Full text : 9.1931-1932 (0009)

Seite 240 IIF

M.G.V. „Teutonia“ hat am 17. März seine Probetätigkeit
 eingestellt. Der Gau bestand am 4. Mai aus 23
Vereinen und einem Hospitanten, dem M.G. V. Saarbrücken.
Mitgliederstand am J. Januar 1930: Aktive 1693, In—
aktive 4172, zusammen 5865 Mitglieder. Die Bestands—
erhebung im Januar 1931 ergab: Aktive 1525, Inaktive
4331, zusammen 5856 Mitglieder. Es sind also 168
aktive Sänger weniger und 159 inaktive Mitglieder mehr
zu verzeichnen, im ganzen ein Weniger von 9 Mitgliedern.
Als markanter Punkt steht der Bundestag noch in aller
Erinnerung. Er war in der heutigen Form zum ersten
Mal dem Gau Saarbrücken übertragen und wies in allen
Teilen den gewünschten Erfolg auf. Organisatorisch und
musikalisch fand er den ungeteilten Beifall des Bundes
und der Oeffentlichkeit. Die Tagespresse gab seinerzeit
ausführliche Berichte. Von den zwei vorgesehenen Fa—
milienabenden wurde nur einer abgehalten. Dieser fand
im Anschluß an die Gautagung am 27. Juni statt mit
einem Vortrag von Musikdirektkor Beck über „Die Ent—
wicklung des Chorgesangs“. Leider war die Veranstaltung
sehr schlecht besfucht. Hingegen waren die Konzerte des
Wiener Lehrer-A-cappella-Chores und des Berliner Staats—
und Domchores sehr gut besucht. Am 28. November fand
im Sängerheim das erste Wertungssingen nach der neuen
Wertungssingenordnung statt. Es war von 3 Vereinen be—
schickt und wies im einzelnen recht gute Fortschritte auf.
Dies betonte der Wertungssachverständige Musikdirektor
Ott bei der Besprechung ausdrücklich. Das Ehrenmal für
die Gefallenen der Stadt Saarbrücken wurde am 13. De—
zember der Oeffentlichkeit übergeben. Hier beteiligte sich
der Gau Saarbrücken mit einem Gesamtchor unter der Lei—
tung des 2. Gauchormeisters Hans Gillessen. Die Betei—
ligung war zufriedenstellend. Gauvorstandssitzungen wurden
14 abgehalten. Diese waren durchschnittlich von allen Gau—
vorstandsmitgliedern besucht. Dirigentenbesprechungen fan—
den 6 statt. Wie im Vorjahre so auch in diesem folgten
immer nur einzelne Dirigenten unserer Einladung. Sache
der Vorstände wäre es, endlich einmal dafür zu sorgen,
daß die Dirigenten die angesetzten Dirigentensitzungen des
Gaues und des Bundes regelmäßig besuchen. Gautagungen
vermittelten die Zusammenarbeit zwischen Vereinen und
Gauvorstand. Folgende 12 Vereine waren in allen Gau—
tagungen vertreten: Frohsinn Saarbrücken 1, Kath. M.G. V.
Sdarbrücken J, Männer-Quartett-Verein Saarbrücken 1,
Postgesangverein Saarbrücken, Sängerbund Sgarbrücken 1,
Euphonia Saarbrücken 2, Constantia Saarbrücken 2, Saar—
brücker Liederkranz, Männerchor Saarbrücken 2, Musik—
oerein Harmonie, St. Johanner Sängerbund und Sänger—
kreis-Eintracht Saarbrücken 5. Viermal waren vertreten
die Vereine: Evangel. Kirchenchor St. Arnual, M.G.V. 65
St. Arnual, Germania Saarbrücken 1, Sängerchor des
Eisenbahnvereins, Saarbrücker Lehrer-Gesangverein, Lieder—
tafel Saarbrücken 3 und M.G. V. Saargold. Zwei Vereine:
Frohsinn Saarbrücken 2 und Sängerlust Saarbrücken 3
waren dreimal vertreten. Endlich waren die zwei Vereine
Gesellschaft der Musikfreunde und Borussia nur in einer
Gautagung anwesend. Zur Umrahmung stellten sich in
diesem Jahre folgende Vereine zur Verfügung: Lieder—
tafel Saarbrücken 3 und Postgesangverein Saarbrücken.
Im Schriftverkehr sind 173 eingegangene und 454 ab—
gesandte Briefe und Drucksachen zu verzeichnen. Es wurden
17 Sänger für 25jährige und 2 Sänger für 56jährige
Aktivität geehrt. Die satzungsgemäß ausscheidenden Sanges—
brüder Wollbold und Weißgerber wurden in der Jahres—
gautagung einstimmig wiedergewählt. Für den 2. Bei—
sitzer Sangesbruder Bohn wurde Sangesbruder Maurer
gewählt. Neu besetzt wurde der Posten eines dritten Bei—
sitzers als Pressewart. Sangesbruder Thommes wurde für
dieses Amt einstimmig gewählt. Möge nun im neuen Ge—
schäftsiahr den Vereinen und somit dem Gau weitere Er—
folge beschieden sein. Mögen die Vereine dem Gau und
Bund die Treue bewahren, auch angesichts der heutigen
schweren Zeit! Der Gau ist bereit, allen bundestreuen
Vereinen mit Rat und Tat helfend zur Seite zu stehen.
Der Gauvorstand dankt für das bewiesene Vertrauen und
hofft, daß dasselbe in gleichem Maße weiter gezeigt wird,
dann kann es innerhalb des Gaues um unsere Sänger—
sache nicht schlecht bestellt sein. In diesem Sinne Heil für
die Zukunft und Heil dem deutschen Liede an Hern Tnart
— ach.

JIl Saar⸗Sänger⸗Bund II

Kath. Männer-Gesangverein Saarbrücken 1 versammelte
Zangesbrüder und Sangesschwestern bei Anbruch der
Dunkelheit am Hause seines 1. Vorsitzenden N. Geisen,
im ihm nach Sängerart Glückwünsche zu seinem 65. Ge—
»urtstag darzubringen. Vollzählig waren Sänger und
Zängerinnen erschienen, ein Beweis, daß es jedem Herzens—
edürfnis war, diesem Manne, dem neben Gott das
Laterland an höchster Stelle steht, die schuldige Dankbar—
eit und Verehrung zu bezeugen. Während des gemüt—
ichen Beisammenseins im kathol. Vereinshause überreichte
»er 2. Vorsitzende J. Monzel dem Geburtstagskind das

Vli Nr. 12

oben abgedruckte Bild des Chores in vergrößerter Wieder—
zabe, sowie einen eigens von Sangesbruder J. Schmidt
»erfaßten Prolog. Herr Geisen, ergrifsen von der ihm
zugedachten Ehrung, ermahnte die Sänger, in dem jetzigen
Beiste für die Pflege des deutschen Liedes weiter zu wirken,
vie auch er weiterhin seine Kraft in den Dienst dieser
dealen Sache stellen werde, eingedenk unseres Fahnen—
Iꝛ „Unser Lied sei allezeit Gott und Vaterland ge
peiht“ BP.

Gern machen wir mit wärmster Empfehlung auf das
im 21. Februar, dem Volkstrauertag, abends 8 Uhr, im
Städtischen Saalbau stattfindende Gefallenen-Gedächtnis—
onzert des MGWV. Säugerkreis-Eintracht Saarbrücken auf—⸗
nerksam, das der rührige Verein als Wohltätigkeitskonzert
zugunsten der Winternothilfe bestimmt hat. Der Eintritts—
zreis beträgt 10 und 8 Fr., aber für Bundesmitglieder
auf 6 Fr. ermäßigt. Was dem bevorstehenden Konzert über
den Rahmen des Karitasgedankens hinaus seine besondere
Bedeutung gibt, ist das kuͤnstlerisch bedeutsame Programm,
das die Tragische Ouvertüre von Brahms, zwei Lieder von
dugo Wolf, die Erstaufführung der „Festlichen Ouvertüre“
ür Männerchor und Orchester von Olto Siegl und „Ein
eutsches Requiem“ nach Worten der heiligen Schrift für
Zopransolo, Knaben⸗- und Männerchor, Orchester und Orgel
»on Hugo Kaun hringen wird. Es wirken mit Hilde An—
chütz (Sopran), Mainz, Heinrich Schmidt (Orgel), Saar—
rücken, das Städtische Orchester, der Knabenchör und der
Männerchor des Vereins. Die musikalische Leitung liegt in
den Händen von Chormeister Robert Carl. Wir geben uns
jerne der Hoffnung hin, daß diese künstlerische Veranstal—
ung von starkem Interesse auch der Bundesmitglieder ge—
ragen wird!
Die Leitung des Postgesangvereins hat es verstanden, sein
Weihnachtsfest zu einem wahren Familienfest zu gestalten
kingeleitet mit dem gemeinschaftlichen Lied „Stille Nacht,
eilige Nacht“ folgte die Begrüßung durch den Vorsitzenden
ind der Männerchor „Weihnacht“ von Sonnet. Sarauf
vonnten durch Bundesschatzmeister Düren die drei Sänger
orges, Ruppental und Dieter mit der Nadel für 25—
ährige Mitgliedschaft geehrt werden. Herr Düren fand
egeisterte Worte und sitellte die Jubilake namentlich den
jüngeren Sängern als leuchtendes Beispiel hin und empfahl
ifrige Nachahmung, besonders in der heutigen freud— und
rostlosen Zeit. Im Namen der Jubilare dankte Herr Dieter
und versprach weitere treue Sängergefolgschaft. Der Männer—
hor sang den Jubilaren „Hymne an die Nacht“ von
Beethoven. Nun folgte ein Märchenspiel für gemistchen
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.