Nr. 8 IIIIu.
tung aus dem „Großen Brockhaus“ holen können, zeigen
Artiͤkel wie Memelgebiet und Minderheitsfrage. Die bei—
zefügte Mondkarte kann als die beste augenblicklich vor
handene Karte über unser Nachbargestirn bezeichnet wer—
den. Den Kunstfreund werden die ausgezeichneten, teilweise
bunten Tafelseiten über „Majolika und Fayence“, „Malerei
des 19. und 20. Jahrhunderts“ und „Mosaik“ fesseln, der
völkerkundlich Interessierte findet unter „Malagien“, „Men—
schenrassen“ (71 Abbildungen) oder „Mongolen“ wissens—
werte Beiträge, die Frau — und nicht nur sie — wird sich
unter „Möbel“ oder „Mode“, der Landwirt unter „Milch“
und „Molkerei“, der Freund der Natur unter „Mantel—
tiere“, „Meereskunde“, „Meeresfische“ und „Moose“ Beleh—
rung holen. Kurz, im neuen „Großen Brockhaus“ ist die
Welt in ihrer bunten Vielfaltigkeit vortrefflich eingefangen
und es ist nicht zu viel gesagt, daß man ihn nicht mehr
missen mag, wenn man sich einmal daran gewöhnt hat
sich von ihm das bunte Leben und seine Geheimnisse er—
klären zu lassen und sich in allen Fragen, die jeder Tag
an uns stellt, bei ihm Rat zu holen.
Der Verlag Ernst Eulenburg, Leipzig CpI, gibt an—
läßlich des 60. Geburtstages (19. Dezember 1932) von Hans
Wagner-Schönkirch eine Auswaähl der gangbarsten Chöre
in einem Partituren-Katalog heraus. Dieser steht Dirigenten
leistungsfähiger Vereine unentgeltlich zur Verfügung.
Sprachenpflege. „Le Traducteur“, französisch-deutsches Sprach—
lehr⸗ und Unterhaltungsblatt. Allen, die bereits Vorkenntnisse
in der französischen Sprache besitzen, ihr Wissen aber auf
unterhaltsame und zugleich bildende Weise vervollkommnen wol—
len, wird die Zeitschrift von großem Nutzen sein. Probeheft
e durc den Verlag des Tradueteur in La Chaurx-de⸗Fonds
Schweiz).
IllI Saar⸗-⸗Sänger-⸗Bund IIIP.
In. uuh Seite 177
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Qualität, Werkgesinnung und kulturelle Verantwortung. — An—
jang Oktober erscheint ein neues Blaues Buch: „Aus Alten
Bildern. — Zeugnisse Deutschen Wesens. Herausgegeben von
Professor Dr. Leo Bruhns“, welches wie stets in allen guten
Buchhandlungen zu unverbindlicher Ansicht ausliegen wird.
Unser rühriger heimischer Verlag Hausen, Verlagsgesell—
chaft m. b. H., Saarlouis, hat eine Reihe überaus span—
nender Werke unseres ebenfalls heimischen Dichters Arthur
Friedrich Binz herausgebracht, auf die wir nament—
ich mit Rücksicht auf das bevorstehende Weihnachtsfest
unsere Jugend und alle, die sie beschenken wollen, mit nach—
drücklichster Empfehlung aufmerksam machen. Schon die Titel
berraten, daß hier aus der gesamten Literatur wertvollster
Lesestoff zusammengetragen ist, der das Interesse der jungen
Leser aufs stärkste beansprucht: Das Räuberbuch, span—
nende Geschichten von Raub und Ueberfall, Abenteuerliche
Fluchten, fesselnde Geschichten Gespenstige Begeg—
nungen, geheimnisvolle Geschichten, Das starke Herz,
das Buch von großen Taten und großen Schicksalen, Frühe
Schatten, ergreifende Mädchenschicksale, Verschollene Kö—
wige, romantisches Bilderbuch voll lyrischen Klanges. Ihnen
chloß fich jetzt ein abenteuerfrohes Indianerbuch an. Die
Preise betragen in der Regel 83 RM. Unsere Jungen und
Mädchen werden dankbar nach diesen Bänden greifen!
Die Blauen Bücher, die heute in fast 6 Millionen Bänden
verbreitet sind, haben es verstanden, wichtige und entscheidende
Werte des deutschen Wesens in Landschaft, Baukunst, Plastik,
Malerei und Volkstum allen Volksschichten zugänglich zu machen
Nicht nur die Art der Darbietung asprac diesem Ziel, welches
der Verlag zeit seines Bestehens fest vor Augen behielt, sondern
auch die stets sehr niedrigen Preise. Um so freudiger dürfte
es daher begrüßt werden, daß der Verlag die Einheitspreise
der „Blauen Bücher“ vom 1. Oktober 1932 an herabseßtzt
auf 1,80 RM. für die Normalbände und 2,40 RM. für die
sehr viel umfangreicheren Sonderbände. Dabei wird auch in
Zukunft schon allein der Name der Sammlung, deren Aus—
stattung unverändert erstklassig bleiben wird, Bürge sein für
Lustige musikalische Ecke.
Ein Beethoven-Kenner. Herr Raffke ist mit seiner Frau
zum Vormittagskonzert in der Philharmonie zu spät ge—
kommen, und muß auf dem Korridor warten, bis das ge—
rade gespieltbe Stuͤck zu Ende ist. Er richtet an die Gattin,
die teure, die mit der Toilette nicht fertig wurde, nichts
weniger als liebeng würdige Worte: „Immer du mit deiner
dämlichen Unpünktlichkeit““ Dann wendet er sich an den
Saaldiener: „Was wird denn jetzt gespielt?“ „Die Fünfte
Sinfonie“, antwortet der Diener. Siehste, meint Rafske
wütend zur Genossin seiner Tage, „da haste es, schade ums
Geld! Vier Sinfonien haben wir schon versäumt.“
Ahn! In einer Gesellschaft sprach einer der Gäste be
geistert von einem neuen Liede. „Ach singen Sie es, bitte,
doch einmal vor“, bat die Dame des Hauses. „Das geht
nicht, meine Gnädige. Es ist etwos zu frei.“ „Dann sagen
Sie uns, bitte, den Text.“
Mißdeuteter Beifall. „Nun, Gretchen, wie hat es dir
denn gestern im Konzert gefallen?“ „O, ganz gut, aber
das letßzte Lied haben die Männer nicht gut gefungen!“
„So, woran hast du denn das gemerkt?“ „Ja, die vielen
Leute haben so mächtigen Krach mit den Händen ge—
macht, uͤnd dann mußten sie es noch mal singen.“
Zweihändig. „Von meinen kleinen zweihändigen Sachen“,
sagte Mofzkowski, „sind mir die liebsten meine beiden
Kinder.“
Musikalisches Wortspiel. „Lieber Kollege“, sagte ein Kri—
tiker zum anderen, „haben Sie schon, die neue Hochdrama⸗
ische Nenlich in Dißo“ dehbörtꝰ Gewißk“. erwiderte der
Angeredete. Darauf fragte der erstere: „Und was ist Ihnen
da aufgefallen?“ „Mit der Hochdramatischen hat es seine
eigene Bewandnis, sitzt man auf der 6. Sitzreihe, da hört
män rein gar nichts,“ sitzt man aber weiter vorne, so hört
man gar nichts rein“
Die Trommel. „Gott sei Dank, der Junge von nebenan
hat endlich mal aufgehört zu —S—
„Ja, das hab' ich fein gedeichselt!“
„Wie hast du denn das angestellt?“
Ich habe ihm 'n Taschenmesser geschenkt und ihn, ge—
fragt, ob er weiß, wie seine Trommel innen aussieht.“
Zu Richard Strauß kommt ein junger Komponist
mit seinem neuesten Werk und der Bitte um ein Urteil.
Der Meister sieht es auch bereitwillig durch. „Ich will
ganz offen sein,“ sagte er, „was Sie da fabriziert haben,
ist hundsmiserabel. Talent haben Sie nicht. Von Kontra—
punkt, Harmonie und Instrumentation keinen blassen
Zchimmer. Es wäre besser, junger Mann, Sie lernten
einen bürgerlichen Beruf, solange es nicht zu spät ist.“
Geknickt und erschlagen von so viel Freimut wendet sich
der angehende Künstler zur Tür. — Da ruft Strauß ihm
nach: „Was ich Ihnen da gesagt habe, davon nehme ich
kein Wort zurück. Aber als ich so alt war wie Sie, junger
Mann, da haben mir die Leute alle ganz genau dasselbe
gesagt.“
Die schwarzen Tasten. „Elschen, du sollst doch nicht mit
schmutzigen Händen am Klavier üben!“ „Aber Mutti, ich
he qo dafisr nur quf den schwarzen Taften gespielt!“