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unserer Zeit ist und mehr und mehr werden muß, und
daß die Pflege dieser Chormusik zugleich Volkserziehungs—
arbeit ist. Ebenso einstimmig wurde zugestanden, daß die
technischen Schwierigkeiten nicht derartige seien, daß die
Werke für unsere Vereine nicht in Betracht kämen, im
Gegenteil wurde bestätigt, daß sich an viele dieser Werke
auch leistungsschwache Vereine heranmachen können. Chor—
meister berichteten aus Erfahrung, daß die Sänger, wenn
sie erst einmal diese neue Sprache empfunden hätten, keinen
Wunsch nach den süßlichen, schmalzigen Liedertafel-Liedern
mehr haben. Es wurde darauf aufmerksam gemacht, daß
unsere Sänger auch des literarischen Inhalts der Chöre
bewußt werden müssen, und Bundesschriftführer Stein er—
klärt sich zu literarischen Einführungen bereit. Dr. Bongard
macht darauf aufmerksam, daß in diesen Werken eine
künstlerische Form gefunden sei, die großen künstlerischen
Inhalt berge, und daß der Männerchor unter den übrigen
Kunstformen zur Geltung nur durchstoßen kann, wenn er
sich zu dieser großen zeitgenössischen Kunst bekennt. Dem
Wunsche aller Chormeister, in dieser aktiven Weise auch
in Zukunft mit neuzeitlichem Kunstschaffen vertraut ge—
macht zu werden, begegneten beide Bundeschormeister mit
Zustimmung.
Ueber die Frage, ob der BPertrag mit dem Musik—
schutzverband 1933 gekündigt werden soll, ergab sich
eine sehr bewegte Aussprache, die von Musikdirektor Beck
mit einem Referat über das „Urheberschutzgesetz“ und seine
Anwendung auf die Veranstaltungen unserer Chorvereini—
gungen eingeleitet wurde. Der Referent wurde gebeten,
eine knappe Zusammenfassung seiner Ausführungen für
die Bundeszeitschrift zu verfassen, damit sich alle Inter—
essenten ein Urteil bilden können. Der Vorschlag des
Bundesvorstandes, den Vertrag mit der Tonsetzergenossen—
schaft wenigstens auf ein Jahr zu kündigen und inzwischen
das vom Refserenten stizzierte beitragsfreie Notenmaterial
zu verwenden, vermochte nicht die Zustimmung der Chor—
meister zu finden. So wurde denn Vertagung bis Sep—
tember beschlossen, damit die für unser ferneres künstle—
risches Schaffen bedeutsame Angelegenheit noch in den
Gauen durchgefprochen werden kann—
Der Antrag des Gaues Sulzbachtal betr. Teilnahme
der gemischten Chöre am Wertungssingen,
wurde gegen die Stimme von Gauchormeister Mayer dahin—
gehend entschieden, daß die jetzige Wertungssingenordnung
drei Jahre lang einheitlich durchgeführt werden soll. Als
dann aber werde gewiß im Sinne des Gauantrages Be—
schluß gefaßt werden.
Die sehr anregende Tagung wurde 724 Uhr mit Dank
für allfeitige Mitarbeit geschlossen.
gez. Stein, gez. Stilz,
Bundesschriftführer. 1. Bundeschormeister.
Es ist uns eine besondere Freude, die Lehrerschaft im
S. S. B., aber auch die gesamte Sängerschaft auf das prachtvoll
gelegene und musterhaft geleitete Kinder-Erholungs⸗
heim des Vorsitzenden vom Gau Tholey, Dr. H. Jof. Steffeus,
hinzuweisen, zümal es auch als Ziel von Schulausflügen
und Sängerfahrten in Betracht kommt. Es liegt in Ober—
thal, umgeben von altem Baumbestand, immergrünen Nadelhölzern
und Eichen, Weithin sichtbar tritt auf dem an—
mutigen „Küppchen“ der in schlichtem Weiß gehaltene,
sich harmonisch dem schönen Landschaftsbilde einführende
Bau schloßartig hervor, ein wahrhaft idyllisches Plahchen,
Bahn⸗ und Poststation an der Strecke St. Wendel -Tholey.
Gleich links beim Anstieg von der Bannseite her fällt
uns ein, Freiluft-Schwimm-Bassin auf inmitten junger
Obstanpflanzungen. Auf halber Höhe laden bequeme Sitz⸗
bänke zum Rasten ein und geben Blick auf Kirche und
stark gewundene Bahnstrecke. Dann stehen wir vor dem
Hauptgebäude, und unser Auge weidet sich an dem selten
schönen freien Blick nach Süden ins obere Tal der Blies
Zu unseren Füßen Oberthal, ein wohl gepflegtes, auf—
sͤrebendes Dorf. Nach rechts die mannigfachsten Hügelketten
des 6 Kilometer entfernten Schaumberges, des bekanntlich
höchsten Berges des Saargebietes, mit seinem hochragenden
Kriegergedächtnisturm, nach links Bliesen und die Zinnen
des Stehler Missionshauses in St. Wendel. Sonst ringsum
Wald und hub sche Anlagen. Liegehalle, Spielplatz mit vielen
Turn⸗ un Spielgeräten, ein großes, behagliches Süd—
zimmer als Aufenthalt bei ungünstigem Welter, zugleich
als Tageskaffee einderichtet. lassen das Erhosündhen'guß
UVIIIP Saar-Sänger-Bund II.
uill Nr. —
als prächtigen Ausflugsort für Schulklassen erscheinen. Re—
zjierungsseitig steht die Höhe, auf der es liegt, ja unter
dem Schutzparagraphen zur Erhaltung schöner Landschafts—
bilder; bekannte Männer aus Kirche und Schule empfehlen
den Besuch; behördlicherseits wird das Heim günstig be—
uirteilt. Gern wird auch von der Leitung des Hauses eine
Besichtigung des Inneren gestattet und werden die Eltern
»ntzückt sein, für ihre Lieblinge ein Spiel- und Musik—
zimmer, luftige, niedlich eingerichtete Schlafräume und in
der Frau des Hauses eine jugendfrische, temperamentvolle
mütterliche Beraterin und Helferin zu finden. Auch außer—
halb der Herbstferien können Kinder, besonders erholungs—
hedürstige, d. h. blutarme, schwache und leicht nervöse
Mädchen von 8214 Jahren, nicht aber infektionskranke
Ausnahme finden. Durch den in diesem Jahre fertig ge—
vordenen Erweiterungsbau (Zentralheizung, Warmwasser—
Versorgung usw.) sind auch einige Zimmer für Erwachsene
frei geworden.
Ein Besuch und ein Versuch lohnt sich wirklich. Ver—
»flegung und Unterkunft sind bei einem Tagespreise von
18220 Fr. für Kinder, bei Erwachsenen nach Ueberein—
funft, vorzüglich. Auch ist Gelegenheit geboten zur zweck—
entsprechenden Beschäftigung mit den Schulbüchern, so daß
ein Kind selbst bei längerem Aufenthalte kaum hinter den
slassengefährten zurückbleibt. Es wird jedoch selbstredend
darauf geachtet, daß der eigentliche Zweck des Aufenthaltes,
die Kräftigung des Kindes, nicht unter der Nachholarbeit
iür die Schule leidet.
Mehrere Bestrahlungsapparate stehen zur Verfügung und
Bäder jeder Art können verabfolgt werden. Auch zu Güssen,
Tau-Gras-Laufen, Sonnenbädern bzw. Freiluftbädern ist
Belegenheit. Systematisch werden Atmungsübungen und Be—
vegungsspiele gemeinsam vorgenommen. Schaukel, Ringe
Trapez, Rundlauf, Wippe, Ball- und Kroquetspiele sorgen
für Abwechselung. Eine geregelte Tageseinteilung läßt
tkeine Langeweile aufkommen.
Wahrlich, Oberthal, das Erholungsheim wie seine Um—
zgebung sind wert, zunächst im Saargebiet näher bekannt
and geschätzt zu werden. Hier ist eine Stätte der Heilung,
Erquickung und Erholung im besten Sinne des Wortes,
besonders für die heranwachsende Jugend. (Siehe Anzeige
in der Bundeszeitschrift.)
Sterbetafel.
Georg Jackob, inaktives Mitglied der Sängervereinigung
„Cäcilia⸗Eintracht“ Geislautern, gestorben am 24. Mai
im Alter von 80 Jahren.
Otto Schäfer, inaktives Mitglied und Gründer des Neun—
kircher Liederkranz.
Reinhold Limbach, inaktives Mitglied und Gründer des
Neunkircher Liederkranz.
Georg Staat, inaktives Mitglied des Neunkircher Lieder⸗
kranz.
Johann Nik. Rektenwald, Gründungs- und Ehrenmit⸗
glied des MGV. „Konkordia“ Urexweiler, gestorben
im Juni im Alter von 84 Jahren.
Karl Grub, inaktives Mitglied des „Halberger Sänger⸗
bundes“ Brebach, gestorben am 27. Juni im Alter
von 61 Jahren.
Andreas Mohr, inaktives Mitglied des „Halberger Sänger⸗
bundes“ Brebach, gestorben am 3. Juli im Alter von
58 Jahren.
Friedrich Diesinger, Mitgründer und Ehrenmitglied des
MEGV. 1877 Ottenhausen, gestorben am 24. Juni
im Alter von 72 Jahren.
Nikolaus Grundhefer, Gründer und inaktives Mitglied
des MGW. Rotenhof-⸗-Saarbrücken, gestorben am 28.
Juni im Alter von 61 Jahren.
Nikolaus Ladwein, aktives und Ehrenmitglied des MGV.
„Heiterkeit“ Püttlingen, gestorben am 21. Juni im
Alter von 73 Jahren.
„GStumm schlaͤft der Saänger............“,
Verein, Gau. Bund bewabren ihnen ein dankbares Andenken