Full text : 9.1931-1932 (0009)

Seite 40 VIPlurneu iuht:der:raꝛger at⸗t. t. de.ji. iueeadiaeaiꝛ cxciitiuucriuisssihshf Saar⸗Sänger-Bund
sie fühlte sich bald heimisch im Deutschen Reich, zumal
ihre Triester Heimat kein österreichtsches Land mehr ist,
— sie hat ihre Heimat verloren. Ihre Lebensbeschreibung
schließt sie mit folgendem Wunsche: „Aber was deutsch
var am alten Oesterreich, wird heimfinden
ins Reich, wie ich heimgefunden. Dieser Hoffnung
mein Dichten und Trächten, mein Sehnen und Wirken!“
Ihre Werke sind fast sämtlich im Bergstadtverlag, Breslau,
Schuhbrücke 84, erschienen, was wohl den Bemühungen
Paul Kellers zu danken ist.
Ihre Heimat und das Milieu, in dem sie aufwuchs,
schildert sie in dem Roman: Die Königreiche der
Rine Hausen“ (Preis in Leinen 7 Mk.), einem „Soll
und Haben“ des 20. Jahrhunderts. Zwei deutsche Brüder,
Söhne der Trine Hausen, zogen aus, ihr Königreich zu
suchen. Deutsche Arbeitskraft, gepaart mit unwandelbarer
Redlichkeit und Treue, ließen ein blühendes Handelshaus
in Triest entstehen. Doch Kinder und Kindeskinder ver—
nochten das Erbe nicht hochzuhalten. Familienzwistig—
keiten, hervorgerufen durch die Verwelschung der deutschen
Familie, beschleunigten den Zerfall. Inmitten dieser Kauf—
mannsgeschichte erleben wir das tragische Schicksal der

pielt sie sich frei von den Schmerzen des Todes, der ihr
dann in „Harmonie gelöst erschien“. Trotz des vielen
dummers, den sie bestehen mußte, bewahrt sie bis zum
debensende ihren sonnigen Humor, und sie haucht ihr
deben aus mit den Worten: „Wunderschönes Leben ...!“
Ein drittes Buch, betitelt „PJuf der Lenzfahrt
es Lebens“ (Preis gebd. 2,20 Mk.) ist ein Wander—
»ogeltagebuch in Poesie und Prosa. Hier erzählt die
ebenskluge Dichterin die Geschichte junger, durch Deutsch—
and wandernder Mädchen. Die strebende und singende
Jugend der Nachkriegszeit offenbart sich in diesem Werk,
zie Jugend, die in frohem Wandern und Schauen den
Mut und die Reife für den bevorstehenden Lebenskampf
ucht und dabei Leben und Liebe in tausend Wundern
in sich erfahren darf. H. Strehl.
Die Primadonna Friedrichs des Großen.
Friedrich der Große sitzt an seinem Schreibtisch
nit dem Gedanken beschäftigt, wie er die Geldknappheit
eines Landes beheben könne. Wieder durchlas er das
S„chreiben des italienischen Grafen Coltelini, der die
önigliche italienische Oper und das französische Theater
mieten wolle, wodurch vielleicht ein Gewinn erreicht wer—
den könnte. Quanz aber weiß, was die Oper seinem König
bedeutet, er bringt es fertig, daß der König sie nicht
aufgibt, sondern es noch einmal mit itr versuchen will.
Eine gute Primadonna soll eingestellt werden, die ihr
wieder alte und neue Freunde zuführen soll. Graf von
Zierotin, Directeur des Théatres, versucht nun eine ge—
eignete Primadonna zu finden, wobei ihn sein Weg auch
nach Leipzig führt. Im, Hause Schönkopf zieht er Erkun—
digungen über musikalische Persönlichkeiten ein. Herr
Schönkopf empfiehlt ihn Gertrud Schmeling, hinter
der selbst Corona Schröter hätte zurücktreten müssen. Diese
wollte in den nächsten Tagen eine Reise nach Italien an—
treten und gab heute ihre Abschiedsvorstellung, der übri—
zens auch Goethe und Kätchen Schönkopf beiwohnten.
Zierotin machte ihr nun den Vorschlag, daß sie auf ihrer
Reise doch erst Berlin besuchen sollte, um vor dem König
ein Konzert zu geben. Gertrud und ihr Vater sind nun
n Berlin Gast im Bendaschen Hause. Mit der Arie aus
Blucks „Orpheus und Euridiece“ und der ihr fremden
Zper „Britannieo“ von Graun, die sie vom Blatt ab—
ingt, hat sie den König bezaubert. Er zögert allerdings
ioch. Bis zur Entscheidung des Königs bleibt sie im
zause Benda, wo sie mit dessen Tochter und den be—
anntesten Musikern des königlichen Hofes Bekanntschaft
ind Freundschaft schließt. Nach langem Warten erhält
vertrud die Zusage des Königs. Damit war eine AMAen—
»erung in Gertruds Leben eingetreten. Sie sang sehr
zft vor einer Anzahl Gäste des Königs oder vor ihm
allein, wobei er sie oft selbst begleitete. Ueberall erntete
ie reichen Veifall und die Aufmerksamkeit der ganzen
Ztadt wandte sich ihr zu. In dem Bekanntenkreis Ger—
ruds war auch der Cellist des Königs, Babtist Mara,
der Gertrud liebte. Durch den schlechten Leumund, den
dieser hat, geriet Gertrud mit ihrem Vater in Streit, so
)aß dieser sich von ihr abwandte. Auch der König ver—
uchte sie von Mara fernzuhalten, jedoch ohne Erfolg.
Er gibt schließlich unter verschiedenen Bedingungen die
Frlaubnis zur Heirat. An Maras Seite erlebt Gertrud,
die zu Höchstem erwählt schien, ein tragisches Schicksal
»oll Abenteuer und bitterer Wechselfälle. Oskar Anwand
sat dieses erschütternde Schicksal festgehalten in seinem
m Verlag Rich. Bong, Berlin W., verlegten, außerordent—
ich spannend geschriebenen Roman Die Primadonna
Friedrichs des Großen (in Ganzleinen 6,50 Mk.).
Mara steht mit einer Schmugglerbande in Verbindung,
st fast immer betrunken und kommt nicht nach Hause. So
ommt er auch nicht, als er mit Gertrud vor der Königin
in Konzert geben soll. Er wird von dem König in
Arrest geschickt. Von ihrem Mann überredet, wendet sich
Bertrud gegen den König und reicht ihre Kündigung
ꝛin. Sie zieht sie jedoch wieder zurück, als Mara sie
»etrügt und ihr ihre Ersparnisse entwendet.
Nach dem Tode von Quanz wurde Friedrich Rein—
ar dt als Kapellmeister an die Königliche Oper be—
zufen. Er wollte nun die Oper, die bisher von dem Stile
Brauns und Hasses beherrscht war, mehr auf das Neue
einstellen, was ihm jedoch wegen der Abwehr des Königs
nicht gelang. Zu dem Besuch des Großfürsten Petrowitsch
—ylffto (Serfrir mitodor quiffreton ud elson homoison d5—

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Hilaria von Eckhel.

Aeltesten der zahlreichen Kinderschar. Josepha, eine echte
Hausentochter, voll sonnigen Humors und zäher Tatkraft,
ertrug ihr wechselvolles Schicksal an der Seite ihres welschen
Batten Josef Morelli tapfer und ohne Klagen, dank der
porbildlichen Erziehung ihrer Mutter Steinmitz, deren
debensmotto lautete: „Sich nicht lumpen lassen,“ Die
politischen und geschäftlichen Spekulationen gefährdeten
häufig das Familienglück. Der Tatendurst Morellis trieb
ihn, von Ort zu Ort, und die bodenständige Hausentochter
mußte mit ihrem auf sieben Kinder angewachsenen „Ge—
vurrl“ immer mitziehen. Doch Josepha „ließ sich nicht
lumpen“, sie ertrug alles mit tapferem Herzen. Belohnt
wurde sie durch einen heiteren, glücklichen Lebensabend
im Hause ihres liebsten und zugleich wildesten Sohnes
Justus, der als einziger die Hausen'sche Tatkraft besaß
und auch das Königreich der Trine Hausen gefunden hat.
Der Roman „Nanni Gschaftlhuber“ (in Leinen
zebd. 6,50 Mk) versetzt uns in das alte Wien der
echziger Jahre. Das Wien, das von Beethoven,
Schubert und Mozart schwärmt und das seinem
alten Kaiser mit Herz und Hand ergeben ist, atmet in
diesem Werk, in das das Schicksal einer höheren Beamten—
'amilie gewoben ist. Nanni, das jüngste von acht Kin—
dern, ist von ihrer Geburt an bis zum Tod das „Sonnen—
garterl“ der Familie. Ihr Humor und ihr ewiger Tätig—
eitsdrang läßt sie allen ein guter Kamerad und ein
treuer Hausgeist sein. Ein eigenes Glück findet diese
orachtvolle, warmherzige Fraus nicht. Ihr sehnlichster
Wunsch „Mutter“ genannt zu werden, erfuͤllt sich nicht.
Und doch bringt ihr das Leben volle Befriedigung. Die
diebe zur Musik, die von den Eltern in alle Kinder
gepflanzt wurde, ließ sie manches Schwere überwinden.
SZelbst eine gute und begabte Klavierspielerin, suchte und
fkand sie Trost am Klavier. Schon ihre kleinen Kinder—
äuste suchten sich selbst die Töne zür Volkshymne zu—
amnien, um ihrer Freude Ausdruck zu geben. Auch den
bittern Schmerz über den Verlust ihres añngebeteten großen
Bruders Arnold versucht sie am Klavier zu überwinden.
In einer freien Phantäsie isher das Thome der Erodifs“
            
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