Full text : 10.1932-1933 (0010)

Zeite 38 IIIIp »ulslss Saar⸗Sänger-Bund uuene
—
Wir weisen besonders nachdrücklich auf den 22. Mai hin: Sie sind, jeder in seiner Eigenart, erhaben und packend
Böllerschießen, Choralblasen, Gottesdienste, Enthüllung von ind verlangen von dem Chor höchste Hingabe und inniges
sedenktaseln, Eröfsnung des Homburger Heimatmuseums, Zichversenken in die Musik. Es muß lobend anerkannt
Volksliedertag des Gaues Homburg auf dem Marktplatz verden, daß es dem Chor gelang, unter der sicheren Lei—
und den auf nachmittags 1530 Uhr festgesetzten Festzug: ung von Musikdirektor Beck alle Feinheiten des Werkes
Wirth und Siebenpfeifsers Zeit vor 100 Jahren, Keltens, nit Ausnahme kleiner Unstimmigkesiten — und wo wird
ermanen- und Römersiedlungen vor über 2000 Jahren, »s solche bei diesem gewaltigen Werk nicht geben? — heraus—
Ritterzeit, Franzosenzeit, Zeit Herzog Karl Augusts II. ubringen. Als Solisten trugen Frl. Karoline Müller—
oon Z8weibrücken, Zeit Napoleons J. Fürst Blücher mit Lontwig, Ludwigshafen (Sopran) und Herr Hermann Braß,
seinen Husaren, Wilhelm J. von Preußen, das deutsche Volk duisburg GBaßbariton), mit seinsinnigem Verständnis und
bei seiner Ausbauarbeit. Anschließend Konzert und tur— erinnerlichten Eingehen zur abgerundeten Gestaltung des
nerische Vorführungen, abends Illumination des Markt— Verkes wesentlich bei. Der Vorsitzende des ausführenden
blatzes und des zu ihm niedergrüßenden Schloßberges und Lbereins Oberregierungsrat Bühler, spendete am Schluß
seiner Burgruinen. Wir möchten auch unsererseits »em bewährten Dirigenten Beck für seine bisherige Tätig—
darum bitten, daß unsere Sänger durchstar— eit im Verein warme Dankesworte und überreichte ihm
ken Besuch ihre Verbundenheit mit den pfäl— leichzeitig aus Anlaß seiner 25jährigen Dirigententätig—
zischen Sangesbrüdern bezeugen: „Der ist in eit, von der 9 Jahre der Sängervereinigung gewidmet sind,
diesster,Seele treu, der die Heimat so liebt ineé Plaäkette, die über der Widmung' unseren Altmeister
wie du!“ St. Franz Schubert darstellt.
Der Besuch des Konzertes ließ leider zu wünschen übrig,
vas angesichts der dargebotenen hohen Kunst doppelt zu
»edauern ist. Die dadurch bedingte geldliche Auswirkung,
die in gar keinem Verhältnis zu der aufgewandten Arbeit
tand, ließ innerhalb des Chores den Gedanken aufkommen,
ür die Folge, wenigstens solange die schlechte wirtschaftliche
2rage anhält, mit der Aufführung großer zeitraubender
werke zurückzuhalten und sich wieder mehr der einsachen
chorliedermusik zuzuwenden. Ob dadurch aber die Erwar—
ungen auf besseren Besuch erfüllt werden, mag bezweifelt

Es sind nun schon über 25 Jahre her, daß der zweite
Vorsitzende der Sängervereinigung Homburg, Oberinspek—
tor Julius Porger, sich der Sangeskunst in vorbildlicher
Weise widmet. Wo es galt, für das deutsche Lied einzu—
reten, stand er immer mit in vorderster Reihe. Seine
ür die Sangessache hingebungsvolle Treue fand duch über—
all, wo er mitwirkte, reichen Lohn durch Uebertragung von
Ehrenämtern, die er mit großem Fleiß und viel Liebe
versah. Die Sängervereinigung übertrug ihm in Anbetracht
seiner vielfachen Verdienste um den Verein die zweite Vor—

kKünstler Adressen.

Empfehle mich den Gesangvereinen als
Chorleiter
Konzert-Sänger (Baß-Bariton) u. Gesangs-Pädagoge
H. Thienhaus
daarbrücken 3 Graf-Johann-Straße 71

457

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Erich Werner, akadem. Musiklehrer
Absolvent der Meisterklasse für Komposition an der staatlichen Hochschule
für Musik, Berlin, empfohlen vom staatlichen Zentralinsstitut für Musikerziehung,
 Berlin⸗Leipzig, erteilt Einzel- und Gruppenunterricht in Musiktheorie,
Kontrapunkt und Musikgeschichte. Auch vollständige Vorbereitung zur
xtaatlichen Privatmusiklehrerprütung. Auf Wunsch Prospekte und Referenzen!
Saarbrücken Qi Scheidterstr. 201

tandsstelle, die er zu aller Zufriedenheit ausfüllte und
iberreichte ihm deshalb durch ihren ersten Vorsitzenden
Dberregierungsrat Bühler in der letzten Singstunde eine
zunstvoll ausgeführte Plakette, die den größten deutschen
Minnesänger Walther von der Vogelweide zeigt. Gleich—
zeitig überbrachte Herr Bühler dem Geehrten im Namen
des Vereins die herzlichsten Glückwünsche zu seinem 50.
Seburtstag, den er im Kreise seiner Familie begehen konnte.
Tief agerührt dankte Herr Porger für die Ehrung.
Zu einer erhebenden Karfreitagsandacht gestaltete die
kzängervereinigung Homburg ihr diesjähriges Schlußkon—
zert. Ganz der weihevollen Stimmung Rechnung tragend,
varen die Musikgaben sowohl im rein orchestralen Teil
durch das pfälzische Symphonieorchester, wie auch im ge—
sanglichen Teil durch den gemischten Chor des genannten
Vereins (insgesamt über 200 Mitwirkende) ausgewählt.
Karfreitragszauber“, das Vorspiel zu Richard Wagners
Parsival, zog die Hörerschar ganz in ihren Bann, zumäl die
Wiedergabe unter der Leitung von Professor Böhe sicher—
ich im Geiste des Komponisten gestaltet wurde. Gleich bol—
lendet erklang das Adagio aus der 9. Symphonie von
Anton Bruckner, das von den meisten der Zuhörer wohl
naoch nie gehört war, aber trotz der etwas schweren Ver—
ständlichkeit die überragende Größe auch dieses Meisters
erkennen ließ. „Ein deutsches Requiem“ von Joh. Brahms,
das neben der Matthäus-Pafsion von Bach und der „Missa
solemnis“ von Beethoven wohl zu dem musikalisch Wert—
oollsten gehört, was die Musikliteratur überhaupt auf—
weist, bildete den zweiten Teil. Außerordentlich hohe An—
sorderungen stellt das Werk an den ausführenden Chor,
weshalb es der Sängervereinigung nicht hoch genug ange—
rechnet werden kann, daß sie sich gerade mit dieser Ton—
schöpfung an die Oefsentlichkeit wagte. Es sind Stellen aus
der Heiligen Schrift in 7 Sätzen, die in prächtiger Ton—
malerei dem gegebenen Anhost sheredten Nusdrus Ferleihen—

verden. Es möchte auch von hier aus diesem Gedanken
richt das Wort geredet werden. Die aufgewandte Mühe
var nicht umsonst gebracht, und die Sängervereinigung hat
nit ihren erfolgreichen Aufführungen der letzten Jahre die
Anwartschaft erworben, mit zu den führenden Vereinen
»es Saargebietes zu gehören. Wir würden es begrüßen,
venn der Chor auf dem einmal beschrittenen Weg muütig
veiter fortschreitet und troß der geldlichen Fehlschläge

—A
Am 9. März 1932 wurde unser lieber Sanges⸗
bruder
im Alter von fast 23 Jahren durch tragisches
Geschick jäh aus unserer Sängerschar gerissen.
Wir verlieren in ihm ein selten eifriges Mitglied,
dessen Sinn für kameradschaftliche Geselligkeit und
Hege des deutschen Gesanges den übrigen Sängern
ein Vorbild sein möge.
Wir werden seiner stets ehrend gedenken.
MGvV. Limbach bei Homburg (Saar).

—4601
            
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