Nr. 10 sppprt Ull Saar-Sänger-VBund uuh Seite 224
Robert Reldorfer.
7) !s einziger
A Sohn Viktor
zeldorfers wurde
ich am 10. 8. 1901
in Wien geboren.
Bereits im Alter
von fünf Jahren
wurde ich auf dem
Kirchenchor, den
mein Vater lei—
tete, in die Reihe
der Soprane auf—
genommen. Zur
gleichen Zeit er—
hielt ich meinen
ersten Unterricht
im Klavierspiel,
später im Violin—
und Orge'spiel.
Neben der Mittel—
schule besuchte ich
die Wiener Aka—
demie für Musik
und darstellende
Kunst mit dem
Hauptfache Klavier
(Professor Josef Hofmann, Professor Karl Prohaska).
Das Maturitätsjahr 1919 stellte mich vor die end—
gültige Berufswahl. Ich entschied mich angesichts der
trüben wirtschaftlichen Verhältnisse dieses Nachkriegs—
jahres zum technischen Studium und inskribierte auf
der Technischen Hochschule in Wien das Fach „Elektro—
technik“, das mich allerdings nie glücklich machen sollte.
Gleichzeitig aber arbeitete ich rastlos weiter an meiner
musikalischen Ausbildung. Kaum hatte ich denn auch das
Ingenieur-Diplom in der Tasche, wandte ich mich also—
gleich wieder meinem eigentlichen, inneren Berufe, der
Musik, zu; absolvierte die Wiener Musikakademie in Kom—
position (Pros. Max Springer, Prof. Dr. Richard Stöhr,
Prof. K. Frotzler, Prof. Alexander Wunderer) und legte die
österreichische Musikstaatsprüfung für Klavier ab. Einstweilen
aber war ich schon seit Jahren ausübend musikalisch tätig:
bereits mit fünfzehn Jahren übernahm ich, nachdem ich auf
dem Kirchenchor schon vorher vom Sopran zur 2. Geige
und später zur Pauke übersiedelt war, das wuürdevolle Amt
eines Organisten. 1922 wurde ich Korrepetitor, Konzert—
begleiter und Organist des größten Männerchores auf
Wiener Boden, des „Wiener Schubertbundes“. Als dieser
hatte ich auch die seltene Freude, eines der wenigen von
Anton Bruckner hinterlassenen Orgelwerke zur konzertanten
Uraufführung zu bringen.
Rar
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Heboren am 24. Oktober
B1865 in Jamnitz in
Mähren. Ab 1877 in Wien
vo er neben dem Realschul
studium das Konservato—
rium der Gesellschaft der
Musikfreunde als Schüler
Anton Bruckners und Franz
trems mit vorzüglichem
Erfolge absolvierte. Tä—
tigkeit als Dirigent
alles in Wien): 1891-98
Thormeister der Wiener
Singakademie, 1898- 99
Artistischer Leiter der Wie—
ner Singakademie, 1894
bis 1931 Chormeister des
Leopoldstädter Männerge—
fangvereins, 1898 bis jetzt
Chordirektor an der Basi—
lifae zu Maria Treu in
Das Jahr 1925 führte mich nun fort von meiner Vater—
tadt; nach Bielitz (ehemals österreichisches Schlesien, damals
hereits Polen), woselbst ich als Musikdirektor und Chor—
neister des ältesten Altösterreichischen Männerchores, des
Bielitz- Bialaer Männergesangvereins“, durch bolle funj
Fahre hindurch wirkte uünd daselbst auch unter anderem
die Bielitze Biglager Madrigalvereinigung gründete. Mehr—
nals wurde ich von dort in meine Vaterstädt als Gastdiri—
zgent von den verschiedensten Vereinigungen berufen, so
14. a. 1929 zur Aufführung von Beethovens IX. Sinfonie
m großen Musikvereinssaal in Wien.
1930 tehrte ich wieder in meine österreichische Hei
mat zurück, als Musitdirektor des Linzer Musikvereins
Mit besonderer Freude solgte ich dieser ehrenvöllen Be—
zusung in die Brucknerstadt, die sich in res musicalibus
»urch das vorbildliche Wirten meines Vorgängers, des gro
zen Brucknerapostels August Göllerich, weit über die Greu—
en Oesterreichs einen wohltlingenden Namen zu verschaffen
vußte. Als Dirigent der Orchesterkonzerte und Direktor de—
Bruckner-Konservatoriums“ mit seinen fast vierhundert
-zchülern, habe ich in künstlerischer und pädagogischer Hin—
icht ein äußerst weitverzweigtes und dantbares Arbeitsfeld
—DDDDVV
einen gemischten Chor in dessen Chor—- und Sratorien—
onzerten. Seit einem Jahre wurde mir auch die musika—
ische Leitung der allmonatlich im Landestheater siatt—
indenden Operngastspiele übertragen.
Meine kompositorische Tätigkeit endlich, die sich
auf so manche Gebiete musikalischer Ausdrucksformen er—
treckt — Lieder⸗Chorwerke, Missa brevis für zweistimmigen
jemischten Chor, Soli, Geigen, Celli, Pauken und Orgel—
dammerlieder (GBreitkopf), Streichquartett (Breittkopf), Or—
jelwerke, Orchesterwerke, Konzert für Horn und Kammer—
orchester, eine eben der Vollendung entgegengehende Oper
— ist in nachsolgenden Werken der Männerchorkomposition
zewidmet: „Hymnus“ (Chor der Erzengel aus Goethes
Faust J.), Maännerchor mit Solis, Orgel, Blech, Harfe und
Schlagwerk (Manuskript im Besitz des Wiener Schubert—
»undes), „Klage“ (Eichendorff) Männerchor à Lappella,
dug, Leipzig, „Sonntagsseele“ (Lulu v. Strauß und Tor
tey), Männerchor a cappella, Eulenburg, Leipzig, „Mut—
er“ (Heinz Tovote), Männerchor à cappella mit Altsolo,
hochstein, Heidelberg, „Die Madonna von Abbazia“ (Maxim
hartwich), Männerchor à cappella mit Tenorsolo, Hoch—
tein, Heidelberg, „Wir tauchten aus dem Strom“ (Walter
Calé), 6stimmiger Männerchor a dappella, Hochstein, Hei—
delberg, „Auferstehung“ (Cäsar Fleischlen), Sinfonisches
Chorwerk für Männerchor, Knabenchor (ad lih), großes
Orchester und Orgel (ad lib.), Karl Haslinger, Wien.
Musikdirektor Inbevt Keldorfer,
inz.
ij
hricch.
Wien, 1910 bis jetzt Chormeister des Gesangvereins öster
eichischer Eisenbahnbeamter in Wien, 1920 bis jetzt Bundes—
hormeister des Ostmärkischen Sängerbundes, 1925 bis jetzt
Chormeister des Lehrerinnen-Damenchors in Wien.
Tätigkeit als Komponist: 2 Opern, 1 Sinfonie,
Ztücke für verschiedene Instrumente, zahlreiche Lieder,
Kirchenmusik (darunter eine große Messe) und Chorwerke für
Gemischten, Männer- und Frauenchoör. Von den Chor—
verken — im ganzen bis jetzt 116 op. — wurden preis—
jekrönt: „Wintersonnenwende“, Gemischter Chor mit Or—
hester, mit dem 1. Preis Kaiser Franz Josefs J. beim
Zteiermärkischen Musikfest in Graz 1907. Die Männer—
höre: „Reiters Abschied“ und „Röselein, wann blühst du
ruuf“ durch den Elsaß-Lothringischen Sängerbund und
„Rheinlied“ durch den Speyergau-Sängerbund. 1925: Ver—
leihung des Professortitels durch den Bundespräsidenten der
Republik Oesterreich. 1925: Verleihung (ehrenhalber) des
Bürgerrechtes der Stadt Wien. 1930: Verleihung des Gol—
denen Ehrenzeichens der Republik Oesterreich. Ehrenmit—
nitglied zahlreicher Vereine.