Full text : 9.1931-1932 (0009)

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Aufgaben treten an ihn heran. Zumal unsere Zeit
väre einer gemächlichen Beschaulichkeit ganz und gar
abhold. Sie fordert vielmehr Anpassung an berech—
tigte Neuforderungen und darum Entschlußfähigkeit
 und Entscheidung. Dabei braucht vom
alten nichts zu stürzen, was gut und unwandelbar ist.
Aber neues darf nicht deswegen abgewiesen werden,
veil es nicht auf ausgetretenen Bahnen wandeln will.
Es ist jedoch, liebe Freunde, keine Gefahr, daß wir
stille stehen und erstarren. Schon die Begeisterung,
mit der wir der guten Sache dienen, bewahrt uns da—
oor. Vollzieht sich auch die ernste Arbeit unserer Vereine

ariruiclhhh Saar⸗Sänger-Bund VV

1441P Seite 61

Eine gewaltige Heerschau wird nächstes Jahr das
Zängerfest in Frankfurt werden. Ein erfreu—
iches Zeichen des wachsenden Verständnisses der Be—
djörden für die Bedeutung des Chorgesangwesens ist
ie Stiftung eines Staatspreises seitens des
seiches und Preußens für ein großes Männerchorwerk
owie gute kleinere Chöre, die in Frankfurt uraufge—
ührt werden sollen. Gelingt es, alle die großen Pläne
urchzuführen, und daran brauchen wir nicht zu zwei—
eln, so wird das Fest eine musikalische Tat
verden, wie wir sie noch nicht vollbrachten.
Die Pflege des deutschen Liedes im Deutschen Sänger—
»unde ist getragen von heißer Liebe zum deut—
schen Vaterland. Aber sie hält sich von poli—
ischer Betätigung strenge fern. Wir sind stolz
darauf, daß es uns gelingt, trotz der kläglichen Zer—
rissenheit des deutschen Volkes Hunderttausende bei
aller Verschiedenheit des Berufes, der parteipolitischen
Meinung und des Glaubens in dem Streben nach
gleichen Zielen zu vereinigen. Schon diese Tatsache
allein ist verdienstvolle Arbeit am Deutschtum.
Die Angehörigen des Deutschen Sängerbundes haben
sich von jeher über die Stammesgrenzen hinaus die
Bruderhand gereicht. Sie haben die Gründung des
Reiches mit vorbereitet. Der Deutsche Sängerbund be—
rachtet sich zumal heute als ein starker Anker
deutscher Sprache und Kultur auf der
ganzen Erde.
Darum liegen ihm auch die Bünde und Vereine
un den Grenzländern besonders nahe am Herzen.
Berade auch das Lied hat sie getragen und gehoben
und zu der unverbrüchlichen Treue befähigt, für die
vir ihnen aufrichtig danken. Es wäre mir eine herz—
iche Freude, wenn es gelänge, im Deutschen Sänger—
jund so etwas wie einen Grenzlandfonds zu schaffen.
Sängern ziemt es aber nicht, mutlos die Köpfe
zängen zu lassen. Wir wollen darum nicht immer
hon der politischen und wirtschaftlichen Not der Zeit
reden. Wir wollen zuversichtlich vorwärts
hlicken und arbeiten, arbeiten. Das deutsche Volk
jat schon oft Schweres erduldet und wieder über—
vunden. Auf seine zähe Kraft und seinen guten Kern
wollen wir auch jetzt vertrauen. Liebe Sangesfreunde
rufet mit mir: Der Saarsängerbund. der Deutsche
Zängerbund Heil!
Geheimrat Dr. Hammerschmidt,
Norsikender des D.S.B.

*

im engen Uebungsraume, unsere Leistungen und schon
der Gedanke und die ganze Wirksamkeit des Deutschen
Sängerbundes gehört in die breite Oeffentlich—
zeit und in alle Schichten des Volkes.
Das soll auch wieder der Liedertag am letzten
Junisonntag zeigen, der sich in diesem Jahr allüberall
noch eindrucksvoller gestalten wird. Es ist eine große
Sache, daß da in allen Städten und in gar vielen
Dörfern zu gleicher Zeit volkstümliche Lieder, im
Freien gesungen, zum Himmel steigen.

vVorbildungs für den
kaufm. Beruf.
Sorgfaltigen Unterricht in allen
ntorwissenschaften erteilt
rufmannische Privatschule
—IEEI
—VIII
kerneprecher 2uu⸗ö Saarbrücken 3 Friedrid-Ebertsir. is
Vormittags-,, Nochmittags- und Abendkurse
Prospekte frei 280

ahnung
„Nun schweige jeder bon seinem Leid“
Massen⸗Chor
für die öffentl. Kundgebung anlaßlich des
12. Bundestages des Sagar⸗Sanger-Bundes.
Partituren-Katalog mit den Chören von Heinrichs
4 steht den Herren Dirigenten zur Verfügung von
Ernst Eulenburg, Leipzig l. 1, Königstr. 8.

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