Full text : 10.1932-1933 (0010)

Nr. 2 IIIIVllunti rreeerlsssshh Saar-Sänger-Bund Ilsutrre uuphhh Seite 27
13. ordentlicher Bunddͤestag des 858B.im Warnoͤt.

Auf Grund einstimmigen Beschlusses des S.S.B. fand
Aam 17. April der diesjährige Bundestag im fest—
sich geschmückten Großrosseln im Warndt statt, markig von
der die Warndtburg bis zum letzten Platz füllenden Sänger—
schaft eröffnet mit dem Deutschen Sängerspruch. Den musi—
kalischen Festgruß entboten unter Gauchormeister Bechtel
die M.G.V. „Euterpe“ und Sängervereinigung Großrosseln.
Bundesschriftführer Stein widmete den verstorbenen Sanges—
hrüdern die Gedenkworte: „Bevor der Saar-Sänger—
Bund in die Tagesordnung seines Bundestages eintritt und
damit der lebendigsten Wirklichkeit begegnet und die For—
derung des Tages erfüllt — verweilt er einen Augenblick
in stillem Sinnen bei dem Gedächtnis seiner im vergan—
genen Jahr verewigten Mitglieder. Monat für Mongt er—
reichen mich für die Sterbetafel unserer Bundeszeitschrift
die Mitteilungen von der Vollendung lieber Sangesbrüder.
der unerbittliche Tod griff sie mit harter Hand aus unserer
liederfrohen Gemeinschaft heraus: Greise von 60, 70 und
mehr Jahren, die seit frohen Jünglingszeiten bis zu ihrem
Lebensende in Sonnenschein und Sturm, in Glück und Not
»em Lied die Treue hielten, jugendliche Sänger, die tückische
drankheit oder jäher Unfall allzufrüh mitten aus ver—
heißungsvollem Leben rief und den liederfrohen Mund ver—
stummen ließ. Auf dem Bundestag in Mainz traf uns die
erschütternde Trauerbotschaft, daß an der Schwelle des
reisenalters unser verehrtes Ehrenmitglied Professor Hugo
Kaun, der uns so manches ergreifende Lied voll hohen be—
geisternden Schwungs von Menschenschicksal, von Heimat und
Vaterland auf die Lippen gelegt hat, in die Ewigkeit abge—
rufen wurde. In gleicher Dankbarkeit und Pietät gedenken
wir all der lieben Toten, der Hohen und Geringen, des
Meisters der Töne und des schlichten Bergmanns, die unsern
Idealen ihre Liebe geschenkt haben. Wir Lebenden aber
wollen in dem Tode den Schrittmacher des Lebens sehen.
Er schreitet uns allen voran mit seiner Mahnung: haus—
hälterisch mit jedem Tage, jeder Stunde umzugehen, unser
Leben nicht in kaltem Egoismus uns selbst zu leben, son—
dern opferbereit den Brüdern und Volksgenossen zu weihen,
das Herz nicht an die Güter zu hängen, die das Leben
vergänglich nur zieren, sondern es zu bereichern mit geistigen
und ewigen Werten. Angesichts des Todes, der mit seiner
Zichel umgeht und seine Ernten fordert, bekennen wir uns
zum Leben und zu allem, was das Leben reich und schön
nacht: zu wahrer Freundschaft und zu echter Kunst! Ich
hitte Sie, sich zu Ehren unserer verstorbenen Sanges—
hrüder von den Plätzen erheben zu wollen! Der Sqar—
Sänger-Bund senkt über ihrer Gruft in Dankbarkeit die
Bundesfahne!“ Der Chor „Stumm schläft der Sänger“,
»on den gleichen Vereinen vorgetragen, beschloß den weihe—
»ollen Gedenkakt.
Nun entbot Gauvorsitzender Berwanger in
varmen Worten den Willkommsgruß der Warndtsänger—
schaft, die von Dank erfüllt sei gegen den einstimmigen Be—
schluß, heute hier im schönen deutschen Warndt zu tagen.
Sie haben den unbeugsamen Willen, für alle Zukunft in
der deutschen Lied- und Volksgemeinschaft zu verbleiben.
Sie möchten in Gastlichkeit und Sangesbrüderlichkeit im
ommenden Sommer recht viele Bundesvereine auf deren
ZSängerfahrten im Warndtwald begrüßen!
Bundesvorsitzender Stadtschulrat Dr. Bongard, schloß
ich mit herzlicher Begrüßung der geistlichen und weltlichen
Behörden, der Vertreter von Handel und Gewerbe, der
Arbeitgeber und Arbeitnehmer uͤnd nicht zuletzt der Presse
an. Sein Dank galt allen, die den Bündestag vorbereitet
haben und an seiner Durchführung mitwirken werden,
namentlich dem rührigen Gauvorstand und der gastlichen
Bürgerschaft von Großrosseln, die den Bundestag mit
Threnbogen, Tannengrün und Flaggenschmuck so festlich
villkommen geheißen habe. Er freue sich, wieder einer Reihe
on Sängerveteranen mit Dank und Anerkennung für 50—
jährige Aktivität den Ehrenbrief des D.S.B. und die gol—
dene Ehrennadel des S.S.B. überreichen zu dürfen, den
Sangesbrüdern: Peter Backes, Matthias Böttel, Peter
Staub, Joh. Jat. Becker, Jos. Deitz, Johann König, Jakob
Dörr, Johann Lackas, Johann pPistorius, Peter Seewald,
Karl Goergen, Christ. Schneider, Ludwig Gröber. Dem
3in verqangener Nacht schwererkrankten Sandgeshruder Joh.

dreutzer, dem er die besten Wünsche des Bundestages aus—
prechen ließ, sollen die Auszeichnungen übersandt werden.
stedner zeigte, wie die Sänger durch die Kraft des Liedes
s vermocht hätten, alt zu werden und doch im Innern
ung und lebensfroh zu bleiben. Namens der geehrten
zangesbrüder dankte Johann Pistorius mit wackerem Treu—
jelöbnis. Seinen Bericht über die Bundesarbeit für den
ichluß der Verhandlungen aufsparend, erteilte nun der
Zundesvorsitzende demn Bundesschriftführer Stein
das Wort zu seinem Bericht über die Bundeszeitschrift und
ie Pressearbeit. Unsere aus kleinen Anfängen hervor—
segangene Bundeszeitschrift trat mit dem 1. April in den
2. Jahrgang. Sie begleitete auch im abgelaufenen Jahr
as Bundesleben des D.S.B. und des S.S. B. vergegen—
värtigte in Bild und Wort Meister der Tonkunst aus Ver—
iangenheit und Gegenwart, ließ sich die musikalische Er—
iehung angelegen sein und machte sich zum Spiegel des
eistigen Lebens überhaupt, namentlich durch eine von allen
ührenden Pädagogen zustimmend beantwortete Frage nach
er musikalischen Erziehung der Jugend, aus der wir ja
inmal unsere Sänger und Hörer gewinnen wollen. Be—
onders herzlichen Dank widmete der Redner der gesamten
agrländischen Presse, die nicht nur Mitteilungen und Be—
ichte veröffentliche, vielfach mit der Schriftleitung in Aus—
auschverkehr stehe und in stetigsteigernder Zahl besondere
zängerbeilagen herausbringe, sondern aus lebendigstem
znteresse heraus von sich aus zum Bundesleben Stellung
rehme. Die Berichterstattung aus den Gauen und Vereineii
nüsse aber noch pünktlicher und zuverlässiger werden, auch
rüsse mehr und mehr an die Stelle überschwenglicher
obeserhebungen der sachliche Bericht treten. An Hand
er vorliegenden Statistik zeigte der Redner alsdann. welche
zaue im satzungsgemäßen Zeitungsbezug ihre Pflicht er—
illen und welche — zum Teil erheblich — unter der Pflicht—
ahl zurückblieben. Es wird nahezu einstimmig beschlossen,
aß die in der Tagesordnung benannter Vereine, die keine
der nur eine und nicht die satzungsmäßige Anzahl Bundes—
lätter beziehen, aufgefordert werden sollen, bis zum 15.
Rai ihrer Verpflichtung nachzukommen, andernfalls die
etr. Gaue aufgefordert werden, sie auszuschließen. End—
cch wies der Bundesschriftführer auf die Notwendigkeit
eißiger Anzeigenwerbung hin, so daß jeder Gau in Zu—
unft wenigstens eine Seite für sich belegt. Dem Presse—
eferat folgte der Kassenbericht des Bundesschatz—
neisters Düren. An Hand der in der Tagesordnung
bgedruckten Abrechnungen gab er auf Erfordern über die
inzelnen Positionen Auskunft. Auf Grund des von den
stevisoren Schmidt und Schlauch erstatteten Revisions—
»erichts erteilte der Bundestag der Kassen- und Geschäfts—
ührung Entlastung. Auch wurde der Voranschlag für das
ommende Jahr genehmigt. In Rückblick und Ausblick sprach
ich Bundeschormeister Stilz über die musikalische
Arbeit des Bundes aus. Seinen bedeutsamen Bericht brin—
jen wir wörtlich zum Abdruck. In seinem Geschäftsbericht
jab Bundesgeschäftsführer Rauchholz zunächst
luskunft über die Frage der Wiedererweckung des vor dem
drieg bestandenen Nahe-Mosel-Saar-Sängerbundes. Dann
eichnete er an Hand der Statistik ein Bild der Mitglieder—
ewegung, die erkennen lasse, daß trotz der Wirtschaftskrise
inige Gaue ihren aktiven Sängerbestand steigerten, wäh—
end die Gaue Köllertal, Neunkirchen und Saarbrücken
inen erheblichen Verlust an Mitgliedern erlitten haben.
tzei seinem Bericht über den Besuch der Sitzungen, nament—
ich der Bundesvorstandssitzungen, machte er mit Recht
»arauf aufmerksam, daß von ihnen die lebendige Kraft für
zas gesamte Bundesleben ausgehe und daß da die Führer
»eshalb unter keinen Umständen fehlen dürfen. Nicht immer
önne der Bundesvorstand Konzerte besuchen, insbesondere
nöge man doch nicht bestimmte Herren fordern, da sie
„hnehin Sonntag für Sonntag unterwegs find und sich, doch
iicht teilen können. Anträge auf Erlaß der Lustbarkeits—
teuer und auf Ehrungen müssen rechtzeitig eingereicht wer—
»en, die auf Verleihnng der Zelterplakette 556 Monate
orher. Der Vertrag mit den Tonsetzergenossenschaften ist
ür ein Jahr bindend. Der Bundestag beschloß deshalb ein—
timmig, daß die säumigen Vereine bei Androhung des
Jusschkusses his zum 1. Juni die Tonsetzergebühr zu he—
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.