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sonungen Lönsscher Gedichte entgehen keineswegs dem Schick—
sal so vieler Lönstexte, entweder primitiv oder sentimental
dertont zu werden. Ueber die Frage, ob man Schubertsche
Sololieder für Chor bearbeiten soll, kann gestritten werden,
daß aber Winkelmann sich zu einer Dreimäderlhausiade her—
gibt, und einige deutsche Tänze mit Text versehen läßt,
sollte auf schärfste Ablehnung stoßen.
J. Gatter „Das Hohe Lied“ für dreistimmigen Männer—
chor, Sopransolo und kleines Orchester ist in der Form
dielleicht das gegebene zeitgemäße orchesterbegleitete Chor—
werk. Mit den verhältnismäßig bescheidenen Mitteln eines
stammerorchesters und des dreistimmigen Männerchores, der
im 2. Satz zum Doppelchor wird, ist hier Großes ge—
leistet worden. Nichts ist verständlicher als der Ehrgeiz
des Männerchores, mit oratorienhaften Werken der Schwefter—
gattung des Gemischten Chores ebenbürtig zu werden. Da
sind denn solche Werke einfachster linearer Struktur am
rechten Platz. Gatters „Hohes Lied“, das in Kaiserslautern
seine Uraufführung erlebte, und, wenn diese Zeilen er—
scheinen, auch in Saarbrücken zur Aufführung gelangt sein
wird, kann als einer der ersten dieser Versuche als voll
auf gelungen bezeichnet und unsern Komponisten zur Nach
ahmung nicht dringend genug ans Herz gelegt werden. Das
dreisätzige Werk bestrickt durch die scharf profilierte Prägnanz
und die Eigenwilligkeit seiner Tonsprache. Es wäre einer
eingehenderen Besprechung wert, als es diese Zeilen zulassen.
Frauenchöre.
Unter den Frauenchören ist diesmal nichts Besonderes
Am besten noch die etwas zu sehr mit übermäßigen Drei—
längen gespickten alten Weisen von H. Loesch, die Volks—
liedbearbeitungen von Mylo, von denen „Hab mein Wage
ooll gelade“ allerdings ein Plagiat von Ploners Männer—
horbearbeitung ist. und A. Weinschenks „Ich ging im
Walde“. Der Walzerstrauß von Straußwalzern von
Nagler ist ein geschickt zurechtgemachtes Potpourri, so
allerdings, daß „kunstvoll“ öfters mehrere Walzer mit—
rinander verkoppelt werden. Für die Textunterlegung
deral. oben bei Winkelmann.
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die Verantwortung. Sie sind aber das interessanteste, was
nir an Chorliteratur diesmal auf den Schreibtisch geflattert
am. Dr. Ernst Stilz.
Männerchöre.
Aus dem Verlag Ernst Eulenbürg, Leipzig CI.
Deutsche Eiche. Volksliedbearbeitungen: Anna Susanne
(Milarch), Vergebliche Jagd (Milarch), Der höfliche Jäger
(Geilsdorf), Die Abendglocke (Wiedemanns, Minnelied
von de la Hale (Wiedemann), Wiegenlied der Hirten an
der Krippe (Geilsdorf), Altdeutscher Bauerntanz (Hansen).
ermanen Fürchtenicht. Zwei Männerchöre op. 5:
Nr. 1: Um Mitternacht, Nr. R: Wanderer im Schnee.
J. Gatter. Das Hohelied für dreistimmigen Männerchor.
Sopransolo und kleines Orchester.
Baul Geilsdorf. Zwei Volkslieder für dreistimmigen
Männerchor: Nr. 1: Schäferleben, Nr. 2: Es flog din
kleines Waldvögelein.
Tdürmerlied.
Baul Graener. Bier Gesänge: Nr. 1: Im Walde
Nr. 2: Froher Besitz, Nr. 3: Der fremde Wanderer
Nr. 4: Avalum.
dans Heinrichs. Volksliedbearbeitungen: Nr. 1:
Angelus, Nr. 2: Das dumme Mädel,Nr. 3: Der
Fürstenberger.
Franz Neuhofer. Zwei Männerchöre: Nr. 1: Die
harte Zeit, Nr. 2: Das Lob der Erde.
st. M.Pembaur. Drei Goethelieder: Nr. 1: An die
Entfernte, Nr. 2: Die schöne Nacht, Nr. 8: Die Spröde.
Alexander, Preuß. Zwei ernfte Gesänge für unbe—
gleiteten Männerchor: Nr. 1: Wanderers Nachtlied
e Nr. 2: Sing nicht das Lied der Sehnsucht
mehr.
Udolf Prümers. op. 68: Wir singen noch.
dans Wagner-Schönkirch. Zwei Gesänge: Nr. 1:
Lumpenhochzeit (Heidekind), Nr. 2: Kurz ist der Mai.
Erwin Lendvpvai Lieder im Volkston, op. 65: 1. Bei
Soissons, 2. Der Tanz und die Mädchen, 3. Maitanzlied
Aus dem Verlag Gebr. Hug &K Co., Leipzig-Zürich.
Franziscus Nagler. 1. Gefunden, 2. Rechenschaft
(beide v. Goethe).
Heinrich Pestalozzi. Sommermorgen.
Hermann Wunsche 1. Schnitter Tod, 2. Verloren.
3. Verschneiter Weg, 4. Spruch.
Aus dem Verlag von Anton Goll.
Kainer Winkelmann. 1. Abschied, 2. Andreas Hofers
Abschied vom Leben, 38. Mahnung, 4. Schönfte“ Rose
Marie, 5. Treueé Wacht.
Aus dem Verlag Adolf Robitschek, Leipzig.
Franz Schubert. 1. Deutsche Tänze, op. 33, einge⸗
richtet v. R. Winkelmann, 2. An die Laute, op. 81.
R. Winkelmann. 1. Die Heide blüht, op. 30
2. Ständchen, komponiert v. Fr. Zelter.
Gemischte Chöre.
Die 5.Gesänge von Courvoisier zeichnen sich durch
ühne, abwechselungsreiche Harmonik aus Sie sind großen
und erfahrenen gemischten Chören vorbehalten, würden
iber die angewandte Mühe lohnen. Ein Virtuosenstück ist
der „Kehraus“, sehr charakteristisch „Schnitterlied“. Wesent—
ich leichter der Schwierigkeit nach, aber auch leichter im
Bewicht sind die Arbeiten von Fr Nagler; empfehlens—
vert, auch für „Anfänger“, „In die bluüͤhende Welt“.
Den denkbar einfachen und unkomplizierten Liedern von
Dost kann man den Vorwurf selavischer Mendelssohn⸗
nachfolge nicht ganz ersparen. In neuer Zeit erwartet man
doch schließlich etwas Neues. Dasselbe gilt in erhöhtem
Maße von den beiden Liedern von Ehluͤg, die ein Aus—
gleiten in Banalitäten (Tegorsoli, ein Pendant zu den
erühmten Soli des ersten Basses in der entsprechenden
— vor den Dostschen Liedern „vbraus—
jaben“.
Unbeschwert heiter und wirkungsvoll sind dagegen die
beiden Lieder von Hildebrand. Einen großen Chor
berlangen Barges „Gottes ist der Orient“ und die im
schwierigsten polhphonen Satz gearbeitete Weihnachtsmotette
von Haydn, die eine dankenswerte Bereicherung der Lite—
ratur für gemischte Stimmen darstellt.
Die „Eymne an den Gesang“ von Haug wird mit dem
eicht zu, bewältigenden Ehorpart den kleinen gemischten
Thorvereinen willkommen sein.
Zum Schluß noch von Werner Wehrli 3 Duette mit
dautenbegleitung, die für zwei Männerstimmen, 8 Frauen—
stimmen und 2gemischte Stimmen ausführbar sind und
einen nach all diesen harmonisch reibungslosen Chören
daran erinnern, daß es auch in der Chormusik eine Neue
Musik“ gibt. Der gewollt primitive Songftil aus den Opern
Kurt Weills (z. B. in Nr. 2), die kede Singweise Hinde—
miths lachen einen daraus an. Es ist eine urwüchsig-kräf—
tige Melodik. die in oft kanonischer, immer aber charak⸗
teristischer Polyphonie, mit seltsamer schlagzeugartiger
dautenbegleitung wechselseitig kontrapunktiert wird Ich
vill sie nicht empfehlen, denn für die Folgen, die sie beim
hiesigen PBPublikum haben könnten. ühernehrme ich nicht gern
Fraueuchöre.
Aus dem Verlag Gebr. Hug & Co., Leipzig-Zürich.
Antonio Lotti. Sanetus, eingerichtet v. Lans Lavater.
Tomaso Ludovico Da Vittoria. Ave Maria, ein
gerichtet v. Hans Lavater.
Hans Heußeér. Danza Napolitana.
Hans Loesch. Alte Weisen: 1. Sie steht im Herzeleide
allein, 2. O weh, Ihr Sommerwonnen, 3. Eine Küren—
bergsche Weise.
Rudolf Mylo. 1. Brünnlein im Schneegebirge, 2. Waisen—
mädchenhaar, 3. Hab' mei' Wage voll gelade, 4. Ich
hört' ein Sichlein rauschen.
Franziscus Nagler. Ein Walzerstrauß von Strauß—
walzern.
5. Kraning. Ewig liebe Heimat.
Albert Weinschenk. 1. Ich ging im Wald, 2. Im
Grase tauts ...
Für Gemischten Chor.
Aus dem Verlag Gebr. Hug & Co., Leipzig-⸗Zürich.
dermann Barge. Gottes ist der Orient.
Jwan Schönebaum. Ich ging einmal spaziere
hdans Lavater. Der Einssedfer