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zurückhalten, daß sich hier einmal ein Bundesverein der
musica sacra angenommen und als stimmungsvollen Kon—
zertraum eine Kirche gewählt hat.
Ein gutgelungenes Wohltätigkeitskonzert veranstaltete der
Kathol. Männergesangverein und Frauenchor Saarbrücken 1
zgemeinsam mit der Gesangsabteilung des Arbeitervereins.
Zum Vortrag kamen Volkslieder und Chöre von Silcher
und seiner Schreibweise verwandten Komponisten für
Männerchor, Sätze für dreistimmigen Frauenchor sowie
einige gemischte Chöre gus dem 16. Jahrhundert. Diese
varen übrigens keine „Madrigale“, unter denen man aus—
nahmslos durchkomponierte, meistens fünfstimmige Sätze
odersteht, sondern, wie der Titel des einen Liedes angibt,
eben „Villanellen“ oder „Villoten“, das sind volkstümliche
Strophenlieder jener Epoche. Die Darbietungen der Chöre,
um die sich bei der Gesangsabteilung des Arbeitervereins
Herr Merscher, bei den uͤbrigen Chorgruppen Herr N.
Rodermann erfolgreich in der Leitung bemühten, waren
zurchweg recht anerkennenswert in bezug auf Tonreinheit
und Aussprache; größere Belebung der Tempi wäre mit—
unter am Platze gewesen. Ein Gedanke drängte sich einem
beim wechselweisen Auftreten der beiden Männergesang—
nereine auf: Sollte es nicht möglich sein, nachdem die Be—
strebungen beider Chöre doch augenscheinlich in gleiche
Richtung zielen, nachdem eine gewisse Art Arbeitsgemein—
schaft schon besteht und die Sänger aus dem gleichen Stadt—
eil stammen, noch einen Schritt weiter zu gehen und durch
einen offiziellen Zusammenschluß einen Klangkörper zu
schaffen, der mit weitaus gesteigerter Leistungsfähigkeit sich
bedeutend höheren Aufgaben widmen könnte? Das z. B.
hervorragend gute Baßmaterial des K.M.G. ergäbe mit
einem genügenden Ausgleich in den anderen Stimmen, wie
es bei Zusammenlegung von selbst geschehen würde, die
Möglichkeit erfolgreich mit den besten hiesigen Vereinen zu
konkurrieren. Von den weiteren Darbietungen interessieren
einige hübsche, volksliedmäßige Kompositivonen des Saar—
brückers L. Bloch für Frauenchor, der sich stimmlich und
zahlenmäßig in bester Verfassung bewies — ein Verdienst
seines emsigen Leiters Rodermann. Den besten Eindruck
des Abends vermittelten die schon erwähnten Villanellen
ür gemischten Chor am Schluß des Programms, zwischen
denen sich K. Kämpfs „Vespergesang“ trötz guter Darbie—
tung etwas bläßlich und auch stilistisch nicht recht am Platze
ausnahm. Den solistischen Teil bestritten Frl. Geisen, die
mit angenehmer Stimme einige Frühlingslieder von Schu—
zert und Hildach sang, sowie die Herren H. Lansch (Violine)
und K. Braun (Klavier), die Werke von Beethoven u. a.
zum Vortrag brachten. Das Publikum war von allen
Darbietungen sehr befriedigt, was sich in lebhaftem, zum
Teil stürmischen Beifall kundtat. R. E.
Wir möchten hinzufügen, daß der Bund seit Jahren auf
dem Standpunkt steht, daß die sangesfrohen Männer kleiner
und kleinster Gesangvereine, die wahrhaftig nicht leben
und sterben können, sich doch durch sangesbrüderlichen Zu—
sammenschluß einen großen Verein schaffen sollten, der
virklich leistungsfähig wird. Wir begrüßen deshalb diese
Stimme aus Saarbrücken 1 mit freudiger Zustimmung.
In unserer Großstadt vegetiert eine große Zahl von Ge—
sangvereinen, die niemals künstlerisch ernst genommen wer—
den können, deren tüchtige Sänger aber Anspruch darauf
haben, unter einem gediegenen Chormeister — man denke
an einen Mann wie Lendvai! — geschult und allmählich
ür das Konzertpodium reif, gemacht zu werden. Zwingen
nicht bald die Etats zum Zusammenschluß? Oder soll immer
weiter gewurstelt werden? Eine Tradition, die nicht die
Kraft zu lebendiger Entwicklung hat, sollte raschestens ein—
gesargt werden. Die Schriftleitung.
Die Svog. „Loreley-Biktoria“ Saarbrücken 5 veranstaltete
ihr diesjähriges Frühjahrskonzert, das gut besucht, einen
vollen Erfolg brachte. Das Programm bot nur volkstüm—
liche Lieder, und zwar Silcher mit: „Morgen muß ich fort
von hier“, „Nun leb wohl du kleine Gasse“ und „Ach du
klarblauer Himmel“, alte Weisen, mit Gemüt und stimm—
lichem Ausgleich gesungen. Stimmungsvoll waren die
dieder: „Elslein von Caub“ von Tilke, „Dein Herz und mein
derz“ von Heinrichs und das Volkslied „Heimliche Liebe“.
Die besten Darbietungen stimmlich und dynamisch waren
An einem Bächlein“ von Waelient und „Tanz“ von Zöllner.
Der Applaus forderte hei diesen Liedern ftürmisch eine
hh Saar⸗Sänger-Bund IIunnmnie 7npe Seite 61
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Wiederholung. Der Solist Kurt Heimberg vom Stadttheater
zaarbrücken fand mit seinen Darbietungen ein begeistertes
bublikum. Sein bestes war die „Gralserzählung“ von
Vagner. Der Verein, der von den wirtschaftlichen Ver—
zältnissen außerordentlich berührt wird, darf auf diese
Veranstaltung mit voller Genugtuung zurückblicken. Ebenso
»er Dirigent Musiklehrer Maß, Saarbrücken, der wegen
eines Fleißes und seiner Begeisterung für die edle Sache
polle Anerkennung verdient. TDr
Gau 5saarlonuis.
Erfreulicherweise haben sich sämtliche Männerchöre Frau—
auterns zu einer Arbeitsgemeinschaft zusammengeschlossen,
die kürzlich in Gemeinschaft mit dem Gastverein Männer—
juartett Diefflen zu einem Konzert, das auch mehrere
drachtvolle Massenchöre bot, ihre fleißige Arbeit unter Be—
veis stellten. Die Veranstaltung hatte recht guten Besuch
ruch aus der ganzen Umgebung Fraulauterns.
Vorsitzender Ucko gedachte in der Jahresversammlung des
M.G.B. „Sängerbund“ Saarwellingen nach kurzer Be—
zrüßung des kürzlich verstorbenen Komponisten Hugo Kaun.
Mit besonderem Dank wandte er sich an den gesamten Vor—
tand und den Dirigenten Kammer und bat, wie bisher
zie Geschicke des Vereins unter Ausschaltung jeder Partei—
zolitik zu leiten. Vom 1. Schriftführer folgte der Jahres—
zericht. Als besonders erwähnenswert wurden aufgeführt:
die Feier des 60jährigen Stiftungsfestes, die Ueberreichung
»es deutschen Sängerbriefes an den Dirigenten Kammer
ind den Ehrenvorsitzenden Nikl. Stein, die Beteiligung an
wei Gaukonzerten, die Abhaltung von zwei Konzerten
inter Mitwirkung des Kirchenchores „Cäcilia“ Hülzweiler,
ine Kundgebung für das deutsche Lied seitens des Saar—
zängerbundes hier am Ort, Weihnachtsfeier und Beteili—
‚ung beim Volkstrauertag. Der Kassenbericht, welcher von
en Revisoren als einwandfrei bestätigt worden war, wurde
enehmigt. Der Reingewinn wurde dem nächsten Rechnungs—
ahr überwiesen. Bei der vorgenommenen Vorstandswähl
chied der 1. Schriftführer und der Notenwart aus. Neu
sewählt wurden als 1. Schriftführer Alois Weisgerber, als
otenwart Keller. Der übrige Vorstand blieb bestehen.
inter Verschiedenes wurde das Frühjahrskonzert nach Ver—
andlungen mit dem Sängerbund Dillingen auf den 29. Mai
estgelegt. Dasselbe wird im Saale Phil. Theis-Schäfer ab—
zehalten. Einer Einladung zu einem Konzert nach Hülzveiler
wird der Verein Folge leisten. Der 1. Vorsitzende
orderte alle Sänger zur tüchtigen Weiterarbeit und vor
illem zur Werbung junger Sänger auf, damit dem Verein
der nötige Nachwuüchs erhalten bleibe. An alle arbeits—
posen und wirtschaftlich bedrückten Sänger richtete er die
Mahnung, am deutschen Liede festzuhalten und dem Verein
reu zu bleiben.
Gau 5ulzhachtal.
M.G. B. 1877 Hühnerfeld beging sein 55jähriges Stif⸗—
ungsfest, der Wirtschaftskrise entsprechend durch ein ge—
ziegenes Festkonzert, dem etwa 1000 Hörer andächtig
auschten. Vorsitzender Spiegel begrüßte herzlich Bürger—
neister Barth, den Bundesschriftführer, den Bundes—
zjeschäftsführer und den Gauvorsitzenden, die in warmen
Pyrten die Glückwünsche der Goemöeinde des Rundes und