Full text : 10.1932-1933 (0010)

Seite 202 In
an Professor Berg aus Ludwigshafen, Musikdirektor Bed
aus Homburg als Wertungsrichter, sowie an die Bundes—
vorstandsmitglieder Bongard, Stein und Düren. Er legte
in kurzen Zügen den Zweck der Wertungssingen dar. Es
gelte nicht, festzustellen, ob der eine oder andere Verein
einen Punkt mehr oder weniger erreicht hat, denn diese
Arbeit läßt sich nicht mit der Elle messen, sondern Zweck
der Veranstaltung sei, gegenseitig durch Hören voneinander
zu lernen. Aufgabe der Gesangvereine sei es, über das
Technische hinweg tiefer in den Geist der Komposition ein—
zudringen. Das reichhaltige Programm wurde reibungs—
los abgewickelt, und die sein ausgearbeiteten Chöre und
Volkslisder lösten bei den Zuhörern großen Beifall aus.
Zum 2 fand auch Professor Berg anerkennende Worte
für die präsentierten guten Leistungen, und er glaubte be—
haupten zu dürfen, daß es dort, wo das deutsche Lied mit
solchem Ernst und solcher Hingabe gepflegt würde, kein
Bangen um das echte Deutschtum geben könne. Mit dem
ere Absingen des Deutschen Sängergrußes war
as offizielle Programm erledigt, und es wurde daran
anschließend die Kritik von dem Wertungssachverständigen
Musikdirektor Beck gegeben, der aus dem reichen Schaätze
seiner Chormeisterersahrung den Chorleitern ein guter Be—
rater und Wegweiser war. Auch der anwesende Bundes—
vorsitzende Dr. Bongard ließ es sich nicht nehmen, dankend
zu allen denjenigen zu sprechen, die es durch große Opfer
ermöglicht haben, die Durchführung der Veranstaltung zu
ermöglichen, und er legte dann allen mahnend ans Herz,
auch in der Folge durch die Pflege der Kunst fruchtbrin—
gende Kulturarbeit zu leisten. Erst dort, wo es gelungen
sei, Form und Inhalt in ein absolut kongruentes Ver—
hältnis zu bringen, sei der von allen Vereinen anzubah—
nende, allein richtige Weg, der Weg zur Kunst beschritten
Die Vortragsfolge war:
———
ITmneiddeeeeeeeeeeee
b) Jãägerlied ..
?. Sangeslust Hostenbach, 32 Sänger (GBastian)
a) Dem Ziele zuuuu...—
b) Der Schweizer 2
3. M. G.V. Schaffhausen, 40 Sänger (Goergen)
a) Über den Feldweg ID/ Foerstar
b) Es wollt' ein Jägerlein jageeeee.. Walter Rein
Augusta- Sangeslust Fürstenhausen, 50 Sänger (Edinger)
a) Lebenslieee... 8ugo Kaun
b) Im schönsten Wiesengrundeee. RKarl Kampf
Heiterkeit Püttlingen, 49 Sänger (Speicher)
a) Der Zug des Todesess.... .... .W. Rötter
b) Es steht ein Lind' in jenem Taiili.. . . Karl Kern
3. Verein z. Pflege d. deutschen Volksl. Hosten? ch 64 Sänger (Gerber)
a) Bekenntnis .. 8ans Heinrichs
b) Der Kuckuck ist ein lieber Maemnmn.. Jos. Dantonello
Cãacilia⸗Eintracht Geislautern, 660 Sänger (Reinert)
a) Mahnung .. BW. v. Baußnern
b) Wenn alle Brunnlein fließhen. P. Graener
3. Konkordia Lauterbach, 40 Sänger (Vallerius)
a) Uraltes Lie.. Hugo Kaun
b) Vergebliche Jad. Alfr. Milarch
J. Fidelio Püttlingen, 588 Sänger (Wolf)
a) Lindenschmied 8 Walter Rein
b) Deutscher Taczrzñßßßß Erwin Lendvai
10. Saargold Geislautern, 35 Sänger (Keller)
a) Wer geht mit? 8 . .. A. vy. Othegraven
b) Schwefelholzle . .. Walter Rein
11. Eintracht Harmonie Großrosseln, 50 Sänger (Klaus)
a) Romanze.. . : .Ernst Heuser
b) Wer geht mit? A. v. Othegraven
Eine weihevolle Gedächtnisstunde widmete M.G. VB. Flora⸗—
Sangeslust Bölklingen seinem 82jährig verstorbenen Ehren—
mitglied Ludwig Reichert im würdig ausgestatteten, mit
seinem umflorten Bildnis gezierten, Völklinger Hof“. Der
Chor ergriff alle Herzen, als er unter Stabführung von
Gustav Ballhaus Haßlers „Agnus Dei“ und Lendvais, Vom
Menschen“ zum Klingen brachte. Kapellmeister Pfanner
unterstrich die Weihe der Stunde mit dem Largo aus der
Beethoven-Sonate op. 10 und dem Trauermarsch aus Beet—
hovens As-Dur-Sonate op. 26. Die Gedächtnisrede hielt
für Bund, Gau und Verein Bundesschriftführer Stein, der
den ganzen inwendigen Reichtum dieses gesegneten Sänger—
lebens ins Licht rückte und im Tode dieses kreuen Sänger
veteranen, den auch der Bund durch Verleihung der Ehren—
mitgliedschaft ausgezeichnet hat, einen Appell an die Le—
benden zu gleicher Hingabe an das Gute, Edle und Schöne
erblickte. Seinen von Dank und Ehrerbietung erfüllten
Ausführungen folgte die Trauerversammlung mit sicht—
licher und teilnahmsvoller Ergriffenheit!

Anhh Saar⸗Sänger-Bund u ee 5Jfüh Nr. 8
M.G.B. Flora-Sangeslust Völklingen blickt auf ein gut
desuchtes, sorgsam vorbereitetes und trefflich durchgeführtes
derbstkonzert zurück. Aus der Vortragsfolge neunen wir:
Ddas Türmerlied von Geilsdorf, Ueber den Feldweg von
Foerster, Der unerbittliche Hauptmann von Moldenhauer
Die chorxischen Darbietungen zeigten gepflegte Aussprache,
varme Dynamik und seelisches Erfassen. Chormeister Gustav
Ballhaus zeigte wie immer sichere Stabführung. Als Solist
var Willi Lorscheider gewonnen, den Ria Buͤrger diskret
degleitete. Er sang sich mit Liedern von Schuͤbert und
Wolf bald in alle Herzen hinein. Sein Vortrag hat ge—
vissenhafte Deklamation, edlses Maß in der Dynamik und
dezeugt tiefes Empfinden. Chor und Solist mußten sich in
den reichen Beifall der Zuhörer, die auf Zuͤgaben be—
tanden, teilen.
Gau Warndt.

Der Gautag des Warndtgaues in Emmersmeiler hatte
olgenden Verlauf: J. Begrüßungslied durch den M.G.V.
Frohsinn Emmersweiler, der deutsche Sängergruß und der
Votenzug, dann Eröffnung durch den 1. Vorsitzenden Peter
Berwanger. Es erfolgte dann Verlesen der Anwesenheits
iste, bei welcher festgestellt wurde, daß Vertreter von dre
Lereinen fehlten. 2. Gauliedertag: Der nächste Gaulieder
ag findet am 5. März im evangel. Vereinshaus, Sitz des
M.G.V. 1926 in Ludweiler statt. Anfang um 3 Uhr nach—
nittags. Es sollen entweder 2 Volkslieder oder 1 Volks
ied und ein Chor gesungen werden. Das Liedgut muß bis
12. Februar beim Gauvorstand angegeben werden. Aende—
ungen des Programms werden naächträglich nicht mehr
zuugelassen. Die Reihenfolge des Singens wurde durch
dos bestimmt: 1. M.G. V. Frohsinn Emmersweiler; 2. M. G. W
Frohsinn Lauterbach; 3. Kath. Kirchenchor Lauterbach;
4. M.G. B. Euterpe Großrosseln; 5. Sängervereinigung
Eintracht-Harmonie Großrosseln; 6. M.G.V. 1926 Lud
weiler; 7. M.G. V. Liederkranz St. Nikolaus; 8. M.G.V.
Concordia Lauterbach. Der Eintritt an dem Liedertag isl
wie folgt festgesetzt: Sänger bezahlen 1 Franken, Nicht—
sänger 2 Franken, Nichtmitglieder 3 Franken, arbeitslose
Zänger haben freien Eintritt. 3. Chorleiterschule des
Bundes: Nach Rücksprache mit dem Gauchormeister Bechtel,
welcher dienstlich anderweitig verpflichtet ist, soll von den
beiden Herren, die sich gemeldet hatten, Lehrer Schmitt,
Emmersweiler, als erster den Kurfus mitmachen. 4. Es
vurde auf das Werbe- und Freikonzert der Sängerver—
einigung Eintracht-Harmonie hingewiesen, welches abends
in der Warndtburg in Großrosseln stattfindet. Nuch wurde
der schlechte Fahnenbesuch bei dem stattgefundenen deutschen
Sängerbundesfeste gerügt, es wurde den einzelnen Vereinen
besonders empfohlen, jetzt schon eine Reise-Sparkasse für
das Deutsche Sängerbundesfest 1937 in Leipzig anzu—
legen. Sch.
Gau Wadgassen.
Auf hohem künstlerischem Niveau stand das Jubiläums—
Konzert, das M.G.VB. Concordia Bous unter seinem be—
währten Chormeister Gustav Ballhaus zu seinem 30. Stif—
tungsfest vor vollbesetztem Hause veranstaltete. Das Pro—
gramm brachte Kunstchöre von Geilsdorf, Neumann, Molden—
hauer und Haas, Volksliedsätze von Isaac, Neubauer, Silcher
und Zöllner und im dritten Teil heitere Lieder von Neu—
nann, Wagner-Schönkirch, Weichselgärtner und Hansen in
orgfältiger Durchfeilung und gepflegtem Chorklang Bundes—
chriftführer Stein verband mit herzlichen Glückwünschen
des Bundes begeisternde Ausführungen über die Kultur—
mission unserer Bundesvereine.
Von dem Verein zur Pflege des deutschen Volksliedes
dostenbach wurde in Gemeinschaft mit dem Orchesterverein
zin gut besuchtes Konzert veranstaltet. Sänger und Musiker
entledigten sich ihrer Aufgaben nach besten Können. Der
eiche Beifall wird Musiker und Sänger anspornen, unter
hren Dirigenten tüchtig weiter zu arbeiten. Fast nur neu
‚eitliche Komponisten kamen zur Geltung: Lendvai, Molden
zauer, Hans Heinrichs, Dantonello, Verheyen, Othegraven,
Wohlgemuth, Wildt und Walter Lange. Wieviel Erzieher—
arbeit noch zu leisten ist, bewies der starke Beifall. den
das gänzlich bedeutungslose „Matrosengrab“ von Sonnet
and. Es ist volkserzieherische Aufgabe bewußt arbeitender
Bundesvereine, nach und nach Ohr und Herzen zu er
chließen für die gesunde, herbe Sprache Zeitgenöfsischen
sttomponisten. Hier ist ein verheißungsvoller Anfang gemacht
            
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