Full text : 10.1932-1933 (0010)

Seite 102 III

AlIJ Saar⸗Sänger-Bund III
vurde auf Wunsch wiederholt. In Begleitung des Gesang—
ereins „Sangeslust“ Mainzweiler, der das Freundschafts—
ingen mit einem Ausflug verbunden hatte, befand sich die
VMusitkapelle Volz, Niederlinxweiler. Mit dem Gesang
wechselten Musikstücke und Märsche ab, die der Feier ein
stimmungsvolles Gepräge verliehen. Nach ungefähr drei
ZStunden war die Veranstaltung beendet, und jeder Besucher
des vollbesetzten Saales ging mit dem Gedanken näch
dause, einen schönen und genußreichen Mittag verlebt zu
haben. Die Sänger trennten sich mit dem Gelöbnis, noch
öfters in Freundschaft miteinander zu singen.

Gesangvereine von Brebach und Umgebung Zeugnis ab—
legten. Ein Massenchor mit Begleitung des Blasorchesters
beschloß die Kundgebung. Der Abend hat Gäste und Freunde
des deutschen Liedes für einige Stunden bei Unterhaltung
und Tanz vereinigt. A.

Würdig und schlicht war das 65. Jubelfest des Sänger—
hors Bischmisheim. Ein Konzert vereinte Mitglieder und
Gäste. Mit A. Bruckners „Trösterin Musik“ wurde das
Konzert eingeleitet. Dabei und in den Chören von Reger,
Lafite und Rinkens zeigte sich der Chor unter seinem
Chormeister Willi Schaͤfer in bester Form. Solist Heinrich
Bohn aus Quierschied, begleitet von A. Stenger, spielte
technisch gut und temperamentvoll. Auf dem folgenden
Kommers begrüßte der Vorsitzende Bernhard Schmeer die
Anwesenden und gab ein Bild der Vereinsgeschichte. Der
Vorsitzende des Gaues Brebach und der Bruderverein
„Liedertafel“ Saarbrücken 3 beglückwünschten den Verein,
Ortsvorsteher Heinrich Diener überbrachte die Wünsche der
Gemeinde. Die Vereinskapelle überraschte mit guten
Leistungen.
Gau Dillingen.
Säunitliche dem Gau SDillingen angeschlossenen Vereine
waren vertreten, als der Gauvorsitzende Dusemond die
Versammlung eröffnete. Das Protokoll über die letzte
Gauversammlung wird in der vorliegenden Form geneh—
migt. Der Vorsitzende erstattete Bericht über die Ver—
handlungen in der Bundes-Vorstandssitzung vom 11. dieses
Monats. Für die Teilnehmer am Bundesfest des Sänger—
bundes in Frankfurt am Main werden verschiedene Richt—
linien organisatorischer Art bekannt gegeben. Die ein—
zelnen Vereine werden an die rechtzeitige Erledigung der
rückständigen Bundesbeiträge, sowie der Zeitungsgebühren
und Abgaben zum Tonsetzerverband erinnert. Von der
Bundesleitung ist angeregt, bei Veranstaltungen der Gaue
sowie der einzelnen Vereine in Zukunft mehr als bisher
das allgemeine Interesse an der Sängerbewegung durch
Inanspruchnahme der Presse zu fördern. Die Sänger
werden aufgefordert, durch Annoncenwerbung zur wirt—
schaftlichen Unterstützung der Bundeszeitschrift beizutragen.
In Vorbereitung des Wertungssingens der Gruppe 2
(30-260 Sängers) findet am 4. Jüli eine Besprechung
der einzelnen Gauvorsitzenden statt. Ueber das Ergebnis
ergeht Mitteilung an die interefsierten Vereine. Der Gau—
schatzmeister erstattet den Kassenbericht für das abgelaufene
Jahr. Die Kassenführung wird geprüft und in Ordnungß
befunden. Dem Schatzmeister wird Entlastung erteilt. Den
Aufnahmegesuchen der beiden Vereine Sängerkreis Dil—
lingen und „Gemütlichkeit“ Bilsdorf wird stattgegeben.
Die Neuwahlen des Gauvorstandes ergaben nachstehende
Zusammensetzung: 1. Vorsitzender: Dusemond (Sängerbund
Dillingen); 1. Schriftführer: Heidenreich (Quartett Dieff—
len); 1. Schatzmeister: Reiter ((Sängerbund Dillingen);
Cauchorleiter: Rektenwald (Fraulautern). In der Aus—
sprache über die vom Bund beabsichtigte Neugliederung
der Gaue teilte der Vorsitzende mit, daß die zu diesem Zweck
gebildete Kommission erst nach Abschluß der Verhand—
lungen über den Anschluß des S.S. B. an den rheinischen
S. B. zusammentreten soll. Der Gauvorsitzende wird be—
auftragt, seine Vorschläge im Einvernehmen mit den ein—
zelnen Gauvereinen zu machen. Zur Aufbesserung der
Gaukasse wird angeregt, ein Gaukonzert in Erwägung
zu ziehen. Der Vorsitzende will dieserhalb Verhandlungen
mit der Gemeindebehörde pflegen. Die nächste Gauver—
sammlung, deren näherer Zeitpunkt noch festausetzen ist,
findet in Bilsdorf statt

M.G. V. Urexweiler berichtet: Im Alter von 84 Jahren
wurde unser Gründungs-⸗ und Ehrenmitglied Johann
Nikolaus Recktenwald am 15. Juni zu Graäbe geträgen.
Seit 1878 war er ununterbrochen Mitglied des Vereins.
Als letzten Sängergruß sang der Verein beim Verlassen
des Trauerhauses und am Grabe Trauerlieder. Unser Bild
zeigt den treuen Sänger, der, nebenbei bemerkt, noch

Johann Nikolaus Recktenwald.

Veteran von 1870,71 war. Er diente damals im 7. Ulanen—
RKegiment. Schon im Jahre 1879 feierte der Verein das
Fest der Fahnenweihe. Bie Fahne war von den wenigen
Bründern angeschafft worden. Unter dem Motto: „Was
nur die Brust mag drängen, es wird zum Lied“, diente
er 54 Jahre dem Gesang.

Gau Homburg.
Am 11. Juni 1932 vollendete der derzeitige Vorsitzende
der Sängervereinigung Homburg, Oberregierungsrat O.
Bühler, sein 50. Lebensjaͤhr. Fast 20 Jahre darf er auf
ꝛine erfolgreiche Tätigkeit in seinem Bezirk, dem jetzigen
Landratsamt Homburg, zurückblicken, wo er bei seiner
zroßen Arbeitskraft, verbunden mit einer in jeder Lage
»orbildlich liebenswürdigen und entgegenkommenden Artt
ich die Wertschätzung seiner vorgesetzten Behörde, wie auch
diejenige der gesamten Bevölkerung Homburgs und seiner
Umgebung in reichem Maße erworben hat. Ebenso ver—
dienstvoll war auch seine Tätigkeit auf dem Gebiet der
VLolksbildung, vor allem aber in der Pflege der Sanges—
unst. Hier konnte sein umfassendes musikalisches Ver—
tändnis, dem außerdem noch eine prächtige Tenorstimme
zur Seite stand, voll zur Geltung kommen. Gleich im
ersten Jahre seines Hierseins im Jahre 1912 gehörte
er als Ausschußmitglied dem Oratorienberein an, der es
sich zur Aufgabe gemacht hatte, größere Chorwerke zur
Aufführung zu bringen. Als erster Erfolg konnte Haydns
„Schöpfung“ gebucht werden, der im nächsten Jahre Men—
delssohns „Messias“ folgte. Nil Gades „Erlkönigs Tochter“
und Max Bruchs „Schön Ellen“ und kurz vor dem Krieg
Mendelssohns „Paulus“ waren weitere musikalische Ereig
aifse. Das musikalische Leben, das wie überall äuch hier
durch den Krieg jäh unterbrochen war, erwachte erst wieder
in den Jahren 1920, 21, das als bedeutsamstes Ereignis
ür die Sangeskunst im Jahre 1923 den Zusammenschluß
nehrerer hiesiger Gesangvereine zur Sängervereinigung
domburg brachte, wodurch auch durch Ausbau des Fraͤuen
hors ein leistungsfähiger großer Chorkörper geschaffen war.
Dieser Erfolg war mit in erster Linie dem iatkräftigen
Eingreifen unseres Jubilars zu verdanken, der bald daraut
am 12. Juli 1924 durch das Vertrauen der sämtlichen
aftinen Mitalieder zum ersten Norsitßenden der neugegriin

Gau Illingen.
Zu einem Freundschaftssingen hatten sich die Bruder—
vereine „Sangeslust“ Mainzweiler, sowie „Alpenrose“ und
„Frohfinn“ Hirzweiler im Vereinslokale der „Concordia“
Urexweiler eingefunden. Nach kurzer Begrüßung durch den
1. Vorsitzenden der „Concordia“ begann die Feier mit dem
Absingen, des deutschen Sängergrußes und dem Weihelied
von Striegler. Es wurde dann eine Reihe von Volks—
liedern vorgetragen, die von den einzelnen Vereinen im
allgemeinen gut zu Gehör gebracht wuürden. Von den 26
Liedern seien erwähnt: „Deine Wälder hört ich rauschen“
„Beim Kronenwirt“, „Der Jäger aus Kurpfalz“, „Schön
Elslein“, „Die Sonn' erwacht“, „Ihr Rosen der Heimat“
und „Am Ort. wo meine Wiege sftand“ Das Nachtgebet“
            
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