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IIhhl Saar⸗Sänger⸗Bund sisr
»issp Seite 81
Adolf
FGirchl.
Mägdlein, so schön und hold,
Mägdlein, so treu wie Gold —
— die ungezählten Tausenden, die diesen unter ihren
BMeAugen geradezu zum Volkslied gewordenen Chor bewegten
derzens singen, den Meister, der ihn schuf?
Adaolf Kirchl ist sein Name. Sein Bild und eine Faksimile—
iachbildung seiner Handschrift schmücken diesen Aufsatz. Es
st ein über Siebzigjähriger, der sich in seinen köstlichen, un—
gzeschminkten, frischefrohen Weisen seine ewige Jugend vorweg—⸗
jenommen hat. Sie werden weiterklingen in der deutschen
SZängerschaft: Stilleben, Der alte Goethe, Der starke Hans,
Dder Gattern, Auf der Lünneburger Heide, Rothaarig ist mein
Schätzelein, Frau Wirtin schenkt ein, Elfenlocken im Walde,
Fin blankes Wort, Ach, in Trauern muß ich leben, Mir ist ein
Am 16. Juni 1858 als Sohn eines Bankbeamten in Wien
eboren, stand er schon in jungen Jahren im Banne der
Nusik. Erst Schüler des berühmten Altmeisters Mandryczewski,
ann in St. Anna Schüler in derselben Anstalt, in der auch
xranz Schubert seine Ausbildung zum Lehrer empfangen hatte,
ald aber wie dieser ganz seiner holden Kunst hingegeben,
enkt er als Chormeister von Männergesangvereinen, zuerst
889 im „Neubauer M.G. V.“, dann in der „Wiener Liedertafel“,
ie Aufmerksamkeit des musikalischen Wien auf sich und wird
m Jahre 1891 als Nachfolger Mairs Chormeister des
Viener Schubertbundes. Unter seiner Führung erlebt
»er Wiener Schubertbund wohl seine glanzvollste Epoche. Die
Zängerzahl wächst von 200 auf 400! Meisterwerke der deutschen
Nusik kommen in allgemein beachteten vorbildlichen Aufführun—
jen zum Klingen: Richard Wagners „Liebesmahl der Apostel“,
Inton Bruckners „Helgoland“, Jean Louis Nicodés „Das Meer“,
deinrich Zöllners „Kolumbus“, Richard Strauß' „Altdeutsches
schlachtlied“. Ueberaus erfolgreiche Konzertreisen des Wiener
zchubertbundes in die Schweiz, nach Deutschland, Frankreich,
Dänemark, Schweden, Norwegen, Bosnien, Herzegowina, Dalma—
ien trugen den Ruhm der Sänger und ihres Meisters in die
Welt. Im Jahre 1915 legte er den Taktstock des Vereins, nach—
dem dieser ihn bereits 1904 zum Ehrenchormeister ernannt hatte,
tieder. Von 1893 bis 1904 diente Adolf Kirchl der deutschen
Zängersache über den Rahmen des Vereinsdirigenten hinaus
zuch als Bundeschormeister des Niederösterrei—
hischen Sängerbundes, der ihm wertvolle künstlerische
Antriebe verdankt.
In Adolf Kirchl sprudelt noch echtes Musikantentum.
Dadurch war es ihm stets vergönnt, die Sängerscharen, die unter
seinem Taktstock standen, von innen heraus für das Große
und Schöne zu beseelen und sie zu höchsten Leistungen hinzu—
reißen. Niemand vergißt seine verantwortungsbewußte peinliche
Zorgfalt bei Durchfeilung der Chöre, niemand vergißt aber
uch den köstlichen, menschenfreundlichen, befreienden Humor
voll echter Urwüchsigkeit, mit dem er über Krisen im Vereins—
seben hinwegzusteuern verstand. Dieses göttliche Musikantentum
pricht überzeugend aus seinen Werken: den über 300
MNännerchören, seinen gemischten und Frauenchören, seinen Quar—
letten und Liedern für eine Singstimme, aus seinen entzückenden
Volksliedbearbeitungen, seinen Kinderliedern, den Bagatellen
für Klavier, seinem Schubertbuch für die Jugend, Alles ist
io viel, weil es nicht mehr scheinen will, als es ist. Und so
exweist es sich, daß seine Werke nichts anderes sind als ein
Spiegel dieses fest in sich ruhenden und fest auf sich stehenden,
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schön braun Maidelein, Prinz Eugenius, Es muß was Wunder⸗
häres sein um's Lieben zweier Seelen, und wie sie alle heißen,
zie Perlen deuktsch-österreichischer Chorsiteratur ..
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das Leben in Freud und Leid, in Höhen und Tiefen gleich sicher
neisternden Menschen! Möchte ein freundliches Schicksal
hm noch einen langen, gesegneten Feierabend voll be—
ztückender Ueberschau über sein reiches Leben und sein reiches
ebenswerk bescheren! Möchten aber auch wir Sänger beim
Zzingen seiner ernsten und heiteren Lieder der prachtvollen
5ynthese seines Menschentums und seines Musikantentums von
Zerzen bewußt bleiben! Walther Stein
5 v —
Zruch'* Bier bu uue