Full text : 10.1932-1933 (0010)

Nr. 9 Iy
November eröffnet. Nur wer regelmäßig an allen Stunden
teilnimmt, hat Anspruch auf Fahrtvergütung. In bezug auf das
Wertungssingen wurde beschlossen, daß jeder Verein daran
teilnehmen muß. Dem Sänger Michel Gall von der Sänger—
vereinigung Buprich wurde zum 70. Geburtstag ein dreifaches
Hoch dargebracht. Er ist 50 Jahre Sänger und besucht noch
regelmäßig alle Proben. Vorsitzender Ewen sprach ihm seinen
herzlichsten Dank aus: möge es ihm vergönnt sein, noch recht
viele Jahre als treuer Sänger an der guten Sache mitzu—
wirken! Mit stürmischem Beifall wurden diese Worte begrüßt.

ill Saar⸗Sänger⸗Bundel Aph Seite 199
Im Rahmen eines Badisch-Pfälzisch-Saarländischen Sänger—
heimatabends unternahm der Saarbrücker Lehrer-Gesangverein
eine Sängerfahrt nach Karlsruhe. Zum ersten Male seit seinem
fiebenjährigen Bestehen rüstete der Verein zu einer Konzert—
ceise. In froher Stimmung durch prächtiges Herbstwetter ging's
im Sonderzug durch die reizvolle Pfälzer Berglandschaft über
den Rhein. In Karlsruhe betreuten uns Mitglieder des dortigen
Lehrer-Gesangvereins. Abends begrüßte Oberbürgermeister Dr.
Finter im festlichen Bürgersaale des Rathauses die auswärtigen
Häste, den M.G.V. „Frohsinn“ Speyer, den Gesangverein der
Badischen Anilin- und Sodafabrik Ludwigshafen und den Saar—
brücker Lehrer-Gesangverein und überreichte jedem Verein als
FErinnerungszeichen ein Bild der Stadt. Schulrat Schneider daukt—

Gau 5sanurebrücken.

Den künstlerischen Rahmen für den vom Gauvorsitzenden Ober—
cegierungsrat Jaeckel geleiteten Gautag des Gaues Saarbrücken
gab der Katholische Männergesangverein Saarbrücken 1 mit
seinem Frauenchor. Unter Nodermanns Leitung wurden „Lands⸗
knechtsständchen“ von Orlando di Lasso, „Brauns Maidle“
von Kircht im Männerchor eindrucksvoll wiedergegeben. Auch
die Chöre des gemischten Chores „Morgenlied“ von Mendels—
sohn, „Wach auf“ aus den Meistersingern fanden dankbaren
Beifall. Der Vertreter des Bundes, Stein, gab durch seine
Ausführungen, musikalische und organisatorische Anregungen dem
Abend eine besondere Note. Durch einstimmigen Beschluß der
Tagung wurde dem Ehrenvorsitzenden des Gaues, Klaus Goebel,
die Ehrenmitgliedschaft entzogen. Ohne Widerspruch erfolgte die
Aufnahme des „Saarquartettes“ (CLeitung: Robert Carl) in
den Gau. Durch einige vorzüglich wiedergegebene Madrigale
dankte es der Tagung. Zum Werlungssingen in Fischbach wurden
die Einzelheiten festgelegt. Der Gau beschloß, den beteiligten
Vereinen 50 Prozent der Fahrtunkosten aus der Gaukasse zu
erstatten, um so auch den arbeitslosen Sangesbrüdern die
Teilnahme zu ermöglichen. Man nahm mit großem Interesse
die Ausführungen über das Deutsche Sängerbundesfest in Frank
furt entgegen, um aber Klage zu erheben über die leider
mangelhafte Beteiligung des SaarSänger-Bundes. Man merkte
den Angeheuerlichen Eindruck dieser Riesenkundgebung. Vereine
legt jeßt schon Reisekassen an zum Feste 1937 in Leipzig!
Eine lebhafte Aussprache erzielten die vom 2. Gauchormeister
Gilessen gemachten Ausführungen über die Wiedereinführung
sogenannter Gaukonzerte, die auch den kleineren Vereinen die
Möglichkeit geben sollen, ohne finanzielles Risiko in großen
öffentlichen Konzerten aufzutreten. Die Pläne, bis ins kleinste
ausgearbeitet, fanden dankbare Aufnahme. Hoffentlich bringen
unsere Gauvereine den Geist auf, diesen großzügigen Plan
auch zur Durchführung zu bringen. Nachdem die Tagung dem
Andenken des verstorbenen Geh Rats Hammerschmidt die ge—
— Ehrung erwies, schloß sie mit dem „Deutschen Sänger—
gru 2
Außerordentlichen Zuspruchs erfreute sich das Wertungssingen
der Gaue Saarbrücken und Fischbachtal in Fischbach, das von
Fauvorsitzenden Huwer und dem Präsidenten des M.G.V
Flora“ Fischbach mit warmen Worten eingeleitet und von
genanntem Verein unter dem Stabe seines Chormeisters akad
Musiklehrer Schrimpf mit den weihevollen Kläugen des „Agnus
Dei“ Hans Leo Haßlers eröffnet und mit Mendelssohns lebens—
frohem ‚Türkischen Schenkenlied“ würdig beschlossen wurde. Außer
den beteiligten Gauvorständen nahmen der Bundesvoriitzende,
der Bundesschriftführer und der Bundesschatzmeister an dem
Wertungssfingen, das Musikdirektor Ott aus Zweibrücken als
Sachverftändiger abnahm, teil. Die Vortragsfolge lautete:
1. G.V. Germania 1853 Saarbrücen J (Treitz) Saar · Heimatklänge von W. Koehn
Saarschiffer von F. Jung
2. M.Quartett ⸗Verein 1919Saarbrücken (Jungfleisch Abschied von H. Kaun
Muß i denn zum Städtl v. Silcher
3. G.⸗V. Flora Heiligenwald (Meiser) Die Nachtigall von Vignau
Holdes Mariechen von J. Reiter
4. M.G.V. 1865 St. Arnual GBastian) dem Ziele zu von N. Kaun
In einem kühlen Grunde
5. M.G.⸗V. Konkordia Merchweiler (Meiser) Froher Besitz von Graener
bBeidenröslein von W. Nagel
6. Euphonia Saarbrücken 2 CLorscheider) Tuürmerlied von Geilsdorf
b) Es ritt ein Jager wohlgemut, W. Rein
7. Eisenbahn⸗Sangerchor 1908 Saarbrücken (Rasgon) a In den Alpen von W. Hegar
b Muß i denn zum Städtl v. Silcher
8. Mannerchor e. V. Saarbrücken (Schrimps) a) Wegworte von Kaun
b) Mein Madel hat einen Rosenmund
von Moldenhauer
Musikdirektor Ott, der sich zuerst vor der gesamten Sänger—
schaft über den Geist echter Kunst aussprach, gab hernach den
einzelnen Chorleitern Urteil und Weisung und sstellte als beste
Leistung die des M.G.V. „Euphonia“ Saarbrücken heraus
Bundesvorsitzender Dr. Bongard sprach allen Dank und An—
erkennung aus, die dieses Wertungssingen so trefflich vorbereite
und durchgeführt haben.

Saarbrücker Lehrer⸗Gesangverein in Karlsruhe. pbot. Thomme⸗

im Namen aller und schenkte als Gegengabe das Buch „Schöne
Saarheimat“ von Wentz. Zu einer eindrucksvollen Kundgebung
gestaliete sich vor 8000 Besuchern der Heimatabend in der
Festhalle. Die Karlsruher Vereine eröffneten mit: „Hoch empor“
zon Curti. Der Lehrer-Gesangverein hatte folgende Chöre ge—
vählt: „O Herre Gott“, „Wurzeln des Waldes“ und „Er
st gewaltig und stark“ aus der Deutschen Kantate von Graener,
ferner „Gebet der Schiffer“ von Heinrich Pestalozzi und „Ostern“

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