Full text : 9.1931-1932 (0009)

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„11010

pPRI Saar⸗-Sänger-Bunden

JIIIIPISeite 79

mal eine weniger gute Note erhielte als irgend ein
kleiner Land- oder Bergmannsverein, der nämlich
vegen der Kleinheit des Ortes gar nicht mehr Sänger
aufbringen konnte als 20 oder 30, mit dieser kleinen
Schar aber Mustergiltiges leistete. Umgekehrt werden
manche durchaus gut veranlagten Vereine nicht das
höchste Ziel erreichen, weil sie über Eigenbrötelei und
Vereinsegoismus oder törichter Anbetung verstaubter
Tradition und voll Stolz auf Leistungen von anndo
Toback den Weg zum Zusammenschluß der
guten Kräfte eines Ortes nicht fanden. Und
Vereine, die sich erst gerade zusammengeschlossen haben,
werden bei der Zensierung berücksichtigt bekommen,
daß sie erst im Werden, im Aufstieg sind. Bei allen
Vereinen soll vom Wertungssachverständigen die
vollkommenste Ausnützung der gegebenen
Möglichkeiten zensiert werden. Von jedem
nuß eben gefordert werden, daß er opfer—
dbereit sein Letztes und Bestes an seine
Aufgabe setzt!
Es könnte leicht als Widerspruch aufgefaßt werden,
wenn hernach zum Bundessingen nur die mit

‚sehr gut“ prädizierten Vereine berufen werden. Nein,
uch hier soll nicht versteckt eine Meisterschaft ausge—
sungen werden. Jeder, der sein Letztes und Bestes
in die Pflege des Liedes gesetzt hat, kann — wie ich
oeben ausgeführt habe — das hohe Prädikat und da—
nit die Einladung des Sachverständigen zum nächsten
Bundessingen erhalten. Und es möchte mancher als
führend“ angesehene Verein — besonders solche, die
ich selbst als „führend“ glauben — sein blaues
ssunder erleben, wenn er spüren muß, wie hin—
sebungsvoll irgend ein kleiner Landverein seine künst—
erische Mission aufgefaßt hat. Fastnachtsbälle und
Veihnachtsverlosungen, Operetten- und Singspiele
iegen nicht im Aufgabenbereich unserer Chorvereini—
zungen! Sie kennzeichnen aber das Kulturniveau der
bereine und ihrer Führer. Der Dienst an deutscher
dunst fordert ganze Menschen, ungeteilte Herzen, die
»öllige Hingabe an das Schöne. Auch angesichts unserer
zolkserzieherischen Mission gilt das Wort der heiligen
Schrift: Man kann nicht zwei Herren dienen!
Walther Stein.

Das 14. Wertungssingen des rhein.⸗westfülischen Süngerbundes
in Eslen.

17 große westdeutsche Männergesangvereine traten am
9. und 10. Mal in der Gruga der Kruppstadt mit zirka
3500 Mannen zum 1., Wertungssingen an. Seit dem
etzten Kaiserpreissingen im Jahre 1918 in Frankfurt a. M.
hat ein Wertungssingen von solchen Ausmaßen wie in
xẽssen nicht mehr stattgefunden. Viele Tausende nicht nur
der wefideutschen Chormeister und Sänger bekundeten ihr
großes Interesse am deutschen Männergesang. Man war
inmal gespannt auf die Leistungen der einzelnen Vereine,
nehr aber noch wollte man neugierig sein, ob das Wer—
ungsfingen (es soll und darf kein Preissingen sein,
aber den gewissen Unterton eines Preissingens konn te
man ihm nicht nehmen) auch seinen Zweck erreiche. Es
zleibt zu prüfen, ob die Habenseite größer ist als die
Zollseite. Man hatte einen würdigen, ehrlichen
Verlauf garantiert. Ein schöner architektonisch wertvoller
Raum war in der großen Grugahalle mit ihrer vorzüg—
lichen Akkustik gefunden. Dem Prinzip der Ehrlichkeit
begegnete das Preisrichterkollegium, welches unbeirrt und
zrädlinig vorzugehen hatte, durchaus: Staatskapellmeister
br. Robert Laugs, Domkapellmeister Eduard Nößler,
Domchordirektor Professor Hugo Rüdel, Professor Ewald
sträßer und Profefssor Gustav Wohlgemuth,
In PMax Fiedler, Rudolf Hoffmann, Peter Haas
und Franz Plantenburg hatte man Dirigenten ge—
wonnoͤn, die Brahms, Wagner, Weber und Reger beim
Aufiakt und der Schlußfeier bestens zur Aufführung
brachten.
Erwin Lendvais „Lob des Waldes“ — in einem
Briefe an Mufsikdirektor Schell. den Dirigenten des mit

J

denkmünze
Walther von der Vogelweide

derr sttettter“
—IIIIILX
Kunstpräge-Anstalt
Pforzheim, Lindenstraße 50

der Goldenen Plakette gekrönten M.G.V. der R.W.S. Troishorf,
 nennt er die Ueberschrift seinrs Chores „Lob der
häume“ —, war als Achtwöochenchor zugestellt und Bucks
„Im Maien“ als Stundenchor gewählt worden. Man
Jaͤtte Komponisten auserwählt, die unter den Gegenwarts⸗
Imponisten einen bedeutenden Namen führen. In der
Auüswahl der Kunstchöre bewiesen die einzelnen Vereine
aͤne glücklichere Wahl als in der Bestimmung des Volks—
iedes Es trat bedauerlicherweise sehr stark zurück
Die Redner bei der Eröffnungsfeier: Rektor Ködding,
IRBberbürgermeister Bracht, Vorsitzender Wilh. Mirbach
ind Geheimrat Dre Hammerschmidt, betonten in der
Vichtigkeit der Veranstaltung ihre restlhose Erfüllung
Is Treudienst am deutschen Lied. Am Schlusse konnte
heheimrat Pr. Hammerschmidt goldene, silberne und
ronzene Plaketten verteilen. Einen 1. Preis erhielten
er M.G.B. der R.W.S Troisdorf (Schell) und Lieder—
afel M.Gladbach (Karl Kämphf).
Ein Hauptzweck, das große Interesse für das
deutsche Lied wieder wachzurufen, ist erreicht.
xs ist auch bewiesen worden, daß noch gut gesungen werden
ann Die Mühen wurden durch Plaketten geehrt und
anden nicht klingenden“ Lohn. Dennoch kann die Essener
Keranstaltüng nicht als Wertungssingen im eigentlichen
Zinne bezeichnet werden. Wir begrüßen es als eine Etappe
fuf dem Wenge zur Bekämpfung der Preissingen!
Josef Pohe,
Bad Godesberaqg.

3

Vereinsbank Saarbrücken
e. G. m. b. H. BGBründungsinabr 1873
Zentrale: Saarbrücken 2 Malstatt), Breitestraße 54 —
Filialen: Saarbrücken 5 (Burbach), Bergstraße 77 u.
Saarbrücken 3 (St. Johann), Kaiserstraße 10
Saarbrücken 1 0Alt⸗Saarbrücken). Eisenbabnstr. 35

A
mitalieder. Spareinlagen, Heimsparbüchsen. Suaruhren
            
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