Full text : 10.1932-1933 (0010)

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— Porträts, Gebrauchszeichnungen, Städtebilder, Kärtchen,
Tier-, Situations-, Landschaftsbilder usp. Das sei also
ein matter Widerschein von dem, was allein das Besehen,
das Anschauen lehrt; wie sinnvoll und notwendig gerade
diese Bebilderung ist, wird einem erst beim Lesen, beim
zusammenhängenden Lesen klar. Denn dies ist das Er—
staunliche an „Herder“, auch an diesem Band wieder: ist
er erst aufgeschlagen, bleibt es nicht beim „Nachschlagen“
die bunten Seiten locken weiter und man studiert, tut
das immer wieder: vom Reichtum des Lebens, unseres
heutigen Lebens berührt, der hier sich offenbart. Ein prak—
tischer Handgriff im Haushalt, Rat und Routenweiser für
Urlaub oder Reise, bedeutende Dramen der Weltliteratur
zwei Spalten über Sinn und Aufbau einer Eigenbücherei,
mehr als 100 Seiten — ein ganzes Anschauungs- und
Lebensbuch im Buch — zum Stichwort Deutsch G(GGeschichte,
Landschaft, Volk, Kunst, Dichtung, Musik, Politik), die
Schilderung sinnreicher Beziehungen von Weltgeschehen,
Geographie, Volkscharakter, die klare Formulierung mensch—
licher Fragen, Kennzeichnungen von Vorbild-Menschen, das
Werden des Heute aus dem Vergangenen, die Technik in
hren Wirkensweisen — alles in einem Buch, alles im Zu—
sammenhang, alles kurz, aber abschließend. ... Man muß
fragen: kann etwas stärker anspornen zur Bemühung um
die eigene Aufgabe, mehr in die Wirklichkeit und ihren
weiten Raum hineinleiten als das Lexikon, wenn es wie
hier auf die Gegenwart und ihre Forderung nach Hilfe
in der Lebenspraxis, Klarheit im Geistig-Seelischen ge—
richtet ist? Müdwerden im Einerlei, Ungeschicktheit im
Praktischen, Enge der Anschauungen, Angst vor dem Leben
— das alles ist Ungenügen, Schwäche des Wissens, des
Mutes, der Ueberzeugung. Wer ums Leben weiß, mit
beiden Füßen in der Tatsachenwelt steht, wer sein Wissen
zur Weltkenntnis zusammenfaßt — der kennt das nicht.
Aber wenige Menschen hängen heute so mit dem Ganzen
zusammen. Und die vielen?
Nach diesem dritten Band kann man es schon sagen:
der „Große Herder“ wird für diese „Vielen“ — Arbeiter
oder Gelehrte — der Führer durch die Gegenwart sein
können. Weil er die Aufgabe des Lexikons in dieser Zeit
erkennt, kann er sie auch erfüllen.
Wir haben in unserer Bundeszeitschrift verschiedentlich
empfehlend auf Werke des Dichters Wilhelm Kotzde auf
merksam gemacht. In seinen bei J. F. Steinkopf in Stutt
gart verlegten und liebevoll ausgestatteten Romanen ver—
gegenwärtigt er große deutsche Vergangenheit. Erinnert
sei an den Lutherroman „Die Wittenbergisch Nachtigall“,
Preis 6 M., an „Die Burg im Osten“, Preis 10 M., das
Schicksal einer Ritterschaft, in großangelegtem Rahmen das
heldenhafte Ringen des deutschen Ritterordens um deut—
schen Boden und deutsche Kultur im alten Preußen- und
Baltenlande darstellend, ferner an den Wartburgroman
„Wolfram“ (Preis 6 M.) aus dem Tagen des berühmten
Sängerkrieges, an den Rheinroman „Die Pilgerin“ (Preis
6 M.), der uns das opfervolle Schicksal einer deutschen
Frau des Mittelalters miterleben läßt. Oder an „Der
Tag von Rathenow“ (Preis 3,50 M.), der uns die Helden—
gestalt des Großen Kurfürsten ins Licht rückt und an „Im
Schill'schen Zuge“ (Preis 3,50 M.), in dem wir in den
Bann der Befreiungskriege gezogen werden. Auf dem
Hintergrunde großer Zeitbilder beleuchtet der Dichter hier
mit grellem Scheinwerfer heldenhafter Männer, die deut—
sches Schicksal meisterten oder über deutscher Not zer—
brachen. An seinen Werken erhebt sich — gerade jetzt in
den Demütigungen der Gegenwart — das deutsche Herz
des Volkes, der Jugend. In ihre Hand möchten wir diese
Romane, die von der Glut eines echten Poeten befeuert
sind, gelegt wissen. Sie gehören nicht nur in jede Volks-,
Vereins- und Schulbücherei: sie gehören ins deutsche Haus!
Das gilt in besonders hohem Maße auch von dem neuesten
Roman Koßdes Der Reiter Gottes, Preis geb. 8M.

Saar⸗Sänger-Bu:td 4.741 Nr. 5
Immer wieder haben deutsche Dichter von Schiller bis Löns
uind Ricarda Huch das ungeheure deutsche Schicksal des
Dreißigjährigen Krieges poetisch gestaltet. Eine Helden—
gestalt nach der andern ist herausgehoben worden. Aber
an einem der bedeutendsten Helden sind sie vorüberge—
gangen, an Bernhard von Weimar, wahrlich ein „Reiter
Bottes“. Er steht im Mittelpunkt dieses Romans. In
zitterster Stunde schwang sich der achtzehnjährige Herzog
Bernhard in den Sattel, er blieb im Sattel siebzehn
schwere Kriegsjahre hindurch, führte bei Füssen siegreich
ein schwedisches Heer gegen die Spanier und gebot vor

Wilhelm Kokbde

Nürnberg einem Wallenstein Schach, übernahm nach Gustav
Adolfs Heldentod den Oberbefehl über die Armee, trug
»erwegen die Siegesfahne weiter, beugte sich nicht nach
der Niederlage von Nördlingen, sondern erzwang sich vor
Breisach durch einen entscheidenden Schlag das bereits ver—
orene Elsaß und fügte diesen Edelstein wieder in die
»eutsche Krone. Jubelnd schlugen ihm die deutschen Herzen
entgegen, der Weg nach Wien war frei, mit klingendem
S„piel geht es bei Neuenburg über die Rheinbrücke. Da
reißt den Helden am 8. Juli 1639 der Tod aus seiner
ieghaften Bahn. Sein Stern erlischt, und mit ihm der
Ztern Deutschlands. Das Elsaß ging wieder verloren,
deutschland verblutet sich in fast zehnjährigem vergeblichen
stingen. . .. Wahrlich, in Bernhard von Weimar grüßt uns
zin Held, würdig, daß ein Dichter sein Herzblut an ihn
oerpfändet! Es geschieht in diesem Roman, in den man
sich von Seite zu Seiteé tiefer und wärmer hineinliest und
der uns hernach noch lange in seinem Bann hält. Möchte
er vielen unserer Leser Genuß und Herzenserhebung be
scheren. namentlich unserer Sängerjugend! W. St.
Gilhreth, Lillian M.: Heim und Arbeit. Bearbeitet und
eingeführt von Irene M. Witte. 104 Seiten. Oktav. Kar—
toniert. Thienemanns Frauenbücher. — Unter dem Titel
„The Home Maker and her Job“ ist dieses Buch kürzlich
in New VPort erschienen. Für Amerika ist es das klassische
Buch für die Rationalisierung des Hauses und die beste
und schönste Gestaltung, Erhaltung und Führung eines

Seit 230 sabr

gibts Bruch Brãu an der Saar
            
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