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Josef Haydn wurde am 1. April 1832 in Rohrau an der
MLeitha als eines Stellmachers Sohn geboren. Er war
Thorknabe an St. Stephan in Wien und schlug sich nach
seiner 1749 erfolgten Entlassung kümmerlich durch, erregte
dann Aufsehen durch Komposition von Quartetten und
Trios, später von Symphonien, erhielt 1759 die Leitung
der Privatkapelle des Grafen Morzin, wurde nach deren
Auflösung Kapellmeister beim Fürsten Esterhazy, erwarb
onzerte, 12 Violinsonaten, 33 Klaviersonaten, 24 Opern,
13 Messen, 3 Oratorien, Chöre und Lieder geistlichen und
veltlichen Inhalts.
Für die Musikgeschichte ist Haypdn aus zwei Gründen
on höchster Bedeutung: einmal, weil er — vor allen in
einen Symphonien und Quartetten — der Begründer des
ogenannten Wiener klassischen Stils ist, dem wir sowohl
Mozart als auch Beethoven zuzählen. Dann aber, weil er
Mozarts intimer Freund, zugleich auch der Lehrer Beet—
zovens war, — in dessen Lehrbrief 1792 hieß es ja: „Sie
mpfangen Mozarts Geist (dieser war 1791 gestorben) aus
daydns Händen.“ Ohne Zweifel hat er auf den jungen
Beethoven großen Einfluß gehabt.
Nicht zu vergessen ist, daß von Haydn die unsterbliche
Melodie der Deutschlandhymne stammt Deutschland,
Deutschland über alles), der zuerst ein Kaiserlied, dann
erst der bekannte Text von Hoffmann von Fallersleben
unterlegt wurde.
Ein Haydn-Konzert kann von Männerchören allein
sinngemäß nicht bestritten werden. Im Mittelpunkt von
Zaydns Schaffen stehen seine Oratorien, Orchesterwerke,
Kammerkompositionen. Es kämen also etwa in Frage:
Dratorien: Aufführung der „Schöpfung“ oder der
„Jahreszeiten“. Erforderlich sind: Gemischter Chor, Orchester
und Solisten. Es kommen aber auch folgende in gewissem Sinne
selbständige orchesterbegleitete (zur Not Klavier) gemischte
Chöre aus diesen Oratorien in Frage: Die Himmel erzählen
die Ehre Gottes; Singet dem Herren alle Stimmen (Schöp—
fung); Komm holder Lenz; Juchhe der Wein ist da; Knurre
schnurre, knurre (Jahreszeiten). Den Oratorien wird dann
auch die Solistin, der Solist die eine oder andere Arie
entnehmen, z. B.: Nun beut die Flur das frische Grün
Terzett: Der Herr ist groß in seiner Macht), Mit Würd
und Hoheit angetan (Schöpfung); Schon eilet froh der
Ackersmann (Jahreszeiten).
Instrumentalmusikt. In erster Linie kommen
Quartette und Trios in Frage, z. B. die sogen. „Russen—
Juartette“, das Kaiserquarfett, das „Lerchenquartett“.
Froschquartett“ und andere.
Männerchöre. Hauptsächlich kommen Kanons in
Frage, zumeist heiteren, geselligen Inhalts, von denen
Zaydn über 30 geschrieben hat. Einzelne in Jödes Kanon.
Ddie Gesamtausgäbe ist in Vorbereitung bei Kallmeyer,
Wolfenbüttel. Außerdem noch eine Reihe von Bearbei—
ungen gemischter Chöre; die besten sind im Volkslieder—
„uch für die Jugend und im Volksliederbuch für Männer—
höre (beide bei Peters).
Lieder (mit Klavierbegleitung). Bis auf einzelne Aus—
iahmen sind diese Werke nicht ganz ebenbürtig den anderen,
da Haydn oftmals ganz erbärmliche Texte vertonte. Vor—
züglüch aber sind „Lob der Faulheit“, „Eilt, ihr Schäfer“
„Ihr mikvergnügten Stunden“.
Ausschuß für Chorliteratur.
Josef Havdn.
— während die Kapelle von 1790-1795 aussetzte — hohen
Ruhm auf zwei Konzertreisen nach London, schuf in hohem
Alter seine Oratorien „Die Schöpfung“ und „Die Jahres-—
zeiten“, zog sich als Siebzigjähriger in die Stille zurück
und starb am 31. Mai 1809 in Wien. Er schrieb 104
Symphonien, 77 Streichquartette, 30 Streichtrios, 35
Klaviertrios. 20 Klavierkonzerte, 9 Violinkonzerte, 6 Cello—
Brief eines 72iährigen Dirigenten.
Meg lieben Dirigentenkollegen im Saar-Sängerbund!
Ich darf Sie wohl so nennen, denn einmal bin ich fast
jsedem Verein im S. S.B. durch meine 25jährige Tätigkeit
als Preisrichter bei Sängerwettstreiten bekannt, zum andern
hin ich selbst Einzelmitglied unseres schönen Saar-Sänger—
Bundes. Durch die Februar-Nummer unserer Monatsschrift
ist mir nun eine große Freude bereitet worden, namentlich
durch den Artikel aus der Feder unseres allverehrten
Bundesführers Dr. h. c. Bongärd und durch den meines
lieben Freundes M. Beck. Noch nie habe ich die Aufgabe
des Dirigenten so scharf und ideal umrissen gesehen wie
in dem Artikel „Die neue Lage“, aber auch noch nie
ist mir in einem so begrenzten Schriftstück wie „Die
reproduktive Arbeitdes Dirigenten am
CLhorwerk“ die Tätigkeit des Dirigenten so genau und
umfassend dargestellt wöorden. Hier sind alle vrakfischen und
geistigen Mittel angegeben, um das hohe Ziel, das in dem
rften Schriftsatz uns vorgezeichnet wurde, wenn auch nicht
zjanz zu erreichen, so ihm doch möglichst nahe zu kommen.
Riebe Kollegen, ich' möchte aus beiden Aufsätzen einiges
»esonders hervorheben. Unser Vorsitzender hat nachgewiesen,
daß wir in der Zeit der Umgruppierung stehen,
zaß Altes, Abgelebtes verschwinden muß und Neues stür—
nisch Einlaß begehrt. Es ist unbedingt, nötig, daß wir
dirigenten dieses sehen und verstehen. Leider muß auch
ch beftätigen, daß noch viele darin zurück sind. Es ist
irklich wahr, daß eine „Statistik über das in allen
eutschen Männergesangvereinen gesungene Chorgut auch
seute noch eine vernichtend schmale und qualitätsarme
ßasis ergeben würde“. Sehen Sie sich nur die Chorpro⸗
gramme des Radio an — ich verfolge dies schon etliche
hre ovper die Vortraasfolgen vieser Sängerfeste, auch