Lustige musfsikalische Ecke.
Hans von Bülow stellte einem fremden Komponisten
die zwei ersten Sängerinnen des von ihm als Hofkapell—
meister geleiseten Hoftheaters, die sich durch vorzügliche
Stimmen, aber auch durch eine ungewöhnliche und impo—
sante Körperfülle auszeichneten, mit folgenden wohlakzen—
tuierten Worten vor: „Unsere beiden Prima-Tonnen Frau
U. und Fräulein B.!“
Unmusikalisch. Ein bekannter ausländischer Pianist war
zur Beg!eitung für eine Sängerin aus der Gesellschaft ver—
pflichtet worden, die zwar viel Geld, aber wenig Stimme
und Gehör hatie. Schließlich war der Künstler ganz ver—
zweifelt, stand auf und sagte in seinem gebrochenen Deutsch.
„Madame, es sein nicht möglich, ich will aufgeben meiner
Position. Ich spiele der schwarzen Tasten, ich spiele der
weißen Tasten, Sie aber immer singen die Ritzen da—
zwischen.“
Vernichtende Kritik. Die Aufführung des Gesangvereins
soll so jämmerlich schlecht gewesen sein!“ — „Und wie! Der
Stadtmägistrat hat ihm sogar die Lustbarkeitssteuer wieder
zurückgegeben!“
Idealer Beweggrund. „Ich trete jetzt einem Gesang—
verein bei, daß duͤs weißt, ich muß meine Wut über dich
mal irgendwie rausschreien können!“
Opfer seines Amtes. „Wollen Sie nicht am Grabe unseres
verstorbenen Mitgliedes sprechen?“
„Weshalb denn gerade ich?“
„Na, Sie sind doch im Vergnügungsausschuß!“
Du armer Sangesbruder! „Nein, wie die Zeit vergeht:
Jetzt bin ich schon 10 Jahre verheiratet. Meine Frau und
ich repräsentieren ein Alter von 70 Jahren. Rat' einmal,
lieber Freund, wie wir uns in diese 70 Jahre teilen?“ —
Nun, deine Frau ist die Sieben — und du bist die Null!“
Ein schmelzender Gesaug. A.: „Nun, wie war das
Konzert des Gesangvereins? Singen sie wirklich so schmel⸗
zend?“ — B.: „Ganz gewiß! Von Lied zu Lied sind die
Zuhörer immer mehr zusammengeschmolzen.“
Die Wahrheit. „Sag, Willi, findest du nicht, daß ich
wirklich mit Gefühl singe?“ — „Nee, Heinrich, wenn du
Gefühl hättest, würdest du überhaupt nicht singen.“
Spruch fürs Sängerheim.
Mein Freund, halt ein — Benimm dich genau,
ein Heim soll's sein, als ob deine Frau
und nicht, bedenke, hier schalte und walte!
eine wüste Schenke! Du kennst deine Alte!
Die vier Stimmen.
Wer rühret die Herzen durch schmelzenden Laut
und hat in die höchsten Höhen gebaut?
Wer schmettert gewaltig im wuchtigen Chor?
Das ist der erste, der Heldentenor.
Wer sind die Sänger, die niemals ganz
erreichen des ersten Tenores Glanz?
Sie ragen im Chore selbten hervor:
die Herren vom zweiden, vom Untertenor.
Wer gibt die Wuͤrde dem deutschen Lied,
das mühlos hinauf und herunter er zieht,
liebt Wein, Weib, Gesang ohn' Unterlaß?
Das ist der Ritter vom ersten Baß.
Wer stürzt in der Töne Keller herum
und zähmt den Tenor durch Kontragebrumm?
Ihm schadet nicht Tobak und schäumendes Gas:
das ist der zweite, der sakrische Baß.
Voshaft. Sängerin A.: „Bitte, ich gelte für eine der
ersten Sängerinnen der Welt!“ Sängerin B.: „Das kann
schon stimmen. So alt müfsen Sie ungefähr auch sein!“
Auch ein Standpunkt. „Nun, Fräulein Meta, singen Sie
nicht mehr für die Gefangenen?“ — „Nein, sie habem sich
beschwert, das wäre im Strafgesetzbuch nicht vorgesehen.“
Miͤßverständnis. Konzertsänger (prahsend): „Denken Sie,
in Wien haben sie mir die Pferde ausgespannt!“ Säch—
sischer Kollege: „Ja, das gloob ich gärne! Dort ham se
mir ooch emal die —ES 's Bortmonä und de Uhr
ausgespannt.“
Schwerhörige Szene. Musiklehrer: „Waren Sie ee
wWend im Konzert?“ Schüchternes Fräusein „Herr Pro—
sessor, ich habe das Bett vorgezogen!“ Professor: „Hatten
Zie viele Zuschauer?“ Fräulein errötend: „Ich habe mich
chlafen gelegt, Herr Professor!“ Professor: „War man mit
Ihnen zufrieden?“ Das Fräulein eilte davon.
Das Reklameschild. Um das Jahr 1810 eröffnete ein
Perückenmacher, dessen Gewerbe nicht mehr recht ging, neben
seinem bisherigen Laden eine Leihbibliothek. Vor der
Türe brachte er mit großen goldenen Buchstaben folgendes
Firmenschind an: „Perücken zieren das Haupt und Bücher
den Geist.“
Vernichtende Kritik. Opernsänger Hahn debütiert in
einer Lohengrin-Aufführung. Kritiker Petrus berichtet in
jachlicher Kuͤrze: „Und als der Hahn zum dritten Male
krähte, ging Petrus hinaus und weinte bitterlich!“
Kritik. Auf einer Privatgesellschaft hatte eine Dame län—
gere Zeit am Flügel gespielt. „Möshtest du auch so spielen
und singen wie ich meine Kleine?“ fragte sie das fünfjährige
Töchterchen des Hauses, nachdem sie endlich mit dem Spiel
aufgehört hatte. „Nein!“ kam die unerwartete Antwort
„Und warum nicht?“ „Weil,“ meinte die kleine Beobach—
terin, „ich nicht möchte, daß so schreckliche Sachen über
mich gesprochen werden.“
Auch wahr. Professor (bei der Gesangslehrerprüfung auf
den Kehckopf des Prüflings zeigend: „Wohin komme ich,
5 p da —
Professor!“
Einfalt. Zwei Bauern gingen zum ersten Male in das
Theater an kinem Wintertoge des Jahres 1800. Die Oper
war noch nicht angegangen. So kam es, daß die beiden Be—
sucher der Bühne den Rücken zukehrten und nicht wußten,
wo nun eigentlich etwas zu sehen war. Inzwischen hatte
das Stück begonnen. Plötzlich rief der König auf der Bühne
seinem Gefsocsge zu: „Entfernt euch alle; ich will mit diesem
allein sprechen.“ Die Bauern erheben sich schwerfällig von
ihren Plätzen und schleichen in das Freie. Sie kommen nach
Hause und geben den staunenden Angehörigen eine lange
Schilderung ihres Theaterbesuches. „Aber hernach,“ sagten
sie schließlich, „war ein Herr da, der hatte mit einem
anderen allein zu reden, und da mußten wir fvreilich
naus! . ..“
Kritik. Brahms, ein gefürchteter Kritiber an Werken, die
man ihm vorlegte, bekam eines Tages von einer hoch—
gestellten Persönlichkeit eine Sinfonie zur Begutachtung.
Er las das Werk schnell durch und fragte den Komponisten
später, als er ihn um sein Urteil bat: „Sagen Sie mir
doch, mein Bester, woher beziehen Sie denn Ihr herrliches
Notenpapier.“
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gibts Bruch Bräu an der Saar