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Monatitsschrift
AUeber 300 Bereine mit über 30 0ooo Mitgliedern. Herausgegeben im Auftrage des Bundes F
von Stadtschulrat Dr. h. e. Haus Bongard und Rektor Walther Stein, Saarbrücken. B
Druck und BVertag der Buch— und Kunstoruckerei Bebr. Hofer A.E. Saarbrücken. — *
Bolltlingen und Leipzig. Bezugspreis Fr. 5.- vierteljährlich. Einzelnummer Fr. 2. — a
Sentember 1032 12. Jahrgang
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Zum Tode des Bundesvorsitzenden Geh. Rat Ir. Karl Hammerschmidt.
Die Deutsche Sängerschaft — mit Tausenden von der Welt durch das Lied feierte. — Wie ein Blitz aus
Fahnen und Bannern aus aller Welt zusammenge- heiterem Himmel trifft uns die Kunde, daß unser
strömt — richtete soeben auf dem 11. Deutschen Sänger⸗ Bundesvorsitzender Geheimrat Dr. Karl Hammerschmidt
bundesfest in Frankfurt a. M. trotz der Schwere der Zeit soeben einem Herzschlag erlegen ist. Gewiß, der Ver—
einen Markstein ihrer Auf⸗ ewigte hatte eben den 70.
wärtsentwickelung auf. Die J Geburtstag gefeiert. Bei
Festtage steigerten sich zu diesem hohen Alter mußte
einem gewaltigen Krescendo schließlich mit seinem Ableben
in einem farbenfrohen Fest⸗ gerechnet werden. Aber wir
zug, durch den sich über hatten uns zu sehr daran ge⸗
40 000 Sänger zum deut—⸗ wöhnt, ihn als einen der
schen Lied, zu deutschem Volk Lebendigsten unter uns zu
und Vaterland bekannten. wissen, daß wir jetzt an sei⸗
Ein Bild wird allen Teil—⸗ nen Heimgang gar nicht glau⸗
nehmern unvergessen bleiben: ben wollen. Das Herz über⸗
die markige, wie aus Granit redet immer wieder den Ver⸗
gemeißelte Gestalt des greisen stand. Wie ein Jüngling
Vorsitzenden des Deutschen hatte Dr. Hammerschmidt aus
Sängerbundes, Dr. Karl dem Bundestag des Saar⸗
Hammerschmidt. Bei den Sängerbundes in Saar—
Hauptkonzerten in der jedes⸗ brücken auf dem Neumarkt
mal von weit über 20000 in öffentlicher Kundgebung
Hörern besetzten Festhalle, zu uns Saarländern von der
in zahlreichen Sonderkon⸗ Treue der Heimat und des
zerten einzelner Bünde oder Vaterlandes gesprochen. Auf
Spitzenvereine, bei der ge⸗ dem Sängertag in Mainz
waltigen Kundgebung im hat er vor einem halben Jahr
Stadion — überall zeigte sich sein kluges Wort in die Wag⸗
der prachtvolle schneeweiße schale geworfen bei dem statua⸗
Kopf dieses mit ungeheuren rischen Neuaufbau des Deut⸗
Energien erfüllten Sänger⸗ schen Sängerbundes, dessen
führers. Immer wieder er⸗ Steuer er in schicksalsschwe—⸗
griff er mit hinxeißender rer Zeit übernommen hatte.
Beredsamkeit das Wort, die Jugendstark hat er soeben das
Sängerschaft befeuernd und deutsche Sängerbundesfest
um die Herzen der weitesten Oeffentlichkeit werbend fir in Frankfurt gemeistert — mitten aus arbeits⸗ und
Kraft und Herrlichkeit des deutschen Liedes, des deutschen sorgenreichem, für alles Große, Schöne und Edle hin⸗
Männerchors. Und nach den Konzerten besuchte der un- gegebenem Leben hat ihn der unerbittliche Tod heraus⸗
ermüdliche, von tiefstem Pflicht⸗ und Verantwortungs⸗ gerissen. Diesen verdienstvollen Mann wollte er vor
bewußtsein bewegte Mann einen Festkommers nach dem tatenlosem Feierabend und greisenhaftem Siech—⸗
andern und weihte auch diese dem Frohsinn und der tum bewahren. Wir sind deshalb an seinem Sarge mit
Pflege echter Sangesbrüderlichkeit gewidmeten Stunden dem Schicksal versöhnt. In Dankbarkeit und Ehrer—
wie ein junger Feuerkopf mit seiner begeisterten und bietung senken sich über seine Gruft viele Tausende von
begeisternden Rede voll hohen vaterländischen Schwungs. Sängerfahnen. Die Bundesfahne des Saar⸗Sänger⸗
Ich sehe ihn noch greifbar deutlich vor mir, wie er in bundes und die 300 Fahnen der dem Saar⸗Sängerbund
der Samstagnacht noch nach 12 Uhr bei dem Kommers angeschlossenen Bundesvereine fehlen nicht. Wir stellen
der Auslands⸗ und Grenzlanddeutschen erschien und mit uns unter den Dankbaren mit in die erste Reihe!
geistvollem Wort die Verbundenheit aller Deutschen in Walther Stein
Geheimrat Dr. Karl Hammerschmidt.