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ächertisch.
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Zeitschrift für Musik, gegr. 1834 von Robert Schumann,
Monatsichrift für eine geistige Erneuerung der deutschen Musik,
Herausgeber und Verleger Gustav Bosse, Regensburg; Preis
vierteljährlich 3.606 RM., Einzelheft 1,35 RM. — Die Zeitschrift
für Musik ist für unsere Chormeister und Sänger in besonders
hohem Maße geeignet, sie sach- und fachkundig über alles, was
Musik und Musiker betrifft, auf dem laufenden zu halten
Pietätvoll setzt sie sich für alles Große und Bleibende der
Vergangenheit ein, bereitwillig und wagefroh bereitet sie aber
auch dem wertvollen Neuen den Weg. Erste Federn stehen wieder
im Dienst der Anton-Bruckner-Nummer, die soeben erschien:
August Stradal, Erinnerungen aus Br. letzter Zeit, Ida Decker,
Bruckner, Prof. Max Auer, Br. 9. Symphonie in der Original—⸗
fassung, Prof. Th. Kroyer, die authentische Bruckner-Biographie,
Paul Ehlers, S. v. Hausegger als Bruckner-Dirigent, Prof
H. Unger, Neues von A. Bruückner, Oskar Lang, Brucknerfahrt
uͤach St. Florian, August Pohl, Bruckner in Bayreuth, Oskar
Lang, Bruckner im zeitgenössischen Briefwechsel, Fr. Osterrieder,
Bruckneriana im Nächläß Anton Hagers. Es folgen wie stets
Berichte über Oper, Konzert, Bühne, Festspiele, Gesellschaften,
Konservatorien, Kirche, Schule, Rundfunk, schaffende Künstler.
Neuerscheinungen, Bild- und Notenbeilagen.
Dreistimmiges Choralbuch für Frauen-, Kinder- und Schul—
chöre — in fünf Einzelheften mit Melodienfassung nach dem
Einheitsgesangbuch. Herausgegeben von Kantor Adolf Strube
Stiftungsverlag, Potsdam. Jedes Heft einzeln 60 Rpf., ab
10 Stück je 55 Rpf., ab 25 Stück je 50 Rpf., auch beliebig
gemischt. Reu ausgegebene Hefte: Heft 3: Jahreskreis III:
Erntedankfest, Reformation, Bußtag, Totenfest; Heft 4: Tages—
kreis: Morgenlied, Abendlied, Sonntag und Gottesdienst;
Heft 5;: Lebenskreis: Konfirmation, Trauung, Haus, Be—
ruf, Vaterland. — Die Bestrebungen des „Deutschen Evange—
lischen Kirchenausschusses7“, im Laufe der nächsten Jahrzehnte
Einheitsmelodien in ganz Deutschland einzuführen, finden durch
die Veröffentlichung dieses neuen, nun vollständig gewordenen“)
„Dreistimmigen Choralbuches“ von Adolf Strube eine wesentliche
Förderung. Auf der Grundlage der in vielen Kirchenprovinzen
eingeführtken neuen Gesangbücher traf der Verfasser eine große
Auswahl derjenigen Choräle, die für das Singen im Gottes—
dienst, bei Gemeinde⸗ und Schwesternabenden, Jugend⸗ und
Vereinsfeiern aller Art und vielen anderen Veranstaltungen
in Kirche, Gemeinde und Haus einen hohen Gebrauchswert haben.
Kantor Adolf Strube, der jetzige Leiter der Hauptstelle für
Volksmusikpflege in Berlin, hat sich in einer zehnjährigen Dorf—
praxis in Harsleben bei Halberstadt ein genaues Urteil über
das Musikalisch-Mögliche und ⸗»Notwendige gebildet. Fast alle
dreistimmigen Chorsätze hat er mit seinem dortigen Singkreis
durchmusiziert, so daß ein leicht sangbarer und flüssiger kontra—
punktlicher Stil eingehalten worden ist. Ein besonderer Wert
wird den Heften dadurch verliehen, daß die Tonlage zumeist
der normalen Tonhöhe des Gemeindegesanges entspricht, daß
sich hier also namentlich reiche Möglichkeiten eines Wechsel—
gesanges aller im Gottesdienst Beteiligten bieten. Ein führender
Kirchenmusiker und anerkannter Tonsetzer hat hier somit ein
Werk geschaffen, das kein Chorleiter übersehen darf
Brammatik wie eine Gouvernante, das Journal wie ein
Courier, und das Konversationslexikon wie ein von ge—
lehrten Reisen und Studien zurückkehrender Polyhistor ...“
Sieht man da die Bücher nicht leibhaftig vor sich (Gbeson⸗
ders köstlich die als Kaffeeschwester verkleidete Satire!),
vie sie sich in einer der schöntuenden und gespreizten Bie—
dermeiergesellschaften in geistreichelnder „Konversation“ er—
zehen, und wie das Konversationslexikon dabei — so heißt
s in der erwähnten Vorrede weitter — „schlicht, doch
anständig gekleidet, schweigend dasteht und wartet, bis man
Auskunft über das und jenes abfordert“. Und was konnte
es der damaligen Gesellschaft alles geben? „Der Literator
ezrfährt von ihm biographische und historische, der Kauf—
nann statistische und technologische Berichtigungen, der
Politiker findet bei ihm gedrängte An— und Uebersichten
der Tagesgeschichte . .. Der Elegant läßt sich von ihm die
Zeitungen und Journale, die Coquette die genialen Liebes—
hriefchen ihrer Verehrer erklären .. .“ Ja, ein Allerwelts—
terl war es schon damals, das Konversationslexikon! Es ist
zewiß nicht uninteressant, zu untersuchen, wie es sich in den
inzwischen verflossenen 120 Jahren seit jener Auflage, der
die Vorrede galt, herausgemacht hat. Es hat sein Gewand
Wgelegt und ist in ein neues geschlüpft, in ein weiteres
und dabei doch geschmackvolles und zugleich dauerhaftes
Vor uns steht der neue „Große Brockhaus“, dessen 12.
Band soeben erschienen ist.) Wenn immer man von dem
„Buch als Perfönlichkeit“ sprechen kann — auf ihn trifft's
—AB
bon vor 120 Jahren, der uns nur „Stoff zu einer Konver—
sation“ gibt — und doch ist er gewiß tausendmal bunter,
lebendiger, unterhaltender geworden. Und dabei gewissen—
haft und zuverlässig. Seine Aufgabe in unserer Zeit?
Sie ist weit gespannt, so umfassend, daß uns der „Große
Brockhaus“ in der kurzen Zeit seit Erscheinen des ersten
Bandes schon unentbehrlich geworden ist. Er soll ja nicht
tur das gesamte Wissen unserer Zeit, sorgfältig nach Schlag—
vorten und Unterschlagworten geordnet, darstellen, sondern
er soll darüber hinaus den großen Kreis praktischer Fra—
gen, die täglich an uns gestellt werden, mit allem Ver—
tändnis für das, was den Menschen von heute angeht,
»eleuchten. Um ein Beispiel zu geben: wir verlangen von
hm nicht nur gewissenhafte Auskunft über Namen und
Daten, über den Siebenjährigen Krieg etwa, über den
debenslauf eines Nobelpreisträgers, über eine Stadt oder
ꝛinen uns unbekannten Fachausdruck — wir möchten ge—
gebenenfalls auch Ratschläge für unser kägliches Leben
saben, etwa bei Krankheitsfällen oder Vergiftungen, oder
zei der Berufswahl unserer Kinder, oder in rechtlichen
Fragen (Muß ich ein geplantes Verbrechen zur Anzeige
ringen? Wann kann ich einen Richter als befangen ab—
ehnen? Wie veranlasse ich die Eintragung einer Hypo—
hek in das Grundbuch?). Ja, eigentlich soll er mir noch
mehr sagen können: Wie sollen im Badezimmer die elek—
trischen Schalter angebracht sein, damit eine Gefährdung
des Badenden ausgeschlossen ist? Welches ist das Mindest
kapital bei der Gründung einer Aktiengesellschaft? Wie
ege ich mir eine Bienenzucht an? Wie ist der gefürchtete
dausschwamm zu bekämpfen? Wie soll ich meine Ernäh—
ung sinngemäß gestalten? Um es vorweg zu nehmen:
„Der Große Brockhaus“ ist das Nachschlagewerk, das diesen
Anforderungen in hohem Maße gerecht wird. Und noch
nehr. Die sehr gute Ausstattung läßt den — übrigens seit
Beginn dieses Jahres herabgesetzten — Preis als niedrig
rscheinen. Der 12. Baͤnd allein enthält 80 Tafelseiten,
eilweise prächtig bunt, mit vielen Hunderten von Abbil—
dungen, sowie 20 Kartenseiten, darunter farbige Stadt—
oläne von Mailand, Mainz, Mannheim-Ludwigshafen und
Moskau. (Zum Vergleich: in den bisher vorliegenden 12
Bänden haben wir insgesamt 934 Tafelseiten und 482 Kar—
tenseiten zählen können, die — für sich allein genommen
— schon ein paar starke Bände ergeben würden!) Wie wir
selbst zu brennenden Fragen unserer Tage uns Unterrich—
Das Buch als Persönlichkeit. Welcher Bücherleser erinnert
sich nicht des beglückenden Erlebnisses der Bekanntschaft
mit einem Buch, die mehr war als eine oberflächliche Zu—
fallsbekanntschaft, die war, als ob man einen wertvollen
Menschen kennengelernt habe, zu dem man immer wieder
gern zu vertrauter Zwiesprache zurückkehrt. Wie Bücher
auf Menschen wirken können, das wird in köstlicher Weise
in der Vorrede zu einem alten Werk geschildert, zur 2.
Auflage des Brockhaus'schen Konversations-Lexikons, dem
längst verschollenen Borgänger des „Großen Brockhaus“ aus
dem Jahre 1812. Es heißt da in der umständlichen und
doch so zierlichkeleganten Schreibweise des beginnenden
Bicdermeiers: „Jedes neue Buch steht bei seinem Eintritt
in die Leserwelt in dem Verhältnis einer Person, welche
zuerst in einen gesellschaftlichen Zirkel tritt. . Der neue
Roman tritt auf wie ein neuer Stutzer, der Almanach wie
ein Liebhbhaber. die Satyre wie eine Kaffeeschwester. die
) Früher erschienen bereits: Heft 1: Jahreskreis 1: Advent,
Weihnachten, Jahreswechsel, Epiphanias; Heft 2: Jahreskreis II:
Paossion, Osferu. Himmesfahrt. Wlinasten. Trinifafis
*) „Der Große Brockhaus“, Handbuch des Wissens in
20 Bänden, Band 12 (Mai bis Mud) in Leinen 28,40 RM.;
bei Umtausch eines alten Lexikons nach den festgeletzten
Bedingungen 21.15 RM