Nr. 10 Ic ppphh Saar-Sänger-Bund I Seite 227
Robert hensch.
RMobert Pensch
2 wurde gebo⸗
ren am 25. Ma⸗
1881 in Laa a. d
Thaya in Nieder—
Desterreich. 1891
bis 1894 Zänger—
knabe an der Dom—
lirche St. Stephan
in Wien unter
Domkapellmeister
Gottfr. v. Preyer
Lehrerbildungsan—
stalt in Krems an
der Donau; städt
Lehrer in Wien.
besuchte das Wie
ner Konservato,
rium (bei Profes—
sor Robert Fuch—
und Prof Jose—
Vockner) Ist ir
Wien Ehrenchor
meister des Döb—
linger M G. V.
des „Lichtentaler
M.G.V.“ und des Sängerbundes „Liedestreue“. Betätigt
Jhora
Nus dem Tätigkeitsbericht des Wiener Lehrer-A-cappella—
Chores gehen verschiedene interessante Daten hervor. Der
Chor hat 45 öffentliche Auftreten zu verzeichnen: 30 eigene Kon—
zerte einschließlich der letzten Konzertreise durch Deutschland,
Holland und das Saargebiet, davon 5 Rundfunkübertragungen,
und 15 Mitwirkungen bei Oratorien oder anderen öffentlichen
Veranstaltungen.
Die Auswahl der gesungenen Chöre war groß, weil der
Dirigent des Chores, Regierungsrat Professor Hans Wagner—
Schönkirch, es sich zur Aufgabe gemacht hat, vielversprechende
Fomponisten sozusagen aus der Taufe zu heben und der Oeffent
lichkeit vorzustellen. Dadurch wurden manche Talente bekannt,
deren Werke heute bereits vielfach gesungen werden. Es seien
nur einige davon erwähnt, welche von der Kritik am besten
beurteilt worden sind: Franz Neuhofer, Josef Ed. Ploner, Karl
Friedrich Fischer, Karl Frühling, Leopold Bauer, Rudolf Pehm,
Arthur Johannes Scholz, Robert Keldorfer, Viktor Clariß Cca—
janek, Julius Wachsmann, Josef Lorenz Wenzl, Karl Weigl,
Rudolf Herold und Artur Kanetschneider. Von Paul Hindemith,
dem Führer der jungdeutschen Musiker, veranstaltete der Chor
in Wien zweit Uraufführungen: „Du mußt dir alles geben“
und „Fürst Kraft“.
Von den zahllosen Wiener oder Vereins-Erstaufführungen
wohlbekannter Komponisten seien nur einige genannt, welche
den meisten Anklang gefunden haben: Der leider zu früh ver—
storbene Pommer Walther Moldenhauer mit seinen köstlichen
Volksliedbearbeitungen, von denen 4 unserem Chore gewidmet
sind. Der Madrigalstil, der im Chor besonders gepflegt wurde.
kam wirkungsvoll zum Ausdruck durch: Giacomo Gastoldi,
Thomas Morley, die zärtlichen, leichtbeschwingten Madrigale
von Antonio Scandelli, Andrian Willaert, Johannes Eccard in
der Bearbeitung von Erwin Lendvai, und Wagner-Schönkirch.
Weiter sind da zu nennen: Karl Lafite mit dem derb⸗drolligen
Bauerninenuett „Fröhliche Brüder“, Rainer Winkelmann;
„Schönste Rosemarie“, WagnerSchönkirch: „Trunkene Himmel—
ahrt“ und die Humoreske in Variationenform „Lumpenhochzeit“
Lons) und viele andere. Aber auch die Altmeister in der Chor
literatur sind da zu finden und mit ihren besten Werken ver
treten: Hegar, Lendvai, Kämpf, Reger, Heuberger, Förster,
Kirchl, WagnerEchönkirch, Reiter, Othegraven, eine Galerie
klingender Namen. Der Chor hat ferner bei folgenden Konzerten
mitgewirkt: Händel: Messias, Brahms: Requiem, Mozart: Re—
quiem, Haydun: Schöpfung, Mahler: 2. Symphonie, Mendelssohn:
sich außerdem als Komponist von Kirchenmusikwerken und
Männerchören. Professor h. c. seit 1925.
Im Druck erschien bei Hans Kliment, Wien IX, Wasa—
gasse 4: „Was wir wollen!“ (Worte nach Schillers „Wil—
helm Tell“), Männerchor mit Bläserbegleitung GKlavier).
„An dem Brünnle“, Männerchor mit Tenorsolo, „Dahin“,
Männerchor mit Sovpransolo und Gitarrebegleitung. „Lie—
helei“ (Klaus Groth), Männerchor mit Sopransolo, „Liebes—
ständchen“, Männerchor mit Sopran- und Baritonsolo.
Einige Frauenchöre und gemischte Chöre. Bei M. F. Aich—
walder, Wien Jl, Himmelpsortgasse 23: „Vorarbeit“ und
„In alten grauen Tagen“, Männerchöre nach Worten von
P. K. Rosegger. Bei T. Haslinger, Wien Jl, Tuchlauben 16:
„Viele Träume“, Worte von Robert Hamerling, Männerchor
Professor Robert Peusch,
Wien.
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Wir bitten um geneigten Zuspruch unseres alten ehrbaren Hauses
6beilt.
Walpurgisnacht und bei Werken von Brahms. Bruckner und
hugo Wolf.
Es wurde des öfteren die Frage aufgeworfen, wie es denn
nöglich sei, daß ein Chor in einem Jahre eine solche Riesen—
arbeit bewältigen könne. Die Antwort ist leicht gegeben, doch
richt leicht in die Tat umgesetzt. Es ist klar, daß für iede
döchstleistung bestimmte Vorbedingungen gegeben sein müssen,
ind daß Charakter, Bildung, Beruf und körperliche Verfassung
von Bedeutung sind. Doch darf nicht vergessen werden, daß
auch mit bescheidenen Mitteln und enger gesteckten Grenzen im
Fhorgesang das unmöglich Scheinende möglich gemacht werden
ann, wenn die Begeisterung für die schöne Sache vorhanden
st und von den Sängern beachtet wird, was auch zu den
Slaubenssätzen des Wiener Lehrer-A-cappella-Chores gehört:;
Strengste Disziplin nach innen und nach außen. Absolute Unter—
»rdnung unter den musikalischen und den geschäftsführenden
Leiter und die Satzungen des Vereins. Opfer an Zeit, Verzicht
zuf persönliche Meinung vor höherer Einsicht und nicht zuletzt
sorgfältige Stimmenauswahl sind unerläßlich zur Erreichung
»ines hohen Zieles.
Dies scheinen wohl spartanische Grundsätze, und mancher
vird eine Chorvereinigung, die nach solchen Regeln arbeitet,
mit einigem Unbehagen als eine Art musikalischen „Orden“
»etrachten. Daß dies jedoch der einzige Weg ist, der zur höchst—
möglichen Vollendung führen kann, beweisen die Urteile von
Fachmännern. So sagte der Darmstädter Schulrat Hassinger bei
ziner Konzertbesprechung unter anderem: „... Sie haben uns
gezeigt, wie hinter jeder Leistung die unermüdliche Arbeit steht,
hinter dem genialischen Wurf die Disziplin, hinter dem Großen
ind Vollendeten die Kleinarbeit, das Lernenkönnen und das
dernenwollen . . .“
Der Wiener Lehrer-A-cappella-Chor studiert au den zwei
llebungsabenden jeder Woche nur aus Partituren. Nach einigen
Leseproben, die der Dirigent am, Klavier begleitet, sind die
Sänger verpflichtet, ihren Part bis zu einer bestimmten Zeit
durch Heimstudium auswendig zu beherrschen. Es wäre irrig,
das Auswendigsingen für irgendwelche Künstelei oder artistische
Schaustellung zu halten; der 3weck ergibt sich notwendig aus der
Erkenutnis, daß nur der Chor, welcher durch fast bis zur
Mechanisierung betriebenes Studium Ton und Wort innehat,
mstände ist, dem Dirigenten zu folgen, dessen suggestiven Einfluß
auf sich wirken zu lassen und zu klingen wie ein Instrument
inter den spielenden Händen des Meisters. Der Chor, der