Seite 32 IIIII
iu Saar-Sänger-Bund spu
— 27—
uthu Nr.
auszusprechen. Immer wieder kam hier an der Saar sein
hohes, von vaterländischem Schwung beseeltes Lied zum
stlingen, verschiedentlich in Sonderkonzerten unserer Spitzen—
dereine. Wir trauern um einen großen Künstler und um
einen lieben Menschen. In Ehrerbietung und Dankbarkeit
senkt der S.S.B. über der frischen Gruft des verewigten
Meisters die Bundesfahne!
Namens des Bundesvorstandes
gez. Stein,
1. Bundesschriftführer.“
er Tonsehzer daher dem Prüfungsausschuß nicht bekannt. Nach
dem durch die Deckadressen die Namen der Tonsetzer ermittelt
varen, ergab sich, daß in einigen Fällen mehrere Werke ein
ind desselben Komponisten pressgekrönt sind. Die Glücklichen
ind also doppelt und dreifach bedacht worden.
Zu den Ueberraschungen des Ergebnisses gehört auch die
katsache, daß es sich durchweg um wenig bekannte Kompo—
rzisten handelt, die noch nicht in die Musitkwelt eingeführt
ind. Es sind meist junge, aufstrebende Talente, die hier erst—
nalig der breiten Oeffentlichkeit vorgestellt werden. Wenn es
jelingen sollte, durch das Aüusschreiben diese zweifellos starken
Bbegabungen zu fördern und weiterzubringen, so wäre damit
in wesentlicher Zweck des Unternehmens erfüllt. Dabei ist es
on geringerer Wichtigkeit, ob sich gerade die preisgekrönten
verke durchsetzen werden. An erster Stelle ist der in Neheim
Ruhr) lebende Georg Nellius zu nennen, der für drei
zroße Werke insgesumt 3700 RM. erhält. Seine groß angelegte
dantate „Aus deutscher Not“ für Männerchor, gemischten Chor
ind großes Orchester war bereits im Rahmen des 11. Deutschen
zängerbundesfestes zur Uraufführung, unabhängig vom Staats—
»reisausschreibens vorgesehen. Um so erfreulicher ist die Zu—
eilung des Staatspreises, der die getroffene Auswaähl des
RNusikausschusses des DSB. bestätigt. Von demselben Kompo—
isten sind zwei weitere Werke für unbegleiteten Männerchor
usgezeichnet worden: „Deutsche Messe“ und „Ruhrzyklus“, eben—
alls Kompositionen von größerer Ausdehnung. Otlo Jochum.
lugsburg, ist in der Männerchorbewegung in letzter Zeit
»ekaunt geworden durch die Wahr eines CThores „Das alte
ried“, für die Hauptaufführung des 11. Deutschen Sängerbundes—
estes. Auch hier wird die Politik des Musikausschusses des
DeB. bestätigt. Jochums Preis mit 835600 RM. fällt auf ein
zroßes Werk für gemischten Chor und Orchester, „Der jüngste
Tag“, sowie eine Reihe „Begleitete und unbegleitete Männer
höre“, die zum Teil mit Soloinstrumenten geschrieben sind
Jochum hat in kurzer Zeit eine größere Anzahl Messen,
tammermusikwerke usw. veröffentlicht, die eine den Durchschnitt
weit überragende Begabung erkennen lassen Hubert Pfeif—
fer, Wuppertal, ist mit einer Motette für unbegleiteten ge—
nischten Chor und einer Choralmotette für unbegleiteten Maͤn—
nerchor vertreten (750 RM.). Auch dieser Komponist hat erst in
jüngster Zeit von sich reden gemacht. Unter anderem wurde
sein Chorwerk „Liebe“ beim Sängerfest des Rheinischen Sänger—
bundes in Wuppertal-Barmen aufgeführt. Weiter wäre zu nennen
Rudolf Ochs mit seinem „Schnitter Tod“ für gemischten
Thor mit Orchester (1000 RM.), ein vielversprechender juͤnger
domponist, der zurzeit Kapellmeister in Brüx in Böhmen ist.
-„chließlich der in Männerchorkreisen wohl bekannte Julius
ßatter, Plauen, mit „Zwei alte Tanzlieder“ für unbegleiteten
zemischten Chor, Louis Dité „Ein Musikus wollt' fröhlich
ein“ und Franz Sykora mit „Zwei Königskinder“, beide
ür unbegleiteten Männerchor. Diese Tonsetzer erhielten je
50 RM. Zurzeit schweben Verhandlungen mit den Vereinen,
die sich zur Uebernahme der Uraufführungen dieser Werke in
Frankfurt bereiterklärt haben. Dr. E.
Kleine Mitteilungen.
Lendvais großes Chorwerl „Psalm der Vefreiung“, dessen
lraufführung auf dem Frankfurter Sängerbundesfest im
Juni ds. Is. stattfindet, wurde u. a. von den Lehrer—
ßesang-Vereinen in Leipzig, Plauen und Rostock zur Auf—
ührung für die nächste Spielzeit erworben.
Paul Graener hat soeben eine Komposition für Männer—
hor und Blasinstrumente nach Schlegels Dichtung „Der
Retter ist nicht weit“ vollendet, die im Verlag Ernst Eulen—
»urg, Leipzig, erscheint. Die Uraufführung findet am 4. Mai
m Jubiläums-Konzert des Kölner Männer-Gesanavereins
unter Prof. Trunk statt.
Das Chorschaffen von Julius Gatter findet immer mehr
uind mehr Beachtung; so widmete ihm der bekannte Männer—
sesangverein „Concordia“ Leipzig unter Leitung seines
dirigenten Arno Piltzing 2 Abteilungen seines Frühjahrs—
onzertes. Es gelangten „Die Niederländischen Gras—
nädchen“, die bei der Nürnberger Sängerwoche zum 1. Male
jesungen wurden, und „Straßenlied“ zur Aufführung, letz⸗
erer Chor wurde zur Wiederholung verlangt. Ferner das
Chorwerk „Das Hohelied“ mit Soöpransolo und kleinem
IArchester, das auf die Zuhörer infolge seines Reichtums
in musikalisch wertvollen Gedanken und tiefem Ernst einen
»urchschlagenden Erfolg erzielte. Den Orchesterpart stellte
»er Orchesterverein der Müusikfreunde Leipzid.
Goethes Geburtshaus — Goetheschaumünze.
Unter der Schirmherrschaft des Herrn Reichspräsidenten
von Hindenburg hat die „Deutsche Volksspende für Goethes
Beburtsstätte“ es sich zum Ziele gesetzt, im Zeichen des
großen Gedenktages die Geburtsstätte Goethes aus der
großen Not, in welche sie seit Krieg und Inflation ge—
raten ist, zu befreien, damit sie uns und den kommenden
Beschlechtern als ein Nationaldenkmal des deutschen Geistes
erhalten bleibe.
Zur Förderung dieses Zieles hat das Bayer. Haupt-—
nünzamt eine Goethe-Schaumünze in Fünf- und in Zwanzig—
martstückgröße geprägt, welche mit Genehmigung der deut—
schen Länderregierungen öffentlich verkauft wird. Das von
Prof. Theodor Georgii entworfene Gedentstück zeigt vorder—
seitis ein klassisches Profilbildnis des Dichters, rückseitig
zine keimende Eichel, das alte Sinnbild des Freien Deutschen
Hochstifts. Von allen Verehrern des Dichters dürfte diese
Ausgabe freudig begrüßt werden.
— *
)
offizielle
X
*
8
*
Interessenten können die Schaumünze zum Preise von
6 RM. je Silberstück, 100 RM. je großes und 23 RM.
e kleines Goldstück mit Etui bei den meisten Banken und
Sparkassen, sowie unmittelbar bei der offiziellen Versand—
sttelle, dem Bankhause Joh. Witzig K Co. München 2 M.
zeziehen.
Staatspreisausschreiben für Chorwerke
entschieden.
Bekanntlich hatte im vorigen Jahr das Preußische Ministerium
jür Kunst, Wissenschaft und Volksbildung in Geineinschaft mit
dem Reichsministerium des Innern einen Preis von 10000 RM.
zur Gewinnung neuer, wertvoller, noch nicht
deröffentlhichter Chorkomposfitionen ausgeletzt, die
heim 11. Deutschen Sängerbundesfest in Frankfurt a. M. zur
Uraufführung kommen sollen. Zum erstenmal hat eine deutsche
Staatsregiernng einen Preis sür Chorkompositionen bestimint,
ein Zeichen für das wachsende Interesse, das die Vehörden an
der Chorbewegung nehmen. Wie bereits berichtet, war die
Anteilnahme der Tonsetzer an dem Ausschreiben außerordentlich.
Pehr als 1800 Kompolsitionen aller Gättungen, vom großen
Oratorium bis zum kleinen volkstümlichen Stiück, haben dem
Prüfungsausschuß vorgelegen. Dieser Ausschuß bestand aus den
Mitgliedern des Senatssder Akademieéder Künste GAbt.
für Musik) unter dem Vorsitz von Profefsor Georg Schumann.
sowie aus den, Mitgliedern des Musikausschussess des DEB.,
Dr, Laugs, Kassel, Professor Buck, Tübingen, Binder, Nürnberg,
Mießner, Berlin. Der Preußische Minister hat vor kurzem
den Vorschlägen des Prüfungsausschusses zugestimmt und dir
Beträge bekanntgegeben, die die einzelnen Komponisten erhalten.
Die Kompasitionen waren anuonnm eingereicht und die Nomen