Nr. 9 III Illl Saar⸗Säuger⸗Bund III Seite 203
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Zeitschrift für Musit, gegr. 1834 von Robert Schumann,
Monatsschrift für eine geistige Erneuerung der deutschen
Musik, Preis vierteljährlich 3,660 M., Einzelheft 1,35 M.
Verlag Gustav Bosse, Regensburg. Die soeben erschienene
ausgezeichnete Novembernummer der 8.f. M. beschäftigt sich
anläßlich des 20. Jubiläums des St. Michageliskirchenchors
zu Hamburg und seines Dirigenten Prof. Alfred Sittard
in Bild, Wort und Notenbeispiel, namentlich durch einen
Aussatz von Prof. Dr. Ferdinand Pfohl, mit diesem be—
deutsamen künstlerischen Ereignis. Prof. Dr. Karl Hasse
berichtet über das 8. deutsche Regerfest in Baden-Baden,
Dr. Wilhelm Zentner würdigt Friedrich Klose zu dessen
70. Geburtstag. Prof. Dr. Pfohl plaudert, wie er Musik—
kritiker wurde, Prof. Dr. Hans Joachim Moser erörter!
die deutsche Schulmusikbewegung. Dr. Alf Nestmann schreibt
über die Auferstehung des Klaviers. August Stradel biete!
Erinnerungen an Anton Bruckner. Erste Fachautoren be—
richten über Berliner, Rheinische, Wiener Musik und über
Musik und Musiker, über Oper, Konzert, Schul- und Kirchen—
mufsik, Rundfunk und Neuerscheinungen. Es ist unerläß—
lich. daß unsere Chormeister und gebildeten Sänger sich
durch eine solche sach- und fachkundige Monatsschrift über
alle Vorgänge aus dem Musikleben fortlaufend unter—
richtet halten. Ihnen sei die Z. f. M., die ebenso entschieden
die Meisterwerke der Vergangenheit schützt, wie sie tapfer
und verständnisvoll für das gute Neue eintritt, aufs
wärmste empfohlen.
Erich Retzlaff: Die von der Scholle. 56 photographische Bild—
nisse bodenständiger Menschen. Mit einem Geleitwort von Hans
Friedrich Blunck. (Deutsche Menschen 1. Folge.) Erich Retzlaff:
Menschen am Werk. 56 photographische Bildnisse aus deutschen
Industriestädten. Mit einem Geleitwort von Heinrich Lersch
Deutsche Menschen 2. Folge.) Göttingen 1931. Verlag der
Deuerlichschen Buchhandlung. Kart. 8,80 RM.
Ein junger Meister der Lichtbildkunst, Erich Retzlaff aus
Düsseldorf, hat uns einen Bildband geschenkt, der so stark aus
dem Rahmen der landläufigen photographischen Bildwiedergaben
ausrget daß sich eine besondere Beschäftigung damit ver—
ohnt. Monatelang ist er durch die Lande gezogen, um das
deutsche Landvolk zu studieren. Dieser Bildband zeigt uns
eine Auswahl des Schönsten, was er da geschaut: Friesische
Fischer, herrliche kantige Charakterköpfe, Bauern aus der Marsck
und der Lünneburger Heide, aus Mittel- und Süddeutschland,
ländliche Gewerbetreibende — wer würde nicht ergriffen anhalter
bei den Bildern jenes 84jährigen Müllers aus der Schwalm
einem selten schönen Patriarchenkopf, — und dazwischen Frauen
und Kinder, Kinder voll lachender Lebenslust und andere voll
stiller Besinnlichkeit So geht es Seite um Seite, ein Quer—
schnitt durch unsere deutsche Landbevölkerung, von Künstler—
hand gezogen. — Ich habe schon manche Stunde vor diesen
wundervollen Bildern gesessen, sie immer wieder zur Hand
genommen und habe immer neue Schönheiten darin entdeckt.
Denn das ist das Besondere daran: bei aller fortgeschrittensten
photographischen Technik wohnt den Bildern eine schlichte Echt—
heit inne. Mit einem oft genialen künstlerischen Blick weiß
Retzlaff die Menschen so auf die Platte zu bannen, daß
gerade das Wesentliche, das menschlich Echte in ganz un—
nachahmlicher Weise festgehalten wird. Jedes einzelne Gesicht
läßt uns ein Stück von der Lebensgeschichte ahnen und ver—
stehn, die es gerade so und nicht anders geformt hat. Und
jedes Bild ist zugleich eine künstlerische Meisterleistung, die auch
rein ästhetisch einen vollendeten Genuß bietet.
Die bei dem Bauernband „Die von der Scholle“ heraus—
gehobene künstlerische Besonderheit und starke Lebensechtheit
besteht in gleich überragender Weise bei dem anderen Bildband
Erich Retzlaffs: Arbeiter. Ging es ihm dort besonders darum,
den bodenständigen Menschen, wie er durch die natürlichen
Lebensbedingungen der Landschaft, des Bodens und der Familien
geformt wurde, zu zeigen, so führt er uns in diesem Bande
in die Industriestädke des Westens, in denen Menschen aller
deutschen Stämme zufammengeströmt sind, und zeigt uns den
Arbeiter, wie er ist: vom standesbewußten meist noch mehr
bürgerlichen Facharbeiter bis zum hoffnungslosen ungelernten
Industriecarbeiter. Außerordentlich verschiedenartige Menschen- und
Berufstypen, die meist unmittelbar bei der Arbeit photographiert
sfind, ziehen da in Bildern an uns vorüber, jiedes Bild ein
Funstwerk für sich, jedes ein Stück Lebensgeschichte und einse
uingeschminkte Charakterschilderung. Es würde fast eine Ungerech—
igkeit bedeuten, wolslte man ein einzelnes daraus hervorhehbeß
zErisch Retzlaff, Bauer aus der schwäbischen Alb.
Man könnte stundenlang vor den Bildern sitzen, ohne zu er
müden, und wird das nächste Mal, wenn man das Buch wieder
zur Hand nimmt, wieder neue Schönheiten entdecken. G. B.
Sprachenpflege. Le Traducteur, französisch-deutsches
Sprachlehr- und Unterhaltungsblatt. Nach wie vor sei die
anregende Art, sich in der französischen Sprache mit Hilfe
dieses Blattes zu üben und zu vervollkommnen, bestens
empfohlen. Proͤbeheft kostenlös durch den Verlag des
Traducteur in La Chaux-de-Fonds (Schweiz).
Der Verlag der Sächsischen Sängerbundeszeitung hat ein
Sonderheft über das 11. Deutsche Sängerbundesfest heraus—
gegeben, unter dem Titel „Unser Sächsischer Sängerbund
beim 11. Deutschen Sängerbundesfest in Frankfurt a. M.“.
Wenn auch hauptsächlich die Teilnahme der Sachsen in
Wort und reichem Bildmaterial (70 Bilder) behandelt ist.
so hat dieses Sonderheft wegen seines wertvollen Inhaltes
auch für alle Nichtsachsen, die in —— waren, be—
sonderes Interesse. Es ist zu beziehen zum Preis von
30 Pfennig duzuglie Porto vom Verlag J. Bohn & Sohn,
Leipzig We 33, Karl-Heine-Straße 112.
Die Gegenwart im „Großen Meyer“. Wer sich ein Lexikon
richt nur als Schrankzierde, sondern zur täglichen Benutzung
anschafft, brauch zweierlei: ein Werk, das einerseits von
A-Z vollständig vorliegt, und das andererseits ganz
auf der Höhe der t steht. Es liegt in der Natur
der Sache, daß man selten beide Voraussetzungen in einem
Werk vereint findet, denn das Erscheinen der großen Nach