Full text : 10.1932-1933 (0010)

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rende Vorstand wurde einstimmig wiedergewählt. Beschlossen
vurde, während der Fastnachtszeit keine Veranstaltungen
abzuhalten. Ein Wohltätigkeits-Konzert zu Gunsten des
evangel. Gemeindehauses soll bis April durchgeführt wer—
den. Wegen der schlechten wirtschaftlichen Lage wurde von
einer Beteiligung an dem deutschen Sängerfest in Frank—
furt a. M. Abstand genommen. Der Vierteljahresbeitrag
vurde um 2 Fr. gesenkt. Das abgelaufene Geschäftsjahr
ergab 52 Gesangsproben, welche durchschnittlich mit 8000
hesucht waren. In gesanglicher Beziehung steht der Verein
auf einer guten Stuse. Bei allen Veranstaltungen war
die Beteiligung zufriedenstellend. Abgehalten wurden 5
Vorstands- 35 Quartals- und 1 Jahres-Versammlung,
1 Maskenball, 1 Wohltätigkeitskonzert zu Gunsten des kath.
Volkshauses zu Burbach, eine Sängerfahrt nach Bingen
am Rhein, 1 Stiftungsfest und ein Familienabend. F. R.

weeummrnluhtuhenun/uhtt Nr. 9
Gau Tholey.

Die letzte Tagung des Gaues Tholey wurde mit Ge—
ängen der „Harmonie“ Gronig unter dem Stabe von
zchulleiter Meyer eröffnet. Nach Worten herzlicher Be—
rüßung durch Gauvorsitzenden Dr. Steffens stellte Gau—
chriftführer Jung sein Amt für einige Zeit zur Verfügung.
stach langem hin und her erklärte sich Gauchormeister Marx
ereit, auch die schriftlichen Arbeiten zu erledigen bis Herrn
fung die Uebernahme wieder möglich ist. Es wurde be—
chlossen, am 12. Juni in Güdesweiler eine Goethe-Feier
u veranstaͤlten. Der Gau singt als Massenchor das Bundes—
ed von Goethe in der Vertonung von Zelter mit Orchester—
zegleitung und das Vaterlandslied von Marschner. Das
stotenmaferial wird den einzelnen Vereinen vom Gau zur
Verfügung gestellt. Während der Versammlung erschienen
wom Bundesvorstand die Herren Dr. Bongard, Stein und
stauchholz, von allen Anwesenden mit dem deutschen Sänger—
zruß bewillkommnet. Bundesschriftführer Stein ergriff nun
zas Wort zu einem sehr interessanten Vortrag: Organi—
ation und Kunst. Schon seit altersher bedient sich der
Nensch der Kunst, um dem Höheren, Geistigen Ausdruck
‚u geben. Hinter dem Geistigen, Ueberirdischen der Kunst
teht das Menschliche: die Organisation. Mit dieser Idee
uind ihrer Anwendung auf die Kulturarbeit des S.S. B
sielt der Redner die Zuhörer über eine Stunde im Bann.
deider mußte der Redner schon früher den Vortrag ab—
zrechen als er beabsichtigt, da er noch zu einer Gautagung
nerpflichtet war. Geschäftsführer Rauchholz kam auf den
zßezug der S. S. B.e⸗Zeitung zu sprechen und betonte, daß
in Verein ohne Zeitschrift sich vom Bunde lossagt und
amit sich selbst ausschließt, da er ja keine Verbindung mehr
um Bundesleben hat. Dann kam er auf den Bundestag
zu sprechen. Er schloß seine Ausführungen mit dem Ruf:
„Auf nach Großrosseln zum Bundestag!“ Dr. Bongard
imriß mit warmen Worten unsere Kulturarbeit, die ge—
rade in unseren Tagen besonders notwendig, aber auch
ussichtsreich sei. Es folgten noch eine Reihe vortrefflicher
Lhordarbietungen. Den Beschluß machte Dr. Steffens mit
zegeistertem Aufruf zu fleißiger Mit- und Weiterarbeit.

M.G.V. „Liedertafel“ Saarbrücken 8 brachte unter Lei—
rtung seines Chormeisters Wilhelm Schäfer den Insassen
des Heilig-Geist-Krankenhauses, sowie einem zur Genesung
dort weilsenden Sangesbruder ein Ständchen. Die vorge—
tragenen Chöre fanden den Beifall der Kranken. Sanges—
hruder Sommerkorn begrüßte alle Kranken und wünschte
8 auch im Namen des Vereins eine recht baldige Ge—
gesung.

Gau St. Ingbert.
Acht Gesangvereine von St. Ingbert trafen sich, um
die vor Jahren bestandene Sängervereinigung neu ins
Leben zu rufen. Sangesbruder Andres hieß alle Er—
schienenen herzlich willkommen und gab den Grund der
heutigen Zusammenkunft bekannt. Alle Anwesenden waren
derselben Meinung wie Sangesbruder Andres. Man schritt
zur Neuwahl: 1. Vorsitzender: Marquardt Adolf, Pfälz.
Zängerbund; 2. Vorsitzender: Hoos Fritz, Ges.⸗V. Josefs—
tal; 1. Schriftführer: Andres Johann, Ges.“V. Männer-—
Quartett; 2. Schriftführer: Stock Georg, Ges.⸗“V. Lieder—
kranzt 1. Kassierer: Fördere Aug., Ges.⸗V. Frohsinn;
2. Kassierer: Lindemann, Ges.“V. Lyra; Archivar: Woll
Bernhard, Ges.“V. Männer-Quartett. Vorsitzender Marquardt
dankte vor allem dem Sangesbruder Andres für seine
Treue, die er bis zum heutigen Tage für die Sängerver—
einigung gehalten hat. Er ermahnte alle Anwesenden, für
die Zukunft mit der gleichen Aufopferung und Treue der
Sängervereinigung zur Seite zu stehen. Als weiterer Punkt
wurde die Denkmalseinweihung erledigt. Die Chormeister
der einzelnen Vereine werden mit der Auswahl der Chöre
betraut. Der Beitrag der angeschlossenen Vereine wuͤrde
auf 3 Fr. pro Monat festgesetzt und wird jeweils in der
Delegiertensitzung durch den Kassierer gehoben. Ferner
wurde der Wunsch geäußert, ein Konzert der Sängerver—
einigung zu veranstalten. Man einiagte sich auf den 8. Mai.

Gau Völklingen.
Die Generalversammlung des Gaues Völklingen zu Geis—
autern stand angesichts der Wirtschaftsnot unter dem Leit—
jedanken der Gemeinschaftsarbeit. Der Vorsitzende Wagner
egrüßte die zahlreich Erschienenen, besonders den Ver—
reter des Bundes, die Dirigenten, die Presse und alle
bertreter der Vereine. Wagner zeichnete in markanten
5trichen ein Bild über den Tiefständ der wirtschaftlichen
dage, wie er sich auch in den Männergesangvereinen geltend
nache und wies einige Wege, auf denen in gemeinsamem
Ringen aufwärtsgeschritten werden könne. Rektor Reinert
gab zunächst Hinweise über das in Aussicht genommene
Wertungssingen der zweiten Gruppe und berichtete dann
n längeren Ausführungen über die Aufgabe des Chor—
eiters im Dienste der Gemeinschaftsidee Der Vortrag
and Anklang und Beifall in der Versammlung, auch herz—
ichen Dank des Vorsitzenden. Akad. Musiklehrer Brandt
interstrich in der nachfolgenden Besprechung einzelnes, er—
zjzänzte und wünschte anderes. Die Verhandlungen waren
timmungsvoll umrahmt von Chören der Sängervereinigung
„Cäcilia-Eintracht“ Geislautern unter der Leitung des
Rektors Reinert. Geschäftsführer Rauchholz gab seiner

Ganu Sulzbachtal.

Die Berichterstattung über das abgelaufene Geschäfts—
iahr der Süngervereinigung von 1877 Zägersfreude zeigte,
daß viel Ersprießliches geleistet wurde, daß aber auch die
virtschaftliche Notlage nicht spurlos an den Gesangvereinen
vorbeigeht. Der Beibehaltung etwa erwerbslos werdender
Zänger muß der Vorstand für die Zukunft seine besondere
Aufmerksamkeit schenken. Die Mitgliederzahl hat sich fast
zgehalten. Die Finanzlage des Vereins ist als eine gesunde
zu bezeichnen. Auf ausdrücklichen Wunsch des alten Vor—
standes wurde ein völlig neuer Vorstand gewählt. Die
Wahl ging rasch und zur Zufriedenheit der anwesenden
Mitglieder vonstatten. Es wurde ein besonderer Musik—
ausschuß und eine Pressestelle eingerichtet. Die fortschritt⸗
lichen Leistungen des Vereins sollen ureigenste Aufgabe
des Musikausschusses sein. Der Presseausschuß hat jede
Belegenheit zum Nutzen der Sängervereinigung wahrzu—
nehmen in Wort und Schrift. Besondere Erwähnung ver—
dient, daß durch die Initiative des äußerst rührigen Chor—
meisters Heinrich Junker ein eigener Schülerchor ins Leben
zgerufen wurde, der anläßlich der Weihnachtsfeier bereits
seine erste Probe mit gutem Erfolg besianden hat. Möge
die nächstjährige Bilanz beweisen, daß die gefaßten Pläne
cestlos in die Tat umgesetzt worden sind. Einen schöneren
Erfolg können wir dem eifrigen Verein an dieser Stelle
nicht wünschen. Vorwärts! Nüfwärts! Nicht zurück!

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