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Dänemark. Schweden. VNorwegen im Bilde.
it lebhaftem Interesse verfolgen wir allmonatlich die uns
im Tauschverkehr zugehenden stkandinavischen
Sängerzeitungen, aus denen wir mit teilnehmender
Freude erleben, wie warm im Norden volkstümliche Musik—
pflege in Männerchor und gemischtem Chor betrieben wird.
Starkem Interesse wird deshalb auch ein soeben erschienenes
Prachtwerk unseres größten deutschen Lichtbildkünstlers
Kurt Hielschers begegnen, das uns in Bild und Wort
Dänemark, Schweden und Norwegen in Landschaft, Bau—
kunst und Volksleben vergegenwärtigt. Dieses im Format
23,530,5 cm gedruckte Werk besteht in der Hauptsache
aus 280 Seiten meist ganzseitigen Abbildungen in bestem
Kupfertiefdruck nach den eigenen Meisteraufnahmen des
Verfassers. Die Unterschriften zu den Bildern sind in
sechs Sprachen, deutsch, englisch, französisch, dänisch, nor—
wegisch und schwedisch gehälten. Bedeutende Dichterinnen,
Selma Lagerlöf, Karin Michaelis und Sigrid Undset, haben
wunderschöne Geleitworte beigesteuert. Da beleuchtet Karin
Michgelis blitzartig die Sitution:; „Dänemark ist das
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Kurt Hielschers prachtvolles Bilderwerk „Dänemark,
Schweden, Norwegen“, das im Verlag Brockhaus, Leipzig,
erschienen ist, liegt vor mir auf meinem Tisch, und ich
zabe es mit Freude und Bewunderung durchgesehen und
hon jedem einzelnen Bild einen großen wahren Genuß
zehabt. Diese Bilder wirken nicht wie Photographien, die
zewöhnlich tot und kalt sind. Nein, sie wirken wie Ma—
ereien, die von einem hochgebildeten Künstler ausgeführt
ind. Sie sind sanft und lebendig, sie heben das Charäk—
eristische einer Landschaft, eines Gebirges, eines Sees.
iner Stadt hervor. Jedes einzelne Bild könnte einge—
ahmt und an die Wand gehängt werden. Mit Begeiste—
zung habe ich in Herrn Hielschers Werk nochmals die Reise
zurch mein altes Schwedenland gemacht und dabei ge—
unden, daß er gerade die für jede Landschaft am meisten
ruffallenden Gegenstände wiedergegeben hat. Denn zwischen
Ystad mit dem denkwürdigen Haus Karls XII. und Kebne—
aise hoch im Norden breitet sich eine Welt von verschie—
denen Landschaften aus, von denen jede ihre prägnanten,
eigenartigen Züge hat. Für Leute in allen Ländern, die
keine Zeit oder Gelegenheit haben, die lange Reise durch
die drei nordischen Länder auszuführen, kann ich dieses
wunderbare Werk nicht genug warm empfehlen. Von der
Natur, von der Baukunst und von den Menschen in
Nationaltracht bekommen sie einen sehr mächtigen und tiefen
Eindruck. Die Schlösser aus großen Zeiten in der Ge—
schichte Schwedens, die ich alle besucht habe, die Kirchen
in Stockhoshm und Uppsfala, wo unsere großen Könige
schlafen, und viele andere altertümliche Kirchen im
Lande, Festungen, Windmühlen, Runensteine, Ruinen,
Dörfer, Straßen und Landgüter — jedes einzelne Bild
ruft Erinnerungen hervor, und man sehnt sich zurück nach
diesen lieben Gegenden.
Wenn ich auf ein paar Bilder besonders aufmerksam
machen darf, so in der Mitte des Werkes, da h. in Schweden:
Nr. 1 ist ein prachtvolles Bild des Stadthauses in Stock—
holm, ganz neu und doch weltberühmt. Auf Nr. 2 finden
wir Karl XII. gegen Osten zeigend, ex oriente periculum.
Nr. 4, unser Ritterhaus, gehört zu den schönsten Gebäuden
der Welt. Nr. 183, Drottningholm, dort wohnte ich als
Kind, und dort habe ich einmal als Fünfjähriger dem
König Karl XV., als er morgens auf seinem weißen Pferd
herausgeritten war, ein fröhliches „Guten Morgen der
dönig!“ zugerufen. Nr. 15. Gripsholm, eine Welt von
Frinnerungen aus unserer Geschichte. Nr. 21, die Stadt—
nauer von Visby mit dem sturmschwangeren Himmel —
uind in diesem Buch ein Meisterstück der photographischen
Kunst.
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Kurt Hielscher.
Land der Heiterkeit. Meine Landsleute sind
nicht mit der musikalischen Begabung ge—
fegnet wie südlichere Völker, doch liebt hoch
und niedrig die Musik. Der Vogel singt wie
ihm der Schnabel gewachsen ist, der dänische
Bauer geht singend hinter dem Pflug her,
hier wie überall summt die Mutter über die
Wiege gebeugt eine Schlummerweise, hier
wie überall singen die Kinder bei Spiel
und Reigen ihre Reime.“ Im folgenden gibt der
berühmte schwedische Forscher Sven Hedin seinem Urteil
über das VBuch Ausdruck. Verständlich, daß er besonders
liebevoll auf den schwedischen Teil des Buches eingeht,
aber wir möchten doch betonen, daß Kurt Hielscher Däne—
mark und Norwegen nicht weniger berücksichtigt hat. Mit
Sven Hedin wünschen wir der lostbaren Neuerscheinung,
deren Preis — in Ganzleinen 24 Mk., in Halbleder 28 Mk.
— in Anbetracht der kostspieligen Ausstattung sogar niedrig
ist, eine große Verbreitung
Ja, man verliert sich in diesem Reichtum von wunder—
»aren Bildern und bewegt sich allmählich in einsamen,
eierlichen Wäldern und wilden, majestätischen Gegenden,
um endlich in Lappland mit unseren halbasiatischen No—
naden in Berührung zu kommen. Es gibt wohl kaum ein
inderes Land in Europa, wo die Gegensätze so groß sind
vie in Schweden. Skäne (Schonen), Südermanland, Da—
arna und Lappland sind vier verschiedene Länder, jedes
nit seinen Eigentümlichkeiten. Und diese Verschiedenheiten
ommen alle in Hielschers Buch vorzüglich zum Ausdruck.
Es würde meinem schwedischen Herzen eine besondere
Freude bereiten und auch unzähligen anderen Schweden,
wie auch Dänen und Norwegern, wenn Kurt Hielschers
vunderschönes Werk eine sehr große Verbreitung finden
önnte. Die meisten, die dieses Werk gründlich studieren,
verden den Wunsch haben, so bald wie möglich nach den
drei Ländern zu reisen. Da werden sie mit eigenen Augen
bestätigen können, daß diese Wunderwelt, die Hielscher uns
bietet, auch in der Wirklichkeit vorhanden ist.
Sven Hedin.
A ti1
o m ürch e r i ch.
Dr. Karl Storck, der früh Verstorbene und früh Voll—
endete, hat sein künstlerisches Vermächtnis niedergelegt in
einer Reihe grundlegender, alle Erscheinungsformen der
Kunst umfassender Werke. Ihnen ist außer der selbstver—
tändlichen Gründlichkeit und Wissenschaftlichkeit in der Be—
sandlung des Stoffes nach dem übereinstimmenden Urteil