Full text : 11.1933-1934 (0011)

Nr. 5 lillle

VIIIIII Saar⸗Sänger-Bund “
Männer begnügen sich nicht mit dem Kleinen, wenn sie daß
Brößere erreichen können. Wir an der Grenze könnten
doch nachgerade wissen, daß noch aus keinem
Separatismus etwas Gutes erwachsen ist, und
daß bei uns jede Kräftezersptlitterung ver—
untwortungslos und schädlich ist. — Das Wertungs—
iingen marschiert auch gegen diese ewig Gestrigen als Er—
ziehungsmittel, das würdig ans der Natur unserer
großen Aufgabe herausgewachsen ist, und dem deshalb jeder
unsachliche Beigeschmack fehlt, als Erziehungsmittel, das nicht
aur einzelne Vereine, sondern die Gesamtheit des Bundeß
künstlerisch fördert und hebt. Januar 1928.
Das Bundesfest in Neunkirchen hat eine riefige Arbeit ver—
langt; die schwerste war die Ueberwindung der Hemmungen in
den eigenen Reihen: die Lauen und Gleichgühltigen
aufzurütteln, die Schwierigkeitsschnüffler, Mies—
macher und Verneiner zum Schweigen und Mitgehen zu
hringen. Wie überall im deutschen Volke, so gibt es eine Hand—
zoll dieser schmarotzenden, unfruchtbaren und hemmenden Men
schenspezies auch im S.S.B. Aber die gesamte Oefsentbichkeit
veiß und würdigt, was unser Bund in zäher, zielsicherer Arbeit
geworden ist, was er bedeutet, was er an gesunder Spannkraft
und Leistungsfähigkeit in sich faßt; sie erkennt das an und
zefruchtet und betreut seine Weiterentwicklung. Und das ist unß
nehr Genugtuung und Rechtfertigung, mehr Aufschwung unh
Antrieb als unstre paar Nörgler, Nichtskönner und
Figenbrötler uns Hemmschuh find, dieser Ballast, der sich

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Verehrung der Sänger für ihren Führer unausbleiblich und
damit die einzige Grundlage für künstlerische Arbeit und künst—
lerischen Erfobg geschaffen. — Nicht der Fertige, der Still—
stehende ist Meister, sondern der rastlos weiter Strebende, der
miner Werdende. Nur die Beschränkten lernen aus,
eben weil fie Beschränkte sind. — Seit seiner Grün—
dung wihl der S.S.B. die Summe aller Kräfte sein, die durch
das deutsche Lied unser Volk erheben und bessern, die es durch
die deutsche Kunst und für die deuntsche Kunst er—
ziehen woblen. Das ist das gleiche, ja das einzige Ziel, das
sjedem Chormeister vorschweben muß, wenn anders er diesen
Namen verdient. — Es ist kein Beweis von sittlicher und
geistiger Größe, die große Gemeinschaftsidee unter die eigene
kleine Person zu stellen. Februar 1926.
Wie viel Jugend steckt in diesen großen Vereinen, stimm—
frische, lernfreudige Jugend! Die Zeiten, wo der Bardenchor
der Männer in seiner oft durch nichts gerechtfertigten Würde
die Jugend über die Achsel ansah, sind gründlich vorbei —
endlich“ Diese atavistische Auffassung führt nur noch in wenigen
Vereinen ein kümmerliches Dasein und bezeichnenderweise nicht
in Vereinen der Dörser, der kleinen und mittleren Städte. —
Wie sich alle Vereine im ganzen mit ihrer Aufgabe abfanden,
das verdient Anerkennung; wie hier mit Fleiß und Sorgfalt
grarbeitet war, ohne daß Geldpreise, Trinkhumpen,
Tafelaufsätze und andere Scheußlichkeiten wink—
ten, das verdient Dank und Lob. Ueber die Einzelleistungen
hinaus aber brachte das Bundessingen noch einen wesentlichen

—2
S b 9 D 2 besuckt mit euren Hu hy 2 Ob J s
Sangesbrüder. Lehrer 6 35 Küppchen in Oberthal!
Fuhzmarsch 5,5 km von Ckoley durch den Varns- Wold. falwäris. Viel Spiesaelegenkeit in sckatlligen Anlagen. Biluge
Klassenverpflegung. la Kelerenzen. Zusckrift an Galtställe Glaeser oder wirlschaftliche Stg. des Grkolungskeimes von Dr. Htelfens.

Erkenntniserfolg: daß es etwas Wunderbares ist um einen des Geschlepptwerdens nicht schämt, der in merkwürdiger Geistes—
Massenchor, wenn — ja, wenn gründlich einstudiert ist, einstellung und Geschmacksverirrung bieber Amboß sein
und wenn die Herren Chormeister so großzügig sind, daß fie wilhl als Hammer. — Es drängte die ganze große Ver—
fich auf eine einheitliche Auffassung und Darstellung einigen. anstaltung — Konzerte, Festzug, Kundgebung — in einen ein—
Duͤrch kleine Meinungsopfer, die allerdings Voraussetzung“ für zigen Tag zusammen, und zwar nicht aus wirtschaftlichen Grün—
diese Einigung find nemand ist Gott sei Dank unfehlbar —, den in erster Linie, sondern um zu zeigen, daß in der Ge⸗
Wuüchst mat kunstlerisch und menschlich und verliert keinen Edel. drängtheit und. in der, strengen OQtonomiender, aug ge—
ain aus seiner Krond, wie kleine Geister meinen Gerade Der n dteen Mätze! die künstlexische und, organisatorische Durch—
önig in Thne“ zeigte zum Greifen deutlich, daß die Meinumg, lagstraft und Nachhaltigkeit liegt. Will angesichts des Fest,
de tastencher hahde seinbn Zcck ur in der Wucht der ußereee 11d Bergn ügungsrum mel s, der wie eine Seuche durch
Wirkange in geoßer! Irrtum ist. Die stärkste und inner ichste 4user Volt geht, jemand leugnen, daß diese wichtige Erkenntnis
Wirkungseigenart des Männerchores, die runde, gebundene, Inaplage 0 d acu uun sanee Faeustung werden
gesättigte Klangweichheit und Klangfülle ist und, bleibt dem Tußertri desghato, a Ve —
rbßen' Ehortörper borbehalten. Eine wichtige Erkenntnis für 8bbsttritat sar Nnd And er, —5 n
unsere Weiterarbeit: Arbeitsgemeinschaft, Zusam-— ur dand n g n
mienfschluß muß die Losung heißen. Das war für den Wer anch mir einen Hauch dentscher Quuit verspurt hat, *—
Bundesvorstaͤnd zu ößte di u —* und Freude au diesen veiß, daß sie ewig neue, ewig junge Aufgabe ist. Nur wer
Vnudesvorstand großt augtuung und Freude au dichern mit dem Dichter besten kannz „ünd, haͤng den Kranz, den vollen
Siugen, daß e8 Imn schtagenden Beweise wurde für die Riche Franz, mir höher in die Sterne!“ der verdient den, Namen
tigkeit seiner Ausicht, daß es für jeden Vercin, für jeden Gau ines deutschen Sängers, nur der ist innerlich Mitglied des
einen wirklichen und dauernden Fortschritt nur gibt in der SSB die Trägen 'und Sätten, die Stumpfen und Fertigen
immer tieferen Erfassung und Pflege des Gemeine die Schwachen und Feigen — sie gehören nicht zu uns.
schaftsgedankens. ‚Nur in ihm liegt bleibende gegen— Juͤni 1929.
eitige Besfruchtung und Anregung, nur in ihm ist Gewähr für Die innere Not unserer Tage wird nicht überwunden
die richtige Kinschätzung der eigenen Leistung, der eigenen durch Festreden oder, Bußpredigten, durch politische Schlag—
Persou. — Nicht Mißgunst und, Reid, sondern restlose freudige vorte oder leeres Kulturgerede — sie wird nur überwunden,
Einspannuug in den großen Gedanken einer Gesaumtleistung, venn ein jeder, von uns die ungeheure Verantwortung fühlt
für die auch der kleinste Süummand wesentlich war, nicht Gegen- und lebt, die in den Worten Volksgenosse und Vorks,
ätzlichkeit, sondern Zusammenleiten aller Kräste in einen ein— gemeinschaft liegt. Nur dann gibt es für Dentschland, mit
zigen, starken, emporreißenden Strom: das war im sch,ä rsten dem wir alle auf Gedeih und Verderb auch äußerlich wieder
Gegensatz zum Wettsingen uniser erstes Bundessingen. pöllig eins fein wollen und werden, den geistigen und
Juni 1927. fürtrichen Wiederanfstieg, der die Vorbedingung für
Unser Weg und unser Ziek ist im Interesse des deutschen den wirtschaftlichen ist. Denn ain Anfang einer jeder Auf—
Liedes und seiner befreienden Wirkung die unbedingbdeste umnd wärtsentwicklung stehen sittliche Ideen. steht die Gesinnung
růclsichtsloseste Sachlich keit, die alles Unwesentliche bewußt als Wurzel der Tat. Die Tat aber im Sinne des, deut—
und froudig ein- und unterordnet in den Gemeinschafts— chen Chorliedes ist die restlose und unbedingte Erfassung
geist. Ueber der Personal- und Vereins- und Gaupolitik steht uiund Bejahung des deutschen Gemeinschaftsge—
deshalb unbedingt die Bundespolitik, die alle Kräfte richtung— »ankens, die Gegensätze und Bindungen nicht verwischt,
gebend zusammenfaßt zu einer Einheit. Die Verwaltung einecß ondern sie offen ausspricht, die sich aber in ihnen und in
großen Vereins braucht im ganzen nicht mehr Vorstandsmit— dem nötigen Austragsringen um sie von Mensch zu Mensch
glieder als die eines kleinen. Wieviel Leerlanfarbeit, Ver— richt verfängt und zerreibt, sondern auch im schärfsten, Rei—
stimmung und Schaden ergibt die Zersptitterung und Kon— hzungsmoment noch den regelnden Kompaß für jedes Wort
kurrenz der einzelnen Vereine an demselben Orte! Weun in kür jedes Handeln in der Volksidee findet. Der eine Sinn.
eindin Orte ein' Verein von 150 Säugern sein kann, nuh der rine Wille, der heute die Tausende aller Stände, aller
es sind 2 von 75, oder 3 von 50, oder gar — was sehr oft Schichten, aller Konfessionen und Parteien innerlich und äußer—
— iich bindet und verbindet, der Sinn und Wälle zur dentschen
der Geist des deutschen Liedes in keinem der Vereine lebendig, dunst, der feste Glaube an ihre menschenbildeunde, menschen—
dann gibt es auch in keinem der Vereine Männer, denn zerhrübernde, aemeinschaftsgestaltende Kraft ift eine der sicher
            
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