Full text : 9.1931-1932 (0009)

Seite 244
führender Künstler und Gelehrter (Geheimrat Professor
hr. Dyroff, Dr. Froberger, Dr. E. Kurth, Professor Dr
Müller?Blattau, Studieñnrat Weber, Professor Dr. Kar!
Weinmann) eigen: J. Die über exakte Wissenschaftlichkeit
und abstrakte Analyse hinausgehende Kraft umspannender
Synthese, die im Goetheschen Sinne das Kunstwerk nicht
einzeln für sich, sondern innerhalb einer Gesamtentwicklung
und als Teil der Gesamtkultur erfaßt. Der Historiker der
Musik, der Literatur und der bildenden Kunst — auf allen
drei Gebieten ist Dr. Karl Storck, der aus Forschung und
Erfahrung schöpfende Gestalter — stößt vor zu der Er—
fenntnis bon der gegenseitigen Erhellung der Künste und
von ihrem in der Zeitkultur bedingten Gemeinschaftsaus—
druck. II. Die Kraft intuitiven Erfassens und schöpferischer
Zusammenballung, die Spannweite der Ueberschau und
der quellende Reichtum von Ideen. Daher keine trockene
Aneinanderreichung wissenschaftlicher Resultate, sondern
Gestaltgebung durch ein künstlerisches Temperament und
Deutung durch das Ethos einer Persönlichkeit. III. An—
schaulichkeit, Lebendigkeit und Treffsicherheit der Sprache
Die Klarheit der Begriffsbestimmung und der Gedanken—
entwicklung in Verbindung mit der Unmittelbarkeit plastisch
geschauter Bilder geben den Werken bei aller wissenschaft-—
licher Fundierung und Originalität der Ideengebung den
Charakter von Volksliedern.
Aus dem Verlage Karl Hochstein, Heidelberg, gingen uns zu:
Haydn — Goethe, Lieder und Gesänge für ein- und zweistim—
migen Schülerchor, zum Teil mit Begleitung von Klavier,
Violine und Cello, sowie mehrstimmige Kanons mit Texten von
J. W. Goethe und Musik von J. Handn für die Schule be—
arbeitet und herausgegeben von Otto Hellmann. (Inhalt: Die
wandelnde Glocke — Der neue Kopernikus — Der Fischer —
Katzenpastete — Trost in Tränen — Menschengefühl — Be—
herzigung — Erinnerung.) Preis des Klavierauszuges 2 RM
des Stimmheftes für alle acht Nummern 40 Rpf. Die Lieder
sind auch einzeln erhältlich, zwei Lieder auf einem Blatt 15 Rpf

us Saar⸗Sänger⸗Bund s

upphhh Nr. 11
ernsthafte Sachlichkeit und Zweckmäßigkeit. Die Bilder sprechen
an, sagen aber auch etwas aus.
Nun wir vom Text sprechen müssen, ist die Sache noch
schwieriger als beim Bild: Wir prüfen, ob wir Neues, Frucht—
bares vor uns haben — und in wenigen Zeilen muß das Ja
oder Nein Ausdruck finden. Das geht nur, wenn wir uns
an das Wesentliche halten.
Da sind die Rahmenartikel. Was ist das, ein Rahmenartikel?
Eben eine Erfindung der Herder-Lexikon-Redaktion. Entscheidende
Fragen des gesamten Gegenwartslebens werden bei aller Knapp—
seit gründlich, richtungweisend und anregend behandelt, durch
ine ümfassungsliste vom anderen Text getrennt, „eingerahmt“.
diese Sonderaufsätze sind eine vortreffliche Ergänzung zu den
onftigen Stichwörtern, sie sind sozusagen ein volkshildonerisches
ꝛesebuch im Nachschlagewerk. Nennen wir einige Rahmenartikel:
„Abhärtung“, „Abstammungslehre“, „Akademiker“, „Ansteckung“
„Anthroposophie“, „Antike“, „Antisemitismus“, „Arbeit“, „Ar—
eiter“ (Arbeitsplatz, Arbeitsschule usw.), „Aszese“, „Atmung“
Aufklärung“, „Auge“, „Auswärtige Politik“, „Autorität“
Baden“ und „Bäder“, „Vanken“, „Barock“ usw.
Und nun sind wir erst bei den Stichwörter-Artikeln angelangt.
MNan muß sich wiederbolen, denn sieses Werk ist tatsächlich ein
Hanzes, in dem überall der gleiche Sinn vorwaltet: genau wie
in der Bebilderung wieder jene praktische Methode, beim Wissen
richt Halt zu machen, sondern durch Hinleitung auf seine Nütz-—
ichkeit im Alltag und die persönliche geistige Festigung dem
Janzen Menschen zu dienen. Bezeichnend ist die übersichtliche
dreiteilung der Aufsätze in 1. die Charakterisierung des Stich—
vortes, 2. die Angaben für den Fachmann, 3. die Anleitung für
zie eigene Auswertung. Je länger man hinlsieht, desto mehr
kinzelheiten stellen sich dar, welche die Nenartigkeit des Lexikons
»ekräftigen. Sie aufzuzählen, vom „Großen Herder“ als Reise—
ührer, Hausarzt, Handwerksmeister zu sprechen, fehlt der Raum.
ks genüge das Urteil (das nach diesem ersten Band ausgesprochen
verden darf): der „Große Herder“ ist ein neuer Lexikontyp!

Le Traductéur, französisch⸗deutsches, illustriertes Sprachlehr—⸗
ind Unterhaltungsblatt. — Verlag in La Chaux-de-Fonds
Schweiz). Diese Monatsschrift fördert in abwechslungsvoller,
inregender Zusammenstellung das Erlernen der französischen
„prache und ist ein vorzügliches Mittel, sich die gebräuchlichsten
Wörter anzueignen oder schon vorhandene Kenntnisse aufzu—
rischen und zu erweitern. Durch Gegenüberstellung beider
Zprachen ist das lästige Aufsuchen in Nachschlagewerken über—
sfüssig, denn der „Traducteur“ gibt zu jedem französischen
Ausdruck die deutsche Uebersetzung oder erklärende Fußnoten.
der Lesestoff ist vielseitig und mit Bildern geschmückt. Probeheft
imsonst durch den Verlag des Tracucteur“ in La Chaux—
e⸗Fonds (ESchweiz).
Zum Gedächtnis Goethes hat die Staatliche Bayerische Münze
iach Entwürfen von Prof. Theodor Georgii, dem kunstvollen
Bildner der Goethe-Büste zu Weimar, eine Gedächtnismünze
in Fünf- und in Zwanzigmarkstückgröße geprägt, welche mit
Henehmigung der deutschen Länderregierungen zu Gunsten der
„Deutschen Volksspende für Goethes Geburtsstätte“ öffentlich
zerkauft wird. Die Schaumünze zeiat vorderseitig ein klassisches

Der Große Herder“)
In seinem Geleitwort für den ersten Band des „Großen
Herder“ spricht der Veorlag von diesem Werk als einem „neuen
Typ des Lexikons“ — ein Ausdruck, der Aufmerksamkeit errent
und Nachprüfung fordert. Denn nicht weniger sagt das Wort
vom neuen Lexikontyp, als daß hier der Schritt über den bloßen
Auskunftgeber hinaus zum Berater, Führer und Volksbiloner
getan wurde. Sehen wir nüchtern zu, ob dieser Plan im ersten
Bande schon verwirklicht ist.
Um zuͤerst vom Aeußern, der Ausstattung, der Bebilderung zu
sprechen: Das Buch ist sehr solid gebunden, geschmackvoll gold—
gepreßt, auf gutem, feingriffigem Papier gedruckt. „Illustrationen
zahllos und schön gedruckt“ — ist der erste Eindruck. Der zweite,
wenn die Offset- und Lichtdrucktafeln, die Bilder in Fünffarben—
und Tiefdruck, die Autotypien sich zeigen, der einer durchdachten
Zweckmäßigkeit. Der dritte, wenn man zum Artikel das Bild
stuüdiert, der einer ausgezeichneten gegenseitigen Unterstützung in
der Leichtfaßlichteit und Ansichaulichkeit. So, wenn in technischen
oder medizinischen Dingen vom Bekannten zum Unbekannten vor—
geschritten wird, wenn bei Städtebeschreibungen die Karte durch
das genau entsprechende Flugzeugphoto ergänzt ist, wenn zum
darstellenden Lichtbild die erklärende Zeichnung tritt, wenn eine
klare Skizze jede wichtige Wirtschaftsnotiz begleitet uswp. Wirklich.
da ist Plan und Methode darin!
Die Tafeln: ins einzelne zu gehen ist unmöglich, also blättern
vir — wie ist's wieder mit dem „neuen Typ“? Prächtig die
„Adler“, sehr anschaulich und auch neuartig „Auge“, „Vahnhof“,
„Bad“, „Afrikanische Völker“, „Aquarium“ (auch eine Augen—
weide!“), „Bagger“, „Atmung“, „Alpenpflanzen“, „Apfelsorten“
— alles musterhaft angelegt, technisch vorzüglich ausgeführt. Wir
blättern weiter und finden in den verschiedensten modernen
Techniken prächtige Tafelbilder, wie „Andromedanebel“, „Nofre—
tete““, „Algerische Landschaft“, „Bietschhorn“, „Argentinische
Pampa“, „Backsteingotik', „Barock“ usw. Auch hier in der
Tafelbebilderung, wo bewußt schöne Wirkung erreicht ist, keine
Zufälligkeit der Wahl, keine Anpassung an die Wirkung, immer

3

offizielle
Ausqube

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*4

*) Nachschlagewerk für Wissen und Leben. 12 Bände (mit
180 000 Stichwörtern und 20000 Bildern) und 1 Weltatlas (mit
226 Haupt-, vielen Neben- und Wirtschaftskarten). Bei so—
fortiger Vorauszahlung 300 RM. In Leinen bei Ratenzahluug
325 RM. bis 345 RM. In Halbfranz mit Goldschnitt pro
Band 38 RM. Band 1: A—Battenberg: 860 Seiten. 35 Tafeln.
1931. Verlag Herder. Freiburg im Breisgau.

Lrofilbildnis des Dichters, rückseitig eine keimende Eichel, das
ilte, Goethes Worte „Stirb und werde“ versinnbildlichende
Zeichen des Freien Deutschen Hochstiftes, Frankfurt a. M. Die
Äbgabe des erlesenen und auch wertvollen Gedenkstückes erfolgt
durch das Bankgeschäft Johann Witzig & Co., München 2M.
der Preis beträgt 6 RM. je Silber- und 100 RM. je großes
Holdstück: das kleine Goldstück kostet 25 RM. einschließlich Etui
            
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