Full text : 10.1932-1933 (0010)

Nr. 117

In Sanr⸗Sänger⸗VBunde

A Seite 25

Orchester unter der Leitung von Hans — bleibt
Wenn dann die Programme auf einen noch einheitlicheren
Grundton gestimmt werden, wenn neben dem unbegleiteten
auch der begleitete Männer-, gemischte und Frauenchor in
schöner Abwechselung und im Rahmen des Darstellbaren
und der Zweckbestimmung dieser Nachmittage gepflegt wird,
dann wird sicher der vom Gauvorsitzenden, Sangesbruder
Jaeckel, ausgesprochene Wunsch in Erfüllung gehen, daß
guch die kommenden Konzerte wie das erste bis auf den
letzten Platz besetzt sein mögen. Dann entwickelt sich im
Gau hoffentlich eine feste und treue Gemeinde für eine
Musikbetätigung und ein Musikhören im gehaltvollen, be—
schwingenden, echt musikantischen Frohsinn und in einer
edlen, künstlerisch gehobenen Sangesbrüderlichkeit. Und
wer wollte leugnen, daß uns diese auflockernde und be—
freiende Kraft des Singens und Musizierens gerade heute
nötig ist? Das freudige Echo, das alle Darbietungen bes
dem dichtbesetzten Saale auslösten, läßt auf die Verwirk—
lichung dieses schönen Wunschbildes hoffen.
Hans Bongard.
Auf dem mit Weihnachtsfeier verbundenen 20. Stiftungs
sest des M.G.B. Sängerlust Saarbrücken 3 konnte Vor—
sitzender Steinebach mit warmen Worten Bundesvorsitzenden
Dr. Bongard und Gauvorsitzenden Oberregierungsrat Jaecke!
als werte Gäste begrüßen, außerdem den Halberger Sänger
bund, der mit mehreren Chören die Feststunde verschönte
Unter dem Stabe von Chorleiter Sick wartete der in Auf
wärtsentwicklung begriffene Verein mit Chören von Men—
delssohn, Rinkens, Lendvai, Gal und Geilsdorf auf. Der
Vorsitzende umriß die Geschichte des Vereins, die ihn durch
schwere Krisen geführt hat, der Gauvorsitzende verband
mit seinen Glückwünschen die Ehrung der Sänger Hammer
und Wagner für 40- und 25jährige Aktivität, und Dr.
Bongard gab in beherzigenswerten Worten Anregung zur
Gewinnung der Jugend!
Im überfüllten Gustav-Adolf-Hause beging der Post-⸗
gesangverein Saarbrücken wie alljährlich sein Weihnachts—
kränzchen nach Art einer rechten Familienfeier. Die Ka—
pelle Jack Best leistete zur Umrahmung Vorzügliches. Der
Chor erfreute unter Georg Hitzelbergers Stab mit Glucks
Festgesang und Beethovens Opferlied. Lobenswert war die
Einfügung gemeinsam gesungener einstimmiger Weihnachtss—
lieder“ Im Mittelpunkt stand ein Märchenspiel, an das
namentlich die Damen und Kinder ihr Bestes gesetzt hatten.
Oberpostdirektor Garlich fand warme Worte des Dankes
und der Anerkennung. Ihm schloß sich Bundesschatzmeister
Düren aufs herzlichste an. Gleichzeitig überreichte er einem
Sangesbruder die Ehrennadel für 40jährige Aktivität,
zweien für 25jährige Alktivität.
Mit einer ausgezeichneten Wiedergabe der „Jahres—
zeiten“ von Josef Haydn erwarben sich der Musisverein
Harmonie“ Saarbrücken und der Neunkirchener „Lieder⸗
kranz“ ein Verdienst. Profsessor Skohotil, der dem mächtigen
Chor, seinem wohlgeschulten Orchester und den wohlge—
waählten Solisten Lifa Walter, Hans Jürgen Walter und
Gerharde Buck ein sicherer und feinsiiger Führer war,
sicherte eine mustergültige Aufführung, die erfreulicher—
weise auch wieder der studierenden Jugend durch ent—
sprechende Preisgestaltung zugänglich gemacht war, Man
wurde wieder ganz der Unvergänglichkeit dieses Haydn—
Dratoriums bewußt!

ührende Vorstand wurde einstimmig wiedergewählt. Be—
schlossen wurde, am 12. Februar einen Bunten Abend unter
Mitwirkung hervorragender Kträfte abzuhalten. Den Mit—
gliedern des S..B. und dehen Angehörigen soll der ver
zilligte Eintrittspreis von 2 Fr. gewährt werden. Das
ibgelaufene Geschäftsjahr ergab 52 Gesangsproben, welche
zur Zufriedenheit besucht waren. Veranstältungen fanden
tatt: ein Wohltätigkeitskonzert zum Besten des gnge
sSemeindehauses, ein Herbstkonzert und die Feier des 34
ährigen Stiftungsfestes, sowie etliche Ausflüge und Unter
)altungsabende. An Sterbefällen hat der Verein 3 Sanges—
zrüder zu verzeichnen: Lehrer Albert Arend, Wilhelm
Adelsbusch und Mössinger. Zum Gedenken erhoben sich
die Anwesenden von ihren Sitzen. Mögen alle Sänger im
zeuen Jahre pünktlich und zahlreich die Proben nehan
Mit dem deutschen Sängerspruch klang die Versammlung aus
M.G.V. „Liedertasel-Harmonie“ Saarbrücken-Burbach
beging sein 34. Stistungssest durch ein Herbstkonzert, bei
dem der Chor unter seinem Dirigenten Hans Wagner Kauns
Abschied, Dürrners Sturmbenwworung, Klughardts „Kame—
rad komm“ und Chöre von August Othengraven und Paul
Braener wohlklingend zur Aufführung brächte und freund
lichen Beifall fand

Gau Sulzbachtul.

Ueber das Gruppenwertungssingen der Gaue Sulzbachtal
uind Homburg erstattet der Wertungssachverständige Prof
Berg, Ludwigshafen, Bericht: Im Ganzen gute Durch—
schnittsleistungen. Gute Wahl war fast überall wahrzu—
rehmen. Neuzeitliches Liedgut dürfte mehr berücksichtigt
verden. Da wo es geschah, fehlten zum Teil offenbar die
oermittelnden Zwischenstufen. Tempo, Dynamik und Rhythmil
erschienen zumeist aus dem besonderen Chorcharakter er—
aßt. Die Tongebung in den meisten Fällen zu viel auf
Brustklang bassert. Das gemischte Register (vox mixte)
»leibt anzustreben. In der Lautbildung sind die Doppel—
aute (Diphtonge) im allgemeinen nicht einwandfrei. Mehr—
ach zu enge Tongebung. Falscher Atem zerstörte nicht
elten die „Linie“. Die Direktionsbewegungen der Chor—
eiter nicht zu tief! Auch müssen die Taktfiguren besser
zeobachtet werden. Im Ganzen aber bot das Wertungs—
ingen in Dudweiler das Bild gewissenhafter, strebsamer
Arbeit seitens der Chormeister und pflichteifrigen Mitgehens
der Sängerschaft. gez. W. Berg.
Umrahmt von Chorvorträgen der „Concordia“ Sulzbach
unter Chormeister Preiser hielt der Gau Sulzbachtal unter
deitung des Gauvorsitzenden Baus den Jahresgautag, ab
Vom Bundesvorstand waren Dr. Bongard und Geschäfts—
ührer Rauchholz anwesend. Nach der Begrüßung erstattete
der Vorsitzende Bericht über die letzte Bundesvorstands—
itzung, in der über den Zusammenschluß des Saar-Sänger
zundes mit den Gauen Mosel, Hunsrück und Nahe ver—
zandelt wurde. Ueber den Sland dieser Angelegenheit
zerbreitete sich Bundesgeschästsführer Rauchholz. Nach des
en Darlegungen dürfte sich die Vollziehung des Anschlus—
es noch geraume Zeit hinziehen. Bundesvorsitzender Dr.
zongard beleuchtete den hohen erzieherischen Wert der guten
Chorliteratur überhaupt, insbesondere aber der neuesten
Literatur, wie sie der Leipziger Kammerchor in so muster
gültiger Weise in seinen Konzerten im Saargebiet geboten
jat uünd gab dann wertvolle Richtlinien für die Werbe—
aͤrbeit in den Vereinen, die mehr in intensiver Klein—
arbeit als in großen Reden bestehen muß. Gauchormeister
Meyer, Elversberg, erstattete Bericht über die letzte Sitzung
des Musikausschuffes, die über die neuen Tonsetzergebühren
»erhandelte, welche nunmehr für das laufende Geschäfts—
ahr pro Sänger 0.35 RM. betragen. Dann verbreitete

GBau Saarbrücken-Burbach.
Die Jahresversammlung des M.G.B. Liedertafel⸗-Harmonie
Saarbrucken 5 hätte besser besucht sein können. Nach Be—
fanntgabe der letzten Niederschrift und des Kassenberichtes
wuüurdée dem Vorftande Entlastung erteilt. Der geschäfts—

* d 9 — —6 819 —1* 6VWjeden vedarf!
            
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