Full text : 11.1933-1934 (0011)

Nr. 4 IIsf'nnruen
Festrede die sangesbrüderliche Anteilnahme des Gaues. Zwei
Mitbegründer des Vereins, Wegmann und Recktenwald, wurden
für ihte in 50 Jahren unentwegt bewiesene Treue zum deut—
schen Lied geehrt, acht Sangesbrüder erhielten die Ehrennadel
für 25jährige Aktivität. Beĩ Chören und Orchesterstücken kam
bald die rechte Feststimmung auf. Der Sonntäg brachte dann
nach frühent „Wecken“ Festgottesdienst, Empfang der Festgäste
und am frühen Nachmittag einen imposanten Festzug durch
den geschmückten Ort zum Festplatz, wo ein Vertreler des
Vereins begeisternde Worte über die vaterländische Bedeutung
unserer Männerchöre sprach und Bundesschriftführer Stein die
Grüße und Glückwünsche des Bundes überbrachte. Während
sich aus dem Festplatz ein richtiges Volksfest entwickelte, be—
zeugten die zahlreichen Gastvereine mit ihren Chören, wie
wacker sie in deutscher Liedpflege stehen. Lobend herausgehoben
seien noch die Massenchöre des Gaues unter dem sicheren Stabe
von Gauchormeister Marx, die auch dem 50. Stiftungsfest des
M.G. V. Tholey eine besondere künstlerische Note gaben. Auch hier
brachte der Vorabend einen liederfrohen und von Orchester—
werken umrahmten Festakt mit der trefflichen Festrede des
Vorsitzenden Jungbluth uund Glückwünschen. Gauvorsitzender
Bürgermeister Weber sprach beherzigenswerte Worte über die
Aufgabe unserer Vereine. Eine besondere Ehrung erfuhr der
einzige Mitbegründer, der noch an der Feier teilnehmen konnte:
Peter Gubernator. Pfingstsonntag brachte dann eine ungeheure
Sängerheerschau nach Tholey. Das wurde namentlich deutlich
bei dem prachtvollen, mit charakteristischen Festwagen ausge—
statteten Festzug zum Festplatz, wo Bürgermeister Weber die
Weihe de Fahne mit begeisterndem Hinweis auf ihre Aufgabe,
den Gemeinschaftssinn zu stärken, vornahm. Bundesschriftführer
Stein überbrachte mit Glückwünschen des SeB. die Zelter—
plakette des Kultusministeriums, die Jubiläumsurkunde des
Deutschen Sängerbundes und einen Chor des Saar-Sänger—
Bundes. Auch hier entwickelte sich bei Musik und Chören bald
ein frohes Treiben!
SGau Võlklingen.
Mit einem Programm, das in Aufstellung und musika—
tischer Gestaltung als mustergültig zu bezeichnen ist, trat
der M.G.B. „Fidelio“ Püttlingen vor seine zahlreichen
Konzertbesucher. Die Namen Lendvai, Knab und Rein
zeigen hier klar den ernsten Willen, entschlossen Neuland
zu betreten und tatkräftig mitzuarbeiten an der großen
Aufgabe: dem wirklich Guten den gebührenden Platz in
unserer Chorliteratur zu sichern. Und wer bis jetzt glaubte
neuere Chorliteratur sei nur für größere Vereine oder
„liege“ den Sängern nicht, der hat sicher bekehrt den Saal
verlassen. Die Darbietungen, für die sich Sänger und
Dirigent gleich freudig einsetzten, waren einwandfrei
Markig das Erde atmende „Wir Bauern“ von Knab, pracht—
voll erfaßt „Der Lindenschmied“ von Rein, die moderne
Chorballade, wuchtig, schwer das „Bergarbeiterlied“ von
sKwab. Von Chor zu Chor steigerte sich die Freude an
den schönen Leistungen, ja sogar die Zuhörer wurden bei
den „neumodischen Klängen“ schließlich warm, wofür der
sich steigernde Beifall zeugte. Etwas mehr Aufhellung in
der Tonbildung käme dem Chor zugute. Zwischen den ein
zelnen Chordarbietungen überraschte das Streichquartet
Erich Graeser, Kurt Störmer, Willi Wolf, Bertel Graeser
letztere dem Quartett eine temperamentvolle Führerin mit
einem übrigens prachtvollen Instrument, durch gediegenes
Zusammenspiel und sichere Gestaltung. Alfred Krzelowetz
spielt trefflich die Flöte So hörte man G-Dur-Konzert für
Flöte mit Streichquartett von Quantz, Quartett D-Dur
von Mozart, Trio C-Dur von Haydn und Quartett A-Dur
von Mozart mit ungetrübtem Genusse. Willi Wolf, der
dem Ganzen ein trefflicher Führer war, zeigte sich als er—
fahrener und befähigter Chorleiter. W.
Gau Wadgassen.
Das Gaukonzert des Gaues Wadgassen in Differten war
ein voller Erfolg und gereicht dem Gau Wadgassen
zur Ehre. Das Programm weist fast nur neueres Liedgut
auf und atmet den Geist des S.S.B. Es mag wohl schwer
gehalten haben, die Vereine an Chöre von Rein, Lendvai,
Heinrichs. Laugs. Geilsdorf. Lemacher, Leib und andere

h Saar⸗Sänger-Bund lill VJu Seite 101
zu bringen, was mir auch von einzelnen gesagt wurde, es
ist aber gelungen und wie? Ich will es gleich vorweg—
rehmen, die Chöre wurden sehr schön vorgetragen, wenn
auch hier und da noch Kleinigkeiten zu beanstanden waren.
Bei den großen Vereinen kam natürlich der satte, volle
Thorklang zur Geltung. Es waren beteiligt: M.G. V. „Saar—
zold“ Werbeln unter, Chormeister Langenberg, M.G.V.
Differten unter Groß, M.G.V. „Sangeslust“ Hostenbach
inter Waßmuth, MG.V. Schaffhausen unter Görgen,
Verein zur Pflege des deutschen Volksliedes Hostenbach
inter Gerber, MG.V. Wadgassen unter Groß und M.G.V.
„Concordia“ Bous unter Ballhaus. Erwähnt seien noch
Re Massenchöre der beteiligten Vereine unter Leitung des
Bauchormeisters Groß; das „Türmerlied“ von Geilsdorj
var von ergreifender Wirkung. Wieder wurde uns kein
Programm zugestellt! Gauvorsitzender Frantz hielt eine
ernige Ansprache und ehrte im Auftrage des S.S. B. 11
Zangesbrüder für 25jährige treue Mitgliedschaft durch
die silberne, und Rektör Groß für 50jährige Mitgliedschaft
durch die goldene Ehrennadel. Redner verband mit seinen
Blückwünschen den anerkennenden Dank der Bundesleitung
und machte auf die Kulturbedeutung unserer M.G. V. auf—
mnerksam. Ihre Ideale sind geeignet, die Menschen empor—
zuheben, Sorgen und Kummer vergessen zu lassen und
»eizutragen zur Erneuerung des deutschen Volksgemütes.
In diesem Sinne forderte er zu treuer Mitarbeit auf. Mit
däam Absingen des deutschen Sängerspruches sand die be—
geistert aQufgenommene Ansprache ihren Abschluß. Nach
der Pause sprach Rektor Groß in bewegten Worten den
Dank für die Ehrung an Bund und Gau aus. Er lege
jern den Taktstock in andere Hände, da er den Fortschritt
ehe. In diesem Sinne wünscht er dem S.S.B. weiteres
Wachsen, Blühen und Gedeihen mit dem Gelöbnis weiterer
Treue zur Sängersache. Darauf sprach als Vertreter des
5. S. B. der stellv. Bundeschormeister Hitzelberger zu den
Sangesbrüdern und Gästen. Er ermahnte zur Einigkeit,
tellte der Jugend die Jubihare als nachahmenswertes Bei—
piel hin und forderte die noch abseits Stehenden mit den
Worten des Chores von Heinrichs „Das Volk“: „Was steht
hr abseits, du und du, sechs Hände schaffen mehr als
wei“ auf, den Vereinen beizutreten und die Reihen zu
chließen, um als Ganzes für die Ziele des S.S. B. einreten
 zu können, zum Wohle des neuen deutschen Vater
andes!
M.G. V. „Sangeslust“ Hostenbach konzertierte unter Mitwirkung
des Orchestervereins Hostenbach recht erfolgreich vor beifalls—
freudiger Zuhörerschaft unter Gesamtleitung seines Chormeisters
Philipp Waßmuth. Aus dem Programm greifen wir heraus
den Pilgerchor aus Wagners „Tannhäuser“, Goethes „Feiger
Sedanken“ von Kurt Lissmann mit Trompeter, Hörner und
Posaunenbegleitung — übrigens ein wirkungsvoller Chor vom
Frankfurter Sängerfest —, das Türmerlied von Geilsdorf
sowie die den Schluß bildenden Volkslieder „Drei Lilien“ von
Lemacher und „Es wollt ein Jägerlein jagen“ von Walter Rein

—

denn sie gibt mir ĩimmer 50
einen schönen Poddinqꝗ. lch
weiß es gendu, es ist ein
OETKER-PUDDING
der schmeckt so fein!
Verlangen Sie durch Post- C
korte meinen neven for-—
 bigen Prospekt „Pudding
mit fröchten“. Zusendunꝗ
— —
Dr. Auqust Oëiker. Bielefeld
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