Full text : 10.1932-1933 (0010)

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J mer wieder haben wir in unserer Bundeszeitschrift
AMauch der Musica sacra, der geistlichen Musik, ge—
dacht und der Freude Ausdruck gegeben, wenn nicht nur
unsere Gemischten Chöre, sondern auch einmal unsere
Männerchöre Hingabe und Fleiß an die Veranstaltung von
irchenkonzerten gesetzt haben. Nichts hebt uns da voll—
ommener in die festliche Stimmung als die Versenkung in
zeistliche Kunst überhaupt, namentlich in die bildende. Da
zerweisen wir auf eine Reihe von Textbildwerken, die der
rührige Verlag Ars sacra Josef Müller, München, hat er—
scheinen lassen, in Druck und Ausstattung Meisterwerke
noderner Buchkunst, in Bildgaben und literarischer Erläu—
erung von außerordentlichem Niveau und dabei wahrhaft
zolkstümlich auch in der wohlfeilen Preisgestaltung, zu—
rächst für das katholische Haus gedacht, aber in ihrem

Auattrocento, Cinquecento und Seicento, ein Fra Angelieco,
Fra Filippo Lippi, Bellini, Raffael, Michelangelo, Tizian,
zuido Reni, neben den großen Niederländern und Flamen
ßerard David, Hugo van der Goes, Honthorst, Quinten
Matsys, von der Werff, Rogier von der Weyden, Hans
MNemling, Peter Paul Rubens die Meister der deutschen
stenaissance Altdorfer, Albrecht Dürer, Lucas Cranach,
zans Holbein, der Nazarener Steinle, ein Meister unserer
tage Louis Feldmann. Welch eine geistliche Beredsamkeit
n Gestaltung, Gesichtsausdruck, in Formen und Farben!
Fine Wunderwelt, in die man sich immer wieder vertiefen
nuß. Und wie unterstreicht die heilige Musik mit
»ohem Klang das göttliche Geschehen: die anbetenden Hirten
nit den Schalmeien, die huldigenden Engel mit Zimbeln,
Hamben, Harfen, ja sogar der Orgel, die bei der Krönung

An den Strömen Babylons.

Aus: Gotteswerke und Menschenwege von Prof. Gebhard Fügel und Peter Lippert

Allgemeinwert weit über alle konfessionellen Schranken hin—
veg Schätze vollkommensten, reinsten Genusses für alle Be—
sinnlichen und der Andacht Fähigen.
Da nennen wir zunächst Lieb Frauen Minne, ein Pilger—
zang durch das Marienleben von Peter Lippert (Preis
12 M.), zur liebevollen Versenkung herausfordernd vor
Veranstaltung eines geistlichen Konzerts. Die prachtvolle
sinnige Einbandzeichnung stellt das „Einhorn“ dar, jenes
zeheimnisvolle und unüberwindliche Tier, in dem das
gotische Mittelalter gerne ein Sinnbild Christi sah, der in
den Schoß der Jungfrau kam — unendliche Kraft ward da
untertan der magdlichen Demut, schauervolles Geheimnis
wurde überstrahlt von der Blume holdseliger Jungfrau—
ichaft. Der kunstverständige und kunstfrohe Herausgeber
ruft sie nun alle auf, die Meister von Stift und Pinsel aus
allen Jahrhunderten, das holde und doch hernach so über
alles Maß schwere und tragische Leben Mariä zu begleiten
oon ihrer Geburt, Aufnahme in den Tempel und Opferung
an über ihre Vermählung mit dem gotterwählten Bräuti—
jam und der heiligen Nacht, die die Jungfrau zur Mutter
des Heilandes werden ließ, und weiter dann ihr stilles
Leben an der Seite des göttlichen Sohnes, bis sich
beider Schicksal auf der steilen Straße nach Golgatha er—
füllte und Maria endlich als die Gekrönte und gen Himmel
Berufene ihr einzigartiges Frauenschicksal in himmlischem
Strahlenkranz vollendet Neben den Spaniern Murillo,
Ribera. Velazauez stehen die agroßen Italiener des Trecento

Mariens Fanfaren blasenden Posaunenengel! Welch aeine
erdentrückte Flut von Harmonien! Und das soll auch noch
gesagt sein, wie feinfühlig der begleitende Text, den ein
vahrhaft Berufener, ein Dichter schrieb, die Handlung aus—
chöpft und zur Besinnung und Andacht ruft.
Wir begegnen Peter Lippert als Herausgeber nocheinmal
n dem prachtvollen Gotteswerke and Menschenwege, Bib—
ische Geschichten in Bild und Wort geschildert, von Prof
vebhard Fugel. (Preis 10 M.) Ein Meister vergegenwärtigt
ins hier den großen Schöpfungsmorgen, da der Ewige die
Pelt aus dem Nichts hervorrief, Sündenfall und Sintflut,
ßeschichte der Patriarchen, des Moses, der Könige und
Kropheten und dann — ebenfalls in erlesenen Ausschnitten
— das Heilandleben bis zur Wiederkunft zum jüngften Ge—
icht. Die reiche Phantasie eines gottbegnadeten Künstlers
untzündete sich an dem heiligen Geschehen alten und neuen
destamentes zu köstlichen, herzbeweglichen Eingebungen. Die
VBiedergabe in sorgfältigen Tiefdrücken ist ganz vorzüglich,
jeradezu an das ODriginal heranreichend. Und auch hier
»egleiten sachliche und doch warm zu Herzen sprechende
Frläuterungen die einzelnen Szenen. Dank und Anerken—
iung verdient der feinsinnige Ars sacra Verlag auch für
ie Herausgabe von Die Bibel in Bildern von Gustav Doré,
nit Einleitung und begleitenden Texten von Dr. A. E.
Mader. (Preis 14 M.) Das göttliche Führen im Mensch—
seitsgeschehen, wie es die Bibel tiefsinnig und volkstümlich
ualeich darstellt. ist von jeber ein Apyellan das Genie“
            
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