercine gebingen, die Le—
stungen der Kölner, die aus einer fast hundertjährigen glück—
lichen Tradition herausgewachsen sind und durch einen Meister—
dirigenten und durch ausgewählte Sänger gefördert wurden,
auch nur annähernd zu erreichen. Nehmen wir den Kölner
Männergesangverein aber als Ideal, folgen wir in Selbstzucht
und Andacht seinen Spuren, hängen wir uns den Kranz

Niemand soll sich zu hoch achten, mit weniger leistungs—
ähigen Männern in Gemeinschaft zu arbeiten, aber auch nie—
nand soll von sich so gering denken, der Bund bedürfe seiner
Mitarbeit nicht. Der S.S.B. kann nur wachsen und gedeihen.
venn er in jedem seiner Bundesvereine wächst und gedeiht
Seine Erfolge dürfen nicht nur in Zahlen zum Ausdruck kom—
nen, sie müssen in Leistungen in Erscheinung treten. Lieber
rus dem Bunde austreten, als sich wie ein totes. Bleigewicht
nitschleppen zu lassen! Sein Schicksal ruht in deiner Hand.
Beseht euch jeden Mann zehnmal, ehe ihr ihm eure Stimme
hei der Wahl gebt. Prüft, ob er Verantwortungsgefühl und
Hemeinsinn besitzt, ob er ein tüchtiger Schreiber, Rechner,
Zprecher, Kaufmann ist, ob er von früchtloser Nörgelsucht und
Kritikasterei lebt oder zu frischen Taten ausholen kann, und
nicht zuletzt, ob ihn hohe Begeisterung für unsere Sängersache
rfüllt. November 1923.

Man wird es begreiflich finden, daß in den Kreisen unserer
Männergesangvereine dem mehrstimmigen Gesang die erste Stellce
eingeräumt wird. Sie sind aber auch die gegebene Gemein—
chaft zur Pflege des einstimmigen Liedes. Ein—
nal gilt es ein Stück Kulturmission zu erfüllen, unserm lieder—
armen Volk, dessen Geschmack vielfach schon verbildet ist, und
das oft genug dem Gassenhauer und Operettenschlager huldigt,
vieder das echte deutsche Volkslied auf die Lippen
zu legen. Das Lied muß aus den Männergesangvereinen seinen
Weg in die Familien, in die Häuser, in die Ge—
meinde, ins Volk finden. Dann aber sollen unsere Vereine
auch in echter Sangesbruderschaft zur Ueberbrückung sozialer
Gegensätze echte Geselligkeit pflegen. Und wo deutsche Männer
in echter Fröhlichkeit beisammen sind, dae darf zur Veredelung
dieser Geselligkeit das deutsche Lied nicht fehlen Januar 1925

Glückliches Unglück. Von Heinrich Schaumberger.

du von ihm weißt, hast du erst aus dritter, vierter Hand.
Pfui doch, auf Klatschen und Hetzen, auf Zuträgerei loser
Leute hin läßt du dich gegen die Simesleute aufbringen?
Stellst dich wild und ungebärdig, stößt selber wieder un—
überlegte Reden vor den Leuten aus, damit ja das Klat—
schen in Ewigkeit kein End' nimmt? — Schülzle, Schülzle.
ieh wohl zu, was du tust!“
Sei gescheit, Paule!“ bat Hansaden, „ein Mädle wie
das Evabärble findest du nicht wieder!“
Der Bergkasper wollte dreinfallen. aber ein Blick des
dicken Alten ließ ihn verstummen. „Ja, Paule, um deines
Vaters willen, der mein bester Freund war, bitt' ich dich
zerzlich, laß ab von deiner Tollheit! Denk' doch, was kann
juletzt herauskommen als Jammer und Herzeleid hüben
und drüben? Nicht vergebens fragte ich, ob du in Mühl—
dorf oder Dammsbrück spielen willft. Dem Evebärble wär's
dielleicht lieb, du kämst mit nach Dammsbrück, aber um
des Alten willen solltest du mit nach Mühldorf. Es könnte
dem Faß den Boden ausstoßen, setztest du dich ihm so
recht vor die Nase aufs Oxchester. Sei gescheit, Paule,
tolge mir. Mit dem Evebärble will ich selber reden!“
Mit ihren verschiedenen Vorbereitungen zu Ende, waren
tun auch die übrigen Musikanten aufmerksam geworden
raten näher und blickten neugierig auf Schülzle. Dieser
zatte sich halb abgewendet und kraute unmutig die Haare
Plötzlich fuhr er herum und schrie wild: „Ich dank' Euch,
Dicker. Ihr habt mir ein Licht aufgesteckt, jetzt weiß ich,
vas ich zu tuͤn habe! Gerade um des Alten willen muß
ich nach Dammsbrück; er soll einmal sehen, daß ich mich
nicht ins Bockshorn jagen lasse!“

Fortseßung.)

„Das ist nun ein besonderer Ruhm für den Schülzle,
wenn du ihn lobst, du Grünspecht!“ zankte der Zimmerdick,
„will dir sagen, was ich von deinem Handel denk', Schülzle!
Nimm's krumm oder grad — mir gleich! Nummer eins hat
der Dammsbrücker Simesbauer ganz- recht, wenn er ver—
langt, daß du das Spielen ganz läßt. Deine Güter sind
zu groß, sie vertragen die Musikantenbummelei nicht. Vor
allem aber bist du selbst nicht Kerls genug für einen Musi—
kanten. Siehst du nicht immer aus wie Buttermilch beim
Gewitter? Hast's vergessen, wie du uns schon zweimal durch
deinen Bluthusten auf den Tod erschreckt hast?“
„Ich sag's ja, ich wollt' weiter nichts, als ich wär' vier—
zehn Tage seine Mutter!“ schrie der Wasserfuchs erbost,
nach dem, was vorliegt, wollt' ich ihm den Kopf bald
zurechtsetzen!“
„Und ich wollte, sein Vater lebte noch!“ sagte der
Zimmerdick bekümmert, „Paul, Paul — was würde der zu
deinem Treiben sagen? — Sieh, zum ersten hat der Simes—
bauer ganz recht, wenn er verlangt, du sollst die Musik
ganz aüfgeben. Zum andern aber, hast du denn selber ein—
mal vernünftig mit dem Alten geredet? Hast du ihm fsanft—
mütig und bedächtig, wie es einem rechtschaffnen Burschen
zukommt, Vorstellungen gemacht? — Nein! — Da hat
man's. Und es kommt noch besser! Du beklagst dich über
seine Barschheit. über sein hartes. grobes Wesen, und was

Seit 230 Jahbr
gibts Bruch-Bräu an der Saar

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