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und das wesentlich einfachere „Frech und froh“, die alle jessenen Werkes sollten sich die großen Chorvereinigungen
von hinreißender Wirkung sein werden. venigstens im Goethejahr einmal annehmen: Schumanns
Auf die im gleichen Verlag erschienenen leichten ge— Faustszenen“.
mischten Chöre von Walter Rein, („Gegenwart“ und Von Mendelssohn gibt es drei nicht übermäßig
„Genialisches Treiben“) und die anspruchsvolleren 8 Goethe— hywere Goethevertonungen für Männerchor: „Sommerlied“,
lieder von Pepping, endlich H. Barges klangvollen Trinklied“, „Türkisches Schenkenlied“ (Eulenburg). Seine
Chor „Gottes ist der Orient“ (gem. Chor) sei empfehlend „Walpurgisnacht“, ein großangelegtes Werk mit Orchester,
hingewiesen. vurde fruüher oͤfters aufgeführt.
Zum Schluß bunter Kehraus: ein paar ältere Verto— Damit hätte unser Streifzug sein Ende erreicht. Ein
nungen, deren Fehlen auf Goethefeiern sehr zu bedauern daar ältere große Werke für gem. Chor warten heute auf
wäre. Allen voran nenne ich Brahms herrliche Alt— hre Auferstehung, die guten älteren Vertonungen für
rhapsodie, jenes Standartwerk für orchesterbegleiteten Männer- oder gem. Chor sind an den Fingern abzuzählen,
Männerchor., Sein, „Gesang, der Parzen“ (gem. Chor mit uind der Rest ist — innere Notwendigkeit oder äußeres
Orchester) wäre würdig, daß man ihm häufiger auf den Abzielen auf konjunkturmäßige Gangbarkeit? — eine über—
Konzertprogrammen der gem. Chorvereinigungen begegne. aschende Fülle neuer Vertonungen fast ausschließlich für
Eines noch größeren, abendfüllenden, ebenso fast ganz ver-⸗ Nännerchor. Dr. Ernst Stilz.
QA— —
GeorqgMNMellius.
In diesen Tagen hat in der Stille der sierandiswen
MBerglandschaft in Neheim an der Ruhr der Kom—
ponist Georg Nellius, den mehrere erste Staatspreise
Georg Nellius
phot. Herchenbach und Halder, Neheim (Westf.)
zugleich ane eine exponierte Stelle in der Reihe der be—
rufensten deutschen Komponisten gestellt haben, Ehrungen
erfahren, die seine Freunde mit herzlichster Freude, seine
Landsleute mit freudigem Stolz und die aufhorchende Musik—
welt, die geschärfte Organe hat für die Wachstums- und
I heckedlie eines Eigenen, mit ungeteilter Hochachtung
erfüllt.
Vor etwa einem halben Jahre unternahm ich in kurzer
Rückschau aus Anlaß des 40. Geburtstages und des 10—
jährigen Dirigentenjubiläums unseres Meisters den Ver—
such der Würdigung der Kompositionen und — weiter ge—
faßt — seiner Bedeutung für die deutsche Musikwelt. Schon
damals waren Dindge im Fluß, die darauf deuteten. daß
ein Standardwerk der deutschen Orchester- und Choxliteratur
aus seiner Feder seinen Namen vielleicht schon bald wie
zinen Meteor aufleuchten lasse. Das war zu bescheiden! Nun
hat die rotierende Kugel des Rouletts der Kunst gleich
biermal in knapper Folge einen großen Treffer zum andern
gefügt. Georg Nellius wurde vierfacher Preisträger! Die
gesamte deutsche Presse teilte diesen durchaus einzigartigen
Erfolg einer aufhorchenden und verwunderten Leser—
schaft mit.
Die Preise wurden ausgesetzt vom Ministerium des
Innern (Reich), vom Ministerium für Wissenschaft, Kunst
und Volksbildung (Preußen), von der Preußischen Akademie
der Künste (Abteilung für Musik), vom Reichskunstwart und
dem Musikausschuß des Deutschen Sängerbundes. In der
Abteilung 1 (Chorwerke mit Orchester) wurde der volks—
kümlichen, dramatischen Kantate „Pon deutscher Not“,
für 4 Soli, Männerchor, Frauen- und Kinderchor, Orgel
und großes Orchester, von dem Gremium der ersten Musik—
autoritäten Deutschlands unter dem Vorsitz von Professor
Dr. Schumann und Max von Schillings der 1. Staatspreis
zuerkannt. Die „Duitske Misse“ wurde mit dem 1.
Ztaatspreis in der Abteilung II (Chorwerke a cappella)
und der Ruhrzyklus, vier Chöre nach Texten von Dr.
M. Weinand, Essen, und Josef Winkler, mit dem 2. Preis
ausgezeichnet. Der Deutschland-Liederkreis, be—
stimmt für vaterländische Feiern (Konzertdauer 1 Stunde)
ist für dreistimmigen Männerchor geschrieben. Es ist ein
Werk von ursprünglicher Inspiration, in der Struktur von
polyphoner Anlage, bewegtem Fluß und bewunderns—
verter Klarheit. Da Gebrauchsmusik vielseitige Auffüh—
rungsmöglichkeiten erheischt, trug der Komponist Sorge für
ein weites Feld, indem er durch Transposition des Satzes
oder einzelner Stimmen den Zyklus auch Frauenchören und
der Schule zugänglich machte. Gelegentliche Stimmteilungen
zur Ausdrucksweitung erhöhen die Leuchtkraft des Klang—
bildes. Alle angezeigten Werke erleben in diesem Jahre in
der Goethestadt Frankfurt anläßlich des 11. deutschen
Sängerbundesfestes ihre Uraufführung; alle Werke
als Dokumente persönlichen Lebens und Erlebens, kraft—
zoller Erfindung, innigster Verbundenheit mit der Heimat—
cholle und ihrem Volkstum, vor allem aber auch als
Zeugen energischen Formwillens, genialer Kompositions—
kechnik und beflügelter Phantasie. Es sind dies in der
Registratur die Werke mit den opus-Zahlen 43, 44, 45
und 48, Eiügebungen eines einzigen Jahres, einer Zeit,
die man als Meisiterepoche zu charakterisieren schon jetzt
»in Recht hat.
Staatskapellmeister Dr. Robert Laugs, Kassel, wird einen
Apparat von 2000 Mitwirkenden bewegen, um die große
dantate — ein Manifest deutschen Geistes und deutscher
Zeele, ein Monumentalwerk von meisterlicher Form, dra⸗
natisch geballter Wucht und grandioser Tektonik — würdig
in den Mittelpunkt aller Frankfurter Veranstaltungen zu
tellen; während die Erstaufführung des Deutschland-Lieder—
reises dem Chor der Staatlichen Hochschule für Musik in
Berlin vorbehalten bleibt.
Auch der Ruhrchöre hat sich ein Spitzenverein ange—
tommen, doch die Patenschaft der „Duitsken Misse“ hat sich
mit p—ofsem Vecht die Arbhbeitsogemeinschaft der Neheimer