Full text : 9.1931-1932 (0009)

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rst Saar⸗Sänger-Bund IIIIV ullh Nr. *
deutschen Liede gedient, deutscher Männergesang war sein Inhalt
ind Lebenszweck. 31 Jahre aktiver Sänger, unentschuldigt
riemals gefehlt, ein Vorbild der Disziplin und Sangesbrüder—
ichkeit! Als ihm auf dem Bundestage in St. Wendel feierlich
»er Ehrenbrief des Deutschen Sängerbundes überreicht wurde,
ieß der Männerchor es sich nicht nehmen, den Gefeierten mit
inem kernigen Sängergruß am Bahnhof in Schiffweiler ab—
uholen. Nun standen wir an der Bahre dieses Vorbildes
von Sängertreue. Ein großes Geleit begleitete ihn zu seiner
etzten Ruhestätte. „Stumm schläft der Sänger“ intonierte der
tattliche Chor und „Vom guten Kameraden“ spielte eine
dapelle. Treue um Treue, Dank dir Lieber, für das Erbe,
»as du uns hinterlassen hast, den guten Geist, der heute den
M.G.V. „Frohsinn“ Schiffweiler beseelt! Ein Blumenstrauß
zierte 4 Wochen den Platz, wo er mit uns Sängern Freud
und Leid teilte. Drei Söhne von ihm sind treue Frohsinnler

Förderer des Gesanges. Inzwischen traf Bundesschriftführer
Stein ein und wurde mit begeistertem „Grüß Gott mit hellem
Klang!“ empfangen, worauf Gauvorsitzender Engel dem Gaste
den Willkommgruß entbot. Der Bundesvertreter entwickelte nun
n einem Vortrag das ganze Kulturprogramm des Bundes, Be—
»eutung der Männerchöre, Wertungssingen, Programmgestal—
zung, Konzerttätigkeit, Weiterbildung der Chorleiter, Vorbild
des Wiener Lehrer-A-cappella-Chores und Einbeziehung der
Frauen und Mädehen in unsere Kulturarbeit. Besondere An—
exkennung zolhlte er den musikalischen Gaben des Männer—,
Mädchen⸗- und gemischten Chores unter Chormeister Funk, des
M.G.V. „Eintracht“ Mettlach unter Chormeister Rust, des
M.G.V. „Liedertafel“ unter Chormeister Maron und der unter
dem Stabe von Chormeister Schill vereinigten Gauvereine. Es
var eine sehr eindrucksvolle Tagung!
Eine wahre Feststunde bereitete M.G.V. „Germania“ Besse—
ringen seinen Angehörigen und Förderern gelegentlich eines Fa—
nilienabends, auf dem Vorsitzender Bohr auch den Bundesschrift—
ührer Stein begrüßen konnte. Der Chor bezeugte in einer
Reihe von ernsten und heiteren Volksliedern, die mit wohlausge—
zlichenen, guten Stimmen zum Vortrag kamen, seine sachkundige
und gewissenhafte Schulung durch den Chormeister Engel. Ihm
uind seiner wackeren Schar zollte deshalb auch der Bundes—
bertreter wärmsten Dank und Anerkennung; zugleich bat er
die Besucher des Abends, dem trefflichen Verein einmal Ge—
segenheit zu geben, in einem Stuhlkonzert seine Lieder zum
lingen zu bringen. Eine wertvolle Bereicherung erfuhr der
Abend durch das recht gute Trio Maron, Löcherbach und Schöne—
nanmn. Unter großem Beifall nahm die Konzertgemeinde das
Versprechen des Bundesschriftführers entgegen, das nächste Kon—
zert besuchen zu wollen

Gau 5aarbrücken.

Der unter Leitung von Chormeister Fritz Grebe stehende
Fvangel. Kircheuchor St. Arnual behauptete sein künst—
erisches Ansehen durch die sorgfältig vorbereitete und
refflich durchgeführte Aufführung von Haydn's ergrei—
endem Oratorium „Die Worte des Erlösers am Kreéuz“
n der vollbesetzten Stiftskirche St. Arnual. Ueber der
janzen Veranstaltung lag die passionale Weihe des Kar—
reitags. Das war in erster Linie dem Leiter zu danken,
der seinen stattlichen Chor nicht nur in vieljähriger ziel—
»ewußter Arbeit musikpädagogisch geschult, sondern auch
nwendig für die hehre Ausgabe aufzurufen verstanden
hat. Es war aber auch den Solisten zu danken, die sich
o seelenvoll in das Ganze einfügten: Frl. Margarete
Schaller, die für Frau Wilhelmine Huppert eingesprungen
var, Frl. Lieselotte Buchholz und den Herren Arnold
Ddöring und Alexander Göbel. Und endlich darf das aus
irbeitslosen Musikern zusammengestellte Orchester nicht ver—
zjessen werden, das auch seinen Anteil an dem auten
ßelingen der Aufführung hat.
Eine freudige Ueberraschung erlebte M.G.V. „Lieder⸗
asel“ Saarbrücken 3 gelegentlich seines Liederabends im
Johannishof. Unerwartet erschienen als Gäste Bundes—
»orsitzender des D.S.B. Geheimrat Dr. Hammerschmidt,
der geschäftsführende Bundesvorstand des S. S.B. und
derren des Gauvorstandes Saarbrücken, vom Vorsitzenden
Schmidk begeistert bewillkommnet. Dr. Hammerschmidt
sprach in warmen Worten seine Freude, Dank und An—
erkennung aus. In der Tat waren die musikalischen Gaben
unter dem Stabe von Chormeister W. Schaefer recht er—
reuliche, meist volksliedartige Sätze von Silcher, Kaun,
Buck, Volbach, Neumann, Trunk. Auch die solistischen
Baben verdienen lobende Hervorhebung.
Der Kath. Männergesangverein Saarbrücken hatte zu
einem gediegenen Wohltätigkeitskonzert geladen, das seinen
besonderen Reiz durch die Hinzufügung von Frauenchören
und gemischten Chören, sowie von Vorträgen eines Trios
erhielt. Dieses wechselvolle Programm würde unter der
Stabführung von Chormeister N. Rodermann trefflich ab—
gewickelt. Die Chöre, namentlich die Männer- und ge—
mischten Chöre errangen durch sorgfältige dynamische
Schattierung dankbaren Beifall. Hier war fleißide Arbeit
geleistet worden

Gan Neuntkirchen.

Als die ersten Frühlingsstrahlen das Nahen eines neuen Tages
erkündeten, da rüstete sich der M.G.V. „Frohsinn“ Schiffweiler
zu einem traurigen Stelldichein. Es galt, unserem alten Ehren—
nitgliede Sangesbruder Becker das letzte Geleit zu geben. Un—
ꝛrwartet infolge eines Unfalles erkrankt, ist er im 67. Lebens—
ahre von uns gegangen. Ein Menschenalter hat er dem

Ganu Saarlouis.
M.G. V. „Säsngerbumd“ Sanrwellingen hatte unter den
VBeteranen, denen auf dem letzten Bundestag Geheimrat
Ir. Hammerschmidt mit Dank und Anerkennung für 50—
ährige Aktivität den Ehrenbrief des Deutschen Sänger—
hundes üherreichen konnte. noch einen Auhilar: Mifdsous

E. Becker. Ebprenmitaglied doeßs MaaGeNFrohsinn Schiffweiler.

Passage⸗Kaufhaus AG 233

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