Full text : 9.1931-1932 (0009)

Zeite 82

ruh Saar⸗Sänger-Bund IInen

*zulIu pppe Nr.

Adolf Rirchls Männerchorwerke.

A dof Kirchl gehört zu den Männerchorspezialisten. Ganz
MNim Gegensatz zu unsern Neueren, die auch auf andern
Sebieten und musikalischen Gattungen zuhause sind, schreibt
er fast ausschließlich für Männerchor. Bekannt ist eigent—
ich verhältnismäßig wenig von ihm. Selbstverständlich
sein „Stilleben“, leider meist solche Werke, nach denen man
den Komponisten nicht beurteilen sollte!

Aus dem Verlag Adolf Robitschek, Leipzig.
op. 12: Es muß ein Wunderbares sein. (S5stimmig.)
op. 141 aninrahrn m Voaien —5
iab, Mei irndl, 's Bildl, Da Gattern).
oP. 15.: 5 Männerchöre im Volkston (Unser Land, Da
eee Da Trauminöt, Da starke Hans,
s Kreuzl).
Warmen Iens —3 — man gigentuch gp Ir Penne Postillon. (Soloquartett und Piston—
das künstlerisch Ueberdur nittliche, künstlerische Fest— ß
tün nur das Beste vom Besten. Denn gewöhnliche teedere Noserg Anschied, Da unten im
Alltagskost“ nehmen unsere, Vereine schon ohnedies in Fabgig e V ge d er tett cühmorgens
jenügender Menge zu sich, Und Kirchls Werke repräsen— * annerchörg n oquartett (Frühmorgens
eren sode hausbadene Chöre für den Artag, Eine
RKeihe seiner Ehöre haben den Vorzug, leicht zu fein. Er es Zhissers nn y i a en
ist daher der gegebene Mann für d — die dreidiedete rNinnerhimmen (Waldesrauschen,
sich an die schwserigeren modernen Sachen ni heran⸗ unge⸗ — T. 42
3* e — V die i ar eVonaden (Des Ritters Grab, Schwäbische
tungen Kirchls (op. 44 und op. enutzt werden. Be—
sonders schön und eigenartig ist aus op. 44 „Da unten im e Segne der Paterand
Tale“, aus op, 66“,All meine Gedanken“, ferner „Es Feen raen un roͤrt 3 Gedank A
steht ein Lind in jenem Tal“. Kirchl ist Harmoöniker durch ne eutsche it ie eꝑ wezn He an Ach
und Inres un, seine —3 — —& Sttnpemn soll ich klagen, Drei Laub auf einer
heutigen Gepflogenheit, polyphon zu schreiben, entsprechen, * 26*
so dandelt es sich dabei vber um deichte, schüchte, saubere, nnnwendgesang (Lodert auf, ihr heil'gen
untadelige Sätze. Tiroler Landsturmlied.
In der Melodieführung bleibt Kirchl stets unkompliziert, drei kirchliche Gesänge (lantum ergo, Asperges,
volkstümlich, freilich für solche, die den Maßstab moderner vidi aquam).
und zeitgemäßer Melodik anlegen, zu einfach. Ueber die 5Chöre mit Baritonsolo (Abendfriede, Sommer—
Tonalität mit ihrer Grundlage, nämlich der diatonischen racht, Was ich möchte, Hört ihr, Mägdelein,
Tonleiter, geht er selten hinaus. Es ist wahr, daß der Morgenwanderung).
Meister, in der Musikkultur einer vergangenen Epoche 2Chöre mit Baßsolo (Deutsche Weise, Gold'ne
groß geworden, den Anschluß an die neue Zeit nie gesucht Tages. —*
hat. Aber seine frische Volkstümlichkeit, sein leichter Humor du“ deutsches Wien.
erfreuen alle diejenigen, denen neben künstlerischen Groß— deutscher Gesang.
taten auch gesellige Stunden lieb und wert sind. Gerade Rr 1 Schwert“ aus der Scheide.
r e ena woher te von ddH ng sind ßrinz Eugenius, der edle Ritter.
irchls erke re am atze, gibt es do öre, die Id Acka 648
oor der Oeffentlichkeit Programme höchsten Niveaus singen, op. 30: Nr 3 Tal
aber Chhre zweifelhafter Qualität bevorzugen, sobald sie 35. 33; Aus dem kleinen Rosengarten“ von Löns Gr. 1:
unter sich sind. Auf der Lüneburger Heide, 4: Das Scheiden
Kirchls größere Werke (Balladen usw.) sind nicht ganz 5: Der ferne Stern).
einheittich und erfreuen sich längst nicht der Beliebcheit op. 85: das schönste Sied.
ihrer bescheideneren Schwestern. Es liegt daran, daß sie Aus dem Verlag Bosworth, Leipzig.
neben packenden Stellen (besonders Schilderungen etwa des op. 56: 5 Gesänge in Volksmundart 14. DiHozat
Sturmes, des Waldesrauschens usw.) solche matterer Kon— Stiueben)
zeption haben. Dennoch sollten sie mehr beachtet werden. op. 57: Rr VDas Mädchen und der Dornbusch.
Einer der besten Chöre ist „Des Schiffers Traum“ 5p. 58: Nr. 1: Elfenlocken im Wald.
op. 48), der allerdings auch entsprechend schwer ausge— Vetter Michel.
fallen ist. ꝗOp. 47 „Der letzte Pfalzgraf“ fällt gegen Schluß Wiener Musikversagshaus.
etwas ab. Sehr frisch und forsch, ein Paradestück für einen op. 52: Nr. 1: Ich sah im Traum.
leichtbeweglichen Chor, ist op. 46 „In der Bergschenke“, Verlag G. A. Zumsteeg, Stuttgart.
graziös und spritzig op. 57 „Das Mädchen und der Dorn- op. 61: 3 Männerchöre Ruf“ den Büget. Brückenzoll
busch“. Auch der Sonnwendgesang opr 67 „Lodert auf, Bergfreude)
hr heil'gen Flammen“ ist sehr wirkungsvoll. Verlag Hochstein, Heidelberg.
WVon folgenden Chören von Adolf Kirchl befinden sich op. 93: 1. All meine Herzgedanken, 2. Heimweh, 3. An
die Vartituren in der Bundesbibliothek: der Mosel.

Saarfürst.der Viere Fürst!

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