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Monatiftsschrift 8
Ueber 300 Vereine mit über Z3Z0 ooo Mitgliedern. Herausgegeben im Auftrage des Bundes ę—*
von Stadtschulrat Dr. h.e. Hans Bongard und Rektor Walther Stein, Saarbrücken. 8
Ddruck und Verlag der Buch⸗ und Kunstoöruckerei GBebr. Hofer A. G. Saarbrücken ———
Völklingen und Leinzig. Bezugspreis Er. 5.— vierteljährlich. Einzelnummer Fr. 2. — ⸗
11. Jahrgang
Willkommen in Saarbrücken!
Zum ersten Mal seit dem Bestehen des Saar-Sänger—
DBundes tritt am 19. April 1931 der Bundestag,
die höchste Instanz des Saar-Sänger-Bundes, in Saar—
brücken zusammen. Der
Gau Saarbrücken
ist von aufrichtiger
Freude erfüllt und ruft
allen Sangesbrüdern
aus den Gauen und
Vereinen des ganzen
Saargebietes sowie den
übrigen Gästen, die er
in seiner Mitte gast—
lich aufnehmen will,
einen herzlichen Will⸗
kommengruß zu! Die
Großstadt Saarbrücken
rechnet es sich ebenfalls
zur Ehre an, den
Bundestag in ihren
Mauern beherbergen zu
dürfen. Eine besondere
Freude für den Bundes—
vorstand ist es, die
Vertreter aller Vereine
aus allen Gauen zum
ersten Mal in unse—
rem gemeinsamen Saar—⸗
Sänger-Heim im Stadt—
park Ludwigsberg be—
grüßen zu können. Wenn
auch die Verhandlungen
des Bundestages selbst
wegen der zu erwar—
tenden großen Beteili—
gung anderer Sanges—
brüder nur in dem
endlich einmal wirklich
Platz bietenden Saal—
bau geführt werden
können, so soll doch
das gemeinsame Mittag—
essen alle Delegierten
im Saar-Sänger-Heim zu einer großen Familie
an einem Tisch vereinigen und die Sangesbrüder
einander auch menschlich näher bringen. — Ueber
die Bedeutung des Bundestages für das vulsierende
Leben in der Saar-Sängersache, für die Zufüh—
rung neuer Gedanken und das Wecken schaffender
Kräfte in den Gauen und Vereinen, für die Hebung
des Selbstbewußtseins
jedes einzelnen Sängers
als Mitglied dieser
machtvollen Organisa—
tion — über alle diese
Dinge braucht hier
nichts mehr gesagt zu
werden. Wir alle wis—
sen, was uns der
Bundestag im Laufe
der Jahre geworden
ist. Ich möchte daher
die seltene Gelegen—
heit, an dieser Stelle
zu Tausenden zu spre—
chen, zu etwas anderem
benutzen. Ich will die
Sangesbrüder bitten, zu
dem Bundestag mit
gehobenem Haupt und
betonter Zuversicht zu
kommen. Liegt zu dieser
Bitte Veranlassung vor?
Ich glaube ja.
Wenn man in der
Grippezeit seinen Be—
kannten und Freunden
begegnet und ihnen
das inhaltlos gewor—
dene „Wie gehts?“
zuruft, wagt keiner
die sonst übliche,
ebenso inhaltlose Ant—
wort „Danke gut, und
Ihnen?“ zu geben, son—
dern jeder dreht und
wendet sich und gibt
um keinen Preis zu,
daß es ihm nicht
schlecht geht, daß er
die Grippe nicht hat. Ganz Schlaue flüstern „unbe—
rufen, es geht so“ und spucken heimlich dreimal hinter
sich. Warum meint nun jeder, daß er in dieser wirt—
chaftlichen und politischen Grippezeit Deutschlands