Full text : 10.1932-1933 (0010)

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zgeber, „Der Winter ist vergangen“ von Schmidt, „Wan—
derschaft“ von Zöllner, „Der unerbittliche Hauptmann“ von
Moldenhauer, „Ständchen“ von Hildebrandt, „Ich hört
ein Vöglein“ von Schauß. Fräulein Martha Schmidt (Flü—
gel), Walter Simon (Violine) und Friedrich Kehr (Cello)
hrachten Haydn'sche Trios klangschön zum Vortrag. Auch
erwähnen wir mit Anerkennung die Klavierdarbietungen
on Schülern und Schülerinnen von Fräulein Markha
Schmidt. Die Besucher folgten dem etwas sehr umfangreichen
Programm bis zum Schluß mit starkem Interesse und dank—
harem Beifall.

*itlil Saar⸗Sänger-Bundenr
Sängervereinigung „Cäcilia-Eintracht“ Geislautern er—
reute seine Anhängerschar mit einem wohlgelungenen hei—
eren Singspielabend. Die Theatergruppe des Vereins gab
in diesem Abend ihr bestes Können her. Gesunder und
ebendiger Humor ging da über die Bretter und ließ
zie Gäste für einige Stunden die grauen Sorgen des All—
ags vergessen. Heitere Chöre, vorgetragen durch den Män—
ierchor und den gemischten Chör des Vereins, trugen
ur Verschönerung des Abends bei und paßten sich dem
Sinn des heiteren Abends vollkommen an. Das voll—
zesetzte Haus kargte nicht mit dankbarem Beifall.

us Nr. 3

Hom Biüchertisch.

Zeitschrift für Musik, gegr. 1834 von Robert Schumann,
Preis vierteljährlich 3,60 M., Einzelheft 1,835 M. Verlag
Bustav Bosse, Regensburg. Die soeben erschienene Mai—
nummer bezeugt wieder, wie gewissenhaft die Zeitschrift für
Musik den Leser in Fühlung hält mit dem wirklich wert—
heständigen Gegenwartsschaffen. Dr. Alfred Heuß würdigt
in einem feingeschliffenen Leitaufsatz Richard Wetz, den
Künstler und sein Werk. Dieser Tonschöpfer, dem „die
Musik die unmißverständliche Sprache des Weltwillens ist“,
hegegnet uns in zwei wertvollen Notenbeilagen. Dr. Franz
Rühlmann entbietet „Erlebnisse mit dem Litz'schen Ton—
wort im Schulunterricht“, Dr. Rudolf Bode erörtert „Musik
und Bewegung“, Dr. Alfred Heuß das „Flensburger Heinrich—
Schütz-Fest“, Dr. Erich Valentin „Stilfragen des Männer—
hors“. Die Z. f. M. geht auch nicht an Wilhelm Busch vor—
über: Richard Gottschalk plaudert „Buschiaden über Musik“
und Dr. Paul Bülow schreibt über „Musik und Musiker
aus dem Lebenskreise W. Buschs“. Einer Reihe weiterer
Aufsätze erster Fachautoren folgen dann Berichte und Mit—
eilungen aus Konzertsaal und Oper, Kirche und Schule,
Funk und Film, Deutsche Musik im Ausland, Ehrungen,
teue Erscheinungen. So erweist sich Monat für Monat die
3. f. M. als ein gediegener, zuverlässiger Führer durch das
musikalische Leben der Gegenwart.

Dreistimmiges Choralbuch, Melodien nach dem Einheits—
gesangbuch, herausgegeben von Adolf Strube, 1. Jahres—
reis: Advent bis Epiphanias, 2. Jahreskreis: Passion bis
Trinitatis, 3. Jahreskreis: Erntedankfest bis Totenfest, 4.
Tageskreis: Morgenlied, Abendlied, Sonntag und Gottes—
dienst, 5. Lebenskreis: Taufe usw., Haus, Beruf, Vater—
land. Jedes Heft 60 Pfg., 10 Hefte je 5 Pfg., 25 Hefte
je 50 Pfig. Stiftungsverlag zu Potsdam.
Zehn deutsche Volkslieder, in Niederhessen aus dem
Munde des Volkes gesammelt und für Astimmigen Männer—
hor gesetzt von Johann Lewalter. Emil Grunert Musik⸗
oerlag, Leipzig C. 1J.

Vom Musikverlag Karl Rühle, Leipzig C. 1, gingen uns
zu: Haydn-Album für Harmonium, Bearbeitungen von C.
Boldmann und H. Scholz, Preis 1,57 M., und Melodien—
zuch für Blockflöte und andere Soloinstrumente von W.
sruse-Steinberg, Preis 1,12 M.

Als billige und recht gediegene Schriftchen zur Vertei—
lung bei Goethefeiern an Sänger und Jugend nennen wir
mit Empfehlung aus Heinrich Handels Verlag, Breslau 1:
Johann Wolfgang von Goethe. Sein Leben und Schaffen
der deutschen Jugend gewidmet von Reinhold Hoffmann.
Preis 1,—2 M., in Halbleinen 1,60 M., als Geschenkband
in Seide gebunden mit Golddruck 2, 5- M., und: Johann
Wolfgang von Goethe, Klassenlesestoff zum Goetheiahr 1932
hon Oskar Kobel. Preis 0.22 M.

Sprachenpflege. Le Tradueteur, französisch-deutsches
Sprachlehr- und Unterhaltungsblatt. Wer sich sein bißchen
Französisch retten oder dasselbe weiter ausgestalten will,
der greise nach dieser textlich, illustrativ und auch technisch
porzüglich gusgestatteten Zeitschrift. Probeheft kostenlos
urh den Verlag des Tradueteur in LVa Chaurx-de-Fonds
Schweiz)ß.

Rudolf Herzog, Der Freiherr und die Altstadt. Ein
Begenwartsroman. In Ganzleinenband 4,80 RM. in Halb—
leder 6.5), RM Perlagd der R.G.Cottauschen Buchkond⸗—

ung Nachfolger, Stuttgart und Berlin. — Dieses jüngste
Werk Rudolf Herzogs bietet der ungezählten Gemeinde
einer Verehrer eine große Ueberraschung. Es ist nicht nur
»in „neuer Herzog“ im Sinne einer neuen Schöpfung
einer gestaltungssrohen Phantasie — es ist ein „neuer
herzog“ auch darum, weil es den Dichter in einer neuen
ßestalt: als den Former einer auf tiefste Innerlichkeit ge—
tellten und bei aller Handlungsfülle doch vorwiegend ins
beseelte und Geistige hinaufgehobenen Schöpfung zeigt.
Friedrich von Rottland, der nach einem stark und sorglos
jeführten Jugendleben und nach einem schweren Konflikte
veltflüchtig sich der angestammten Gesellschaftsschicht entzog
ind nach harten Arbeitsjahren in der Fremde in die alte,
aber durch den Krieg gewandelte Heimat wiederkehrte und
)a der brüderlichen Schicht schwerarbeitender Menschen sich
zugesellt, ist der Träger des wandelvollen Geschehens in
ziesem glänzend aufgebauten Roman. Wie dieser starke
deutsche Mann seinen Glauben an die deutsche Kraft und
eine Mitarbeit an ihrem Wiedererstarken mit seinen neu—
ꝛrwachten sozialen Idealen zu verknüpfen weiß, das gehört
in Herzogs farbenreicher Darstellungskunst zum Schönsten,
vas dem Dichter gelungen ist. Von hohem Reiz ist auch
die Schilderung der inneren Gemeinschaft des reifen Kämpers
 mit einer arbeitstüchtigen jungen Frau, die Frohsinn,
Lebensfreude und Schönheit in das erfahrene Leben des
zeistig überlegenen Mannes trägt. Dieser prachtvolle und
iberaus fesseslnde Roman Rudolf Herzogs stellt sich eben—
zürtig in die Reihe seiner besten Külturromane, klug
und sorgsam in der Milieuschilderung des „fliegenden“
und festen Buchhandels, wissend und hellhörig in der Be—
auschung der menschlichen Seele, pinselsicher in der Charak⸗
erzeichnung und weitspannend in der Weltsicht — ein
Re erpert der Besinnung, des Genusses und der Er—
ehbunad!

Nachet uf.

Am 30. April 1932 starb unser allbewährtes Mitglied, der
Hüttenarbeiter

Georg Treuz

im Alter von 49 Jahren.
Er war Mitgründer des Gesangvereins und ein Vorbild
ür die gute Sängersache. Stets war er für die gesangichen
 Darbietungen zu haben. Mit ihm verliert der Verein
rinen der besten und tüchtigsten Sänger und mit ihm geht
ein gutes Stück der Vereinsgeschichte dahin.
Der Verein trauert ihm nach und wird dem Verein ferner⸗
hin der Name des Dahingeschiedenen unvergeßlich bleiben.
Schaffhausen, den 1. Mai 1932.5—⸗
Männer⸗Gesang⸗Verein Schaffhausen.
            
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