Full text : 9.1931-1932 (0009)

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I Seite 259

wurde. Der Kassenbericht ist den Verhältnissen ent—
sprechend genügend. Die Führung der Kasse ist tadellos
und ordnungsgemäß. Dosselbe trifft auch zu bei der Reise—
Sparkasse, von der die Sänger erfreulicherweise regen Ge—
bhrauch machen, um im Juli das Deutsche Sängerbundes—
fest in Frankfurt besuchen zu können. Trotz der Notzeit
hat sich der Verein entschlossen, am Ostersonntag ein Oster—
konzert in Verbindung mit dem weit über die Grenzen
des Heimatlandes bekannten Pfälzischen Symphonie⸗Orchefter
abzuhalten. Der Chor wird die „Große Fridjof-Sage“ mit
Orchesterbegleitung zu Gehör bringen. Der Verein beab—
sichtigt wester eine Sterbeunterstützungskasse für seine Mit—
glieder zu gründen. Der Vorstand wird die nötigen Schritte
vorbereiten. Alle ausscheidenden Vorstandsmitglieder wur—
den einstimmig wiedergewählt.
M.G.B. Spiesen 09 nahm in seiner gutbesuchten Jahres—
schlußpersammlung den Geschäftsbericht über 1931 entgegen.
Trotz der schweren Krisenzeit konnte der Verein sich seinen
Mitgliederstamm fast restlos erhalten. Die laufenden
Vereinsgeschäfte wurden erledigt in einer Jahresschluß-Ver—
sammlung, zwei außerordentlichen General-Versammlungen,
sowie 12 Vorstandssitzungen. Besonders zu erwähnen ist
das in jeder Beziehung glänzend verlausene Konzert zu
Beginn des Jahres. Anschließend folgte der Bericht des
Schatzmeisters, der mit großem Interesse hingenommen
wurde. Die Kassenverhältnisse sind nach den Berichten der
Kassenprüfer in guter Ordnung befunden worden und die
Versammlung genehmigte die beantragte Entlastung. Die
sich anschließenden Gesamt-Vorstandswahlen ergaben die
einstimmige Wiederwahl des 1. Vorsitzenden, des 2. Vor—
sitzenden, des 1. und 2. Kassierers. Anstelle des freiwillig
zurückgetretenen 1. Schriftführers wurde Sangesbruder
J. Kohler einstimmig gewählt. Auch die restlichen Vor—
standsmitglieder wurden einstimmig wiedergewählt. Der
Vorsitzende wies in seinem Schlußwort darauf hin, daß
der Kampf, den die Gesangvereine um ihren Bestand zu
führen haben, im neuen Jahre noch intensiver und bren—
nender zu werden droht und es notwendig werden wird,
alle Kräfte einzusetzen, um einen Rückschritt zu vermeiden.
Er forderte alle Sänger auf, treu zusammenzuhalten, um
weiterhin der edlen Sache zu dienen.
Es zeugt von erfreulichem Verständnis für unsere Kultur—
aufgaben, aber auch für unsere Notzeit, daß die Neunkircher
Liedertafet e. V. ihr 60. Stiftungsfest im Rahmen der
Gaukonzerte mit einem künstlerisch hochwertigen Festkonzert
beging, unterstützt von dem ebenfalls unter dem Stabe von
Chormeister Fritz Kunkel stehenden M.G.V. „Liedertafel“
Wiebelskirchen und Frau Strauß-Höfer als Vibvlinsolistin
Es fehlte nicht an chorischen „Leckerbissen“. Wir nennen
„Kamerad komm“ von Klughardt, „Sehnsucht“ von Rob.
Laugs, Schümanns S5stimmiges Ritornell, „Der stille Hof“
von O. Siegl, Kauns „Heimatgebet“, „Morgen im Walde“
von Hoffmann, „Klipp-Klapp von Th. Huber-Anderach,
„Drei Lilien“ von Haußner, „Kapitän und Leutenant“ von
Heinrichs, „Unmögliche Dinge“ von Erwin Lendvai und
„Im Gaden“ von R. Laugs, teilweise instrumental be—
gleitet. Der stattliche Chor gab den Kompositionen eine
sinnvolle, herzerhebende Wiedergabe. Reichen Beifall fan—
den auch die solistischen Darbietungen Gertrud Strauß—
Höfers, die mit Meisterschaft Reger, Granados-Kreisler und
J. Hubay interpretierte

uneigennützig in den Dienst der Sache stellen. Ein guter
Vorstand und eine gute Kasse ist das Fundament des
Vereins. Die Vorstandswahl hatte folgendes Ergebnis:
4. Vorsitzender: Hans Steinebach; 2. Vorsitzender: Heinrich
Mücke; J. Schriftführer: Christian Wagner; 2. Schriftführer:
darl Nieß; 1. Kassierer: Heinrich Trapp; 2. Kassierer:
Jakob Dröschel; 1. Bücherwart: Nikolaus Trapp; 2. Bücher—
vart: Ludwig Strehl; Beisitzer der Inaktiven: Georg
Ddusemond. Sämtliche Vorstandsmitglieder wurden durch
dandschlag verpflichtet, mit allen ihnen zur Verfügung
tehenden Kräften am Wohle des Vereins mitzuarbeiten.
das Jahresprogramm wurde dem neuen Vorstand über—
assen, der so schnell wie möglich den Vereinsmitgliedern
inen Vorschlag zur Genehmigung vorlegen soll. Ein ver—
ienstvolles Mitglied Schneidermeister Karl Schmitt wurde
zum Ehrenmitglied vorgeschlagen und einstimmig gewählt
Die Gesellschaft der Musikfreunde e. V., Saarbrücken,
icherte sich mit der Aufführung von Händels farbenreichem
Dratorium Judas Makkabäus einen uünbestrittenen Erfolg.
Anerkennung gebührt zunächst dem Leiter Musikdirektor
Biktor Cormann, der mit Umsicht und Einfühlung eine
zlanzvolle Wiedergabe durch seinen wohlgeschulten Chor,
den Mädchenchor des Augusta-Viktoria-Cyzeums und den
snabenchor der evangel. Gemeinde St. Johann gestaltete
uind in den Solisten Adelheid La Roche (Köln), Inge
Torshof (Holsch) — übrigens eine vortreffliche Altistin —.,
Max Fleck (Düsseldorf) und Dr. Hans Losch (Bonn) aus—
reichende Interpreten der Solorollen gewonnen hatte. Der
Anteil der Organisten Karl Rahner und Fritz Lösch an
dem Gelingen der Aufführung darf nicht unerwähnt bleiben.
Wir möchten aus volkserzieherischen Gründen nicht mit
der Anerkennung zurückhalten, daß die Vereinsleitung auch
der studierenden Jugend Gelegenheit gab, gegen mäßigen
Eintritt dieses unvergleichliche Meisterwerk kennenzulernen.
Saarbrücker Liederkranz. Notzeit — Festesfreude! Das
ind zwei Begriffe, die schlecht zueinander passen wollen.
And doch soll der eine den anderen nicht ganz und gar aus—
chließen. Ein Fünkchen Freude scheint im Grau unserer
Tage doppelt hell. Das haben alle erfahren, die an unserem
33. Stiftungsfeste im Städt. Saalbau teilnahmen. Des Vor—
itzenden Weißgerbers Gruß an die Erschienenen war herz—
ich. Seine weiteren Aussführungen nach kurzem Rückblick
iber das verflossene Vereinsjahr galten dem Ernst der heu—
igen Zeit, galten den Schwierigkeiten aller Art, die auf
ins einstürmen, die uns alle bedrücken, und sie klangen aus
n einen packenden Mahnruf, durch Treue zum „Lieder⸗—
ranz“ die Anhänglichkeit in die Tat umzusetzen. Ausgezeich—
iete Musik des Deutschen Musikerverbandes unter Leitung
on Ben—-Sander gaben eine würdige Umrahmung des
Abends ab. Das Orchester eröffnete die Vortragsfolge mit
dem „Krönungsmarsch“ a. d. Oper Die Folkunger von
dretschmer, dem es im Lause des Abends „Der Jäger aus
surpfalz“ von Rhode, „Tell-Ouvertüre“ von Rossini, „Fan—
asie“ and. Oper Die Meistersinger von Wagner, „Orpheus—
Duvertüre“ von Offenbach, „Geschichten aus dem Wiener
Wald“ von Strauß bei guter Wiedergabe solgen ließ, wäh—
rend der aktive Chor unter Leitung von Chorleiter Stilz
mit 4 Volksliedern „Loreley“ von Silcher, „Drei Röselein“
»on Silcher, „Auf der Lüneburger Heide“ von Kirchl, „Ah—
marsch“ von Heinrichs auftrat, die wie die Orchesterstücke
zeifälligst aufgenommen wurden. Ein Vorspruch, von Gretel
Weber sehr schön vorgetrggen, war äußerst stimmungsvoll!

Gaun 500⸗hrücken.

Die Generalversammlung des M.G. B. „Sängerlust“ Saar⸗
brücken wurde vom Vorsitzenden Sick geleitet. Schrift—
führer Steinebach erstattete den Jahresbericht, aus dem zu
ersehen war, daß der Verein in künstlerischer und gesell—
schaftlicher Hinsicht eine recht rege Tätigkeit entwickelt hatte
Er beteiligte sich an allen Gau- und Bundesveranstaltun—
gen. Erwähnt seien: Familienausflug mit Kinderbelusti—
gung, Konzertreise nach dem Nahegebiet zu dem Bruder—
verein „Eintracht“ Wenterbach, 19. Stiftungsfest mit Kon—
zert des Vereinschors, sowie den Solisten Jösch (Klavier)
und Frl. Eichenberg (Alt). Dann nahmen wir an
Wertungssingen teil mit der Note sehr gut. Den Abschluß
bildete unsere Weihnachtsfeier. Den wenig erfreulichen
Kassenbericht gab für uünseren ausgeschiedenen Kassierer
Hans Schuler der 2. Vorsitzende Heinrich Mücke. Ein jedes
Vorstandsmitglied muß sich heute noch mehr wie früher

Medaillen, Fest⸗n.
Vereins⸗Abzeichen
Fahnennägel
Chrungsplaketten
Hersteller:
—IIXVIVX
Kunstpräge-Anstall
Pforzheim, Lindenstraße 50

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