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Monatiftsschrift
Neber 300 Bereine mit über 30 ooo Mitgliedern. Herausgegeben im Auftrage des Bundes * 8
von Stadtschulrat Dr. h.e. Haus Bongard und Rektor Walther Stein, Saarbrüchen. B
druch und Berlbag der Buch— und Kunftoöruckerei Bebr. Hofer A. G. Saarbrücken.
Bõollaliugen und Leipzig. Bezugspreis sr. 5.— vierteljährlich. Einzelnummer kAr. 2.— ⸗
Jjuni 1032 12. Jahrgang
Her. 3
Deutsches Süngerbundesfest in Frankfurt
Zwe Monate trennen uns noch vom 11. Deutschen
ASängerbundesfest. Der Frankfurter Festaus—
schuß, dem die Sorge für die Ausgestaltung des Festes
obliegt, hat ein gewaltiges Arbeitspensum zu erledigen.
Die Vorbereitungen, die sich bei früheren Gelegenheiten
ziemlich gleichmäßig auf anderthalb Jahre erstreckten,
müssen sich heute, da das Fest erst vor wenigen Wochen
endgültig beschlossen wurde, im Schnellzugstempo ab—
wickeln. Dazu kommen die Schwierigkeiten, die sich
durch die gewünschte Verkürzung des Festes ergeben.
Die geringsten, dem Außenstehenden ganz nebensächlich
erscheinenden Veränderungen im Zeitablauf des Festes
hzringen eine schier endlose Kette von Verwicklungen
nit sich, die nicht selten eine Umdisposition in sämt—
ichen Ausschüssen nötig machen.
Seit einer Woche steht nun das Gerippe des Festes
endgültig fest. Zur Klärung und Durchberatung einer
ganzen Anzahl wichtiger Fragen hatte sich am 23. und
24. April der Hauptausschuß des Deutschen
Sängerbundes in Frankfurt a. M. versammelt.
In Gemeinschaft mit dem Festausschuß wurde der Ver—
lauf des Festes in allen seinen Teilen erörtert. Es ist
das letzte Mal, daß der Hauptausschuß vor dem Feste
zusammentritt. Er wird sich erst am Vortage des Fest—
beginns, am 20. Juli, in der Feststadt unter dem
Vorsitz von Dr. Hammerschmidt, München, wieder ver—
ammeln.
Die Sitzung des Hauptausschusses in Frankfurt brachte
eine Reihe wichtiger Einzelheiten. Die Namen der
Festredner bei den verschiedenen Anlässen, wie
Bannerübergabe, Volksdeutsche Weihe—
tunde, Stadionkundgebung usw. stehen nun—
nehr fest. Bei der Bannerübergabe wird neben dem
Vertreter der Wiener und Frankfurter Sängerschaft der
Vorsitzende des DEB., Dr. Hammerschmidt, die Fest—
rede halten. Diese Feier findet im Römer statt, daher
'ann nur einer beschränkten Anzahl der Festteilnehmer
Zutritt gewährt werden. Es wird aber Vorsorge ge—
roffen, daß die Feier mittels Lautsprecher auf dem
Römerberg gehört werden kann.
Zu den eindrucksvollsten Stunden des Festes wird
die Feier in der Paulskirche gehören. Die
Paulskirche hat in der Geschichte Deutschlands ihre
historische Bedeutung. 1848 versammelten sich in ihr
die Vertreter des deutschen Volkes, um die Herstellung
der Reichseinheit durchzuführen. Wenn ihnen dies auch
nicht gelang, so war doch durch die Frankfurter Ver—
jandlungen ein kräftiger Impuls gegeben, der nach
zwei Jahrzehnten dann zum Erfolg führte. Zu dem
Zustandekommen der Reichseinheit aber haben er—
viesenermaßen Sänger und Turner erheblich beige—
ragen. Es war ein glücklicher Gedanke, in einer Feier
zeim Frankfurter Fest der historischen Tagung von 1848
zu gedenken. Als Redner sind in Aussicht genommen
Beneraldirektor Neubacher, Wien, der als Vertreter der
zsterreichischen Stammesbrüder sprechen wird, und der
Vorsitzende des Festausschusses, Dr. Hermann, der die
Festrede hält und die Tagung von 1848 in der Pauls—
irche einer historischen Würdigung unterzieht. Die
Feier wird mit Orgelspiel eingeleitet und mit chorischen
Darbietungen umrahmt. Zutritt ist nur gegen Einlaß—
arte möglich.
Im Stadion werden sich alle Sänger zu einer ge—
meinsamen Kundgebung am Sonnabendnachmittag ver—
sammeln. Dort erklingen Massenchöre, die von der
zesamten Sängerschaft gesungen werden. Dort wird
ruch der Vorsitzende des Deutschen Sängerbundes, Dr.
dammerschmidt, das Wort an die Sänger richten und
ßrundlegendes über das Fest und den DEB. zum Aus—
zruck bringen. Es ist dies die einzige Gelegenheit beim
Feste, bei der alle Sänger ihrem Führer, dem Vor—
itzenden ihres Bundes, dem sie 1929 durch einstimmige
Wahl ihr Vertrauen aussprachen, gegenüberstehen. Dr.
Hammerschmidt wird übrigens auch in den Hauptauf—
ührungen kurz das Wort ergreifen. Für die „VPolks—
»eutsche Weihestunde“ rechnet man mit der Teil—
tahme aller Sänger, die zu dieser Zeit (Freitagnach—
nittag) bereits in Frankfurt anwesend sind. Es werden
prechen: Der stellvertr. Vorsitzende des DEB. Rektor
Brauner, Berlin, ferner Reichsminister a. D. Geßler,
)r. Seyfarth, New PYork, und ein Vertreter des euro—
zäischen Deutschtums, dessen Name noch nicht feststeht.
Die Reden werden umrahmt durch chorische Darbie—
ungen. Eine Ehrung der im Weltkrieg Gefallenen ist
m Festzug vorgesehen. Um 4.30 Uhr wird der Festzug
»inige Minuten stillstehen, die Glocken der Stadt läuten,
zie Musik spielt: „Ich hatt' einen Kameraden“. So
vird der DSB. in diesem feierlichen Augenblick aller
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im Weltkrieg ihr Leben geopfert haben. Der Festzug
wvird auch im übrigen auf alles äußerliche Gepränge
verzichten und eine gewaltige Kundgebung für die
Ziele der Liedpflege sein