Full text : 10.1932-1933 (0010)

Nr. 8 IIIu

»All Saar⸗Säuger⸗Bund

ss Seite 163

RFarldWämperf.

Di Männerchorliteratur der neuesten Zeit zeigt erfreu—
Nlicherweise eine große Anzahl guter Chorwerke auf.
Die Stilfrage scheint nach mancherlei Verirrungen und Ex—
perimenten nach einer Richtung hin Klarheit zu finden.
Die Schlachtrufe aus beiden Lagern „Hie Polyphonie“,
„Hie Homophonie“ scheinen zu verstummen. Man hät ein—
gesehen, daß beide notwendig sind, die je nach dem Stoff—
Verwendung finden müssen. Es wird dem Chorleiter nicht
leicht gemacht, aus der Fülle der neuen Literatur nun das
Gute und Wertvolle zu finden.
In seinem „Wegweiser durch die Männerchorliteratur“
schreibt R. Buck über K. Kämpf: Obwohl in allen musi—
kalischen Disziplinen wohlbewandert, hat Kämpf als Män—
nerchorkomponist seine nachhaltigsten Erfolge gefunden, Er—
folge, die ihm einen Platz in der vordersten Reihe gesichert
haben. Farbigkeit, charakteristischer Ausdruck und herz—
erquickende Gefühlswärme zeichnen seine Chorschöpfungen
aus.

Karl Kämpf bietet jedem Chor Stoff und jedem Chor—
meister eine Fülle Anregungen. Es ist bedauerlich, daß
seine Chöre so wenig auf den Programmen unserer Ver—
eine erscheinen. Sehr oft wird der „Vespergesang“ gen
sungen. Ab und zu hört man „Marienbildnis“, seltener
„Der Wagen rollt“. Aber gerade der „unbekannte Kämpf“
sei jedem Chorleiter herzlich empfohlen. Was das Herz
immer in Bann schlägt, ist Kämpf's Melodie. Immer
wieder wendet er sich an das Gefühl. Mit offenen Sinnen

spürt er der Natur nach. Es ist keine Gefühlsduselei,
Sentimentalität, ein Sichverlieren in weichlichen Akkord—
olgen. Nein, es ist ausdrucksstarke Romantik, mehr Volks—
als Zeitstil. Als ein Meister zeigt er sich in der Schilderung
intimer Stimmungsbilder (Mondnacht, Ueber allen Gipfeln,
Abendgang, Marienbildnis u. a. m.). Kämpf bevorzugt den
akkordischhomophonen Satz. Doch ist ihm die Kunst der
Polyphonie da, wo der Text nach ihr verlangt, nicht ver—
sagt. Häufig greift er zum ausdrucksvollen Unisono. Als
routinierter Chorkomponist geht er vorsichtig und bewußt
mit satztechnischen Mitteln um. Man stoße sich nicht an
akkordlichen Schwierigkeiten. Nie ist eine Schwierigkeit da
porhanden, wo sie nicht durch Text oder die Satzweise
Melodieführung) bedingt ist. Kämpf macht sich von jener
allmählich auf die Spitze getriebenen Chorkünstelei, die in
hromatischen Modulationen und enharmonischen Verwechse—
lungen den Gipfel der Kunst sieht, frei. Seine Empfin—
dungen und Erfindungen reichen sich in künstlerischer und
menschlicher Beziehung die Hand. Durchaus deutsch und
gesund ist seine Sprache, ein Neuromantiker, dem die
Melodie im Blute liegt. Seine Stärke liegt in der immer
vieder anziehenden, fesselnden Harmonisierung, der Viel—
heit der Modulationen, der engsten Verbindung von Text
und Melodie. Seine Werke sind Heimatwerke, welche sich
in das Herz des Volkes hineinsingen und es stolz machen
auf das schöne Vaterland. Das ist ein Moment, das wir
ihm nicht vergessen wollen in dieser Zeit des Inter—
ationalismus.

Quartett-⸗Verein „Arion“ Herrensohr

Vortragsfolge

zu dem zur Feier des 10jahrigen Bestehens am Sonntag, den 4. Dezember 1932, abends 8 Uhbr, im Festsaale des
Evangelischen Gemeindehauses in Dudweiler stattfindenden
o
ArIHäAmopI- onzert
Ausführende: Sopran: Frau Lilly Jaeckel, Saarbrücken. Flügel: Komponist Karl Kämpf, M-Gladbach.
Chor: Quartett-Veréein , Arion“ Herrensohr. Chorm.: Musikdirektor Robert Carl. Saarbrücken

I. Teil:

l. Männerchöre:
a) Wahlspruch (Dem Quartett-Verein „Arion“ gewidmet
 von Karl Kämpf)
b) op. 74 X. Im Schönsten Wiesengrunde (Bearbeitung)
c) op. 68 J. Holde Erinnerung

2. Lieder für Sopran und Klavier:
a) Vespergesang Bearbeitung)
b) Die Scele vor der Himmelstür (Bearbeitung)
c) op. 45 J. Schlummerlied
3. Balla de G-Moll für Klavier, op. 81
4. Mäannerchöre:
a) op. 69 J. Der Zinkenist
b) op. 40 II. Kirschenballade
— Pause

5. Männerchöre:
a) op. 66 II. Marienbildnis
b) op. 85 Ila. Uber allen Gipfeln
c) op. 76 J. Mondnacht
6. Mäirkische Idyllen für Klavier, op. 63
a) Hallali — b) Waldeinsamkeit
c) Trãumerei im Park zu Sanssouci
d) Stürmischer Abend — e) Seerosen im Mondschein
7. Lieder für Sopran und Klavier
a) op. 52 II. Ganz so wie du
b) op. 9 II. Marzkatzchen — c) op. 21 II. Winterlied
d) op. 22 J. Du bist doch mein!
8. Männerchöre:
a) op. 75 III. Fahr hin!
b) op. 74 VII. Das Kartenspiel Bearbeitung)
ch op. 75 IV. Lustige Hochzeit 43

II. Teil.

Vorverkaufstellen: Buchnandlung Kahm, Dudweiler, Saarbrücker Strasßße, Buchhandlung Karcher, Dudvweiler.
Saarbrücker Strasse, Musikhaus Klauck, Dudweiler, Sudstraße.
Der Plevel-Konzertflügel wurde vom Pianohaus Ed. Hilger, Saarbrücken, Kaiserstraße 7a, zur Verfügunsg æestellt
            
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