Full text : 9.1931-1932 (0009)

Nr. 10 —VVVVVVD

oAhh Saar⸗Sänger-Bund u

uslhhhh Seite 225

Stils. Der Vortrag wies die Linie auf von Wagner, Bruckner
und Wolf über Reger, Strauß und Pfitzner zu Arnold Schön—
berg und Bela Bartok zu Joseph Haas und Paul Hindemith.
Es ist als vorbildlich zu bezeichnen, daß auf diese Weise
einmal unseren Sängern Einblick in die Bewegung gegeben
wird, der sie ja selbst aktiv dienen. Dankbarer Beifall lohnte
den Redner
Unter sehr starker Anteilnahme der Sängerschaft und Bürger—
schaft beging M.G.V. „Sangeslust'““ Saarlonis im Saalbau
sein 20. Stistungsfest. Für den verhinderten Vorsitzenden sprach
Karl Fine warme Worte der Begrüßung. Namens der Stadi
überbrachte Dr, Kronenberger mit herzlichen Worten der An—
erkennung, namentlich für die Pflege des Volksliedes, Gruß
und Glückwunsch. Eine Reihe von Vereinsvertretern gratulierte
unter Ueberreichung von Chören für ihre Vereine. Musikverein
„Aquila“ Fraulautern umrahmte unter dem Stabe von Lessel
(Hülzweiler) das Fest mit Konzertvorträgen. Am Festkonzert
beteiligten sich Sängervereinigung „Concordia“ Pachten, Fran—
ciskus-Gesangvercin Saarlouis, Sängerbund Fraulautern, Quar—
tett-Verein Saarlouis, Sängervereinigung Neuforweiler, Sänger—
kreis Saarlouis, Süngerbund Saarlouis 2, M.G. V. „Liederkranz“
Saarwellingen und der festgebende Verein. Die Vereine gaben
ihr Bestes und fanden reichen Beifall. Namens der „Musik- und
Theaterfreunde“ sprach Hans Hausen noch herzliche Dankesworte
und gab der Hoffnung Ausdrüuck, daß der Verein bald Mitglied
des S.S.B. werden möge!

Lomp, Wohlgemuth, Schäffer und Heinrichs zum Klingen.
die Darbietungen fanden lauten, dankbaren Beifall. Der
Lhor ist noch entwicklungsfähig und wird bei zielbewußter
Weiterarbeit noch in die erste Reihe gelangen können. In
er liedverschönten Nachfeier sprach Bundesschriftführer
Stein dem rührigen Chor und seinem bewährten Chormeister
dank und Anerkennung, Gruß und Glückwunsch des Bundes
orstandes aus.
Der Volksliederabend, zu dem QDuartettverein „Thalia“
dudweiler eingeladen hatte, konnte vor vollbesetztem Hause
tattfinden. Bundesschriftführer Stein verbreitete sich über
Verden, Wesen und volkserzieherische Bedeutung des Volks—
iedes. Das sehr feine, auf Steigerung berechnete Pro—
ramm brachte einen Ausschnitt aus der gesamten ein—
chlägigen Literatur von Isage über Silcher, Schauß und
deuser zu ganz modernen Meistern Heinrichs, Mießner,
veilsdorf und Lendvai! Der Chor steigerte unter dem
icheren Stabe Jakob Preisers von Lied zu Lied seine
zeistungsfähigkeit und brachte am Schluß mit dem „Vogerl
m Tannenwald“ durch die sorgfältige dynamische Schat—
ierung eine geradezu vorbildliche Wiedergabe heraus. Bei
lanmäßiger. zielbewußter Weiterarbeit hat der aufstre—
»ende Verein sicher noch eine Zukunft. Er muß darauf
»edacht sein, aus seiner Zugehörigkeit zum S.S.B. möglichst
oiele musikpädagogische Gewinne zu ziehen. Glückauf!
Das Herbstkonzert des M.G. B. „Liederkranz“ Elversberg
inter Mitwirkung von Frau Carmen Vidor (Mezzosopran)
uind Herrn Emmerich Vidor (Klavier) hatte — wohl einer
Doppelveranstaltung wegen — leider nicht den Besuch, wie
s der, Verein bisher gewohnt war und wie es Sänger
vie Dirigent für ihr keifriges und künstlerisches Streben
zerdient hätten. Der Männerchor unter Leitung seines
rührigen Dirigenten Jul. Meyer überraschte duürch die
dortreffliche Wiedergabe erlesener Chöre: „Trösterin Musik“
yon Bruckner, „Morgenlied“ von Robert Kahn und „Empor“
von Erwin Lendvai. Diese recht anspruchsvollen Kompo—
sitionen kamen dynamisch und rhythmisch präzise zum Vor—
trag. Lendvais „Empor“ wurde mit stürmischem Beifall
begrüßt. Als der Vorsitzende darauf bekannt machte, man
möge dem anwesenden Komponisten für dieses herrliche
Lied danken, wurde unserm Meister Lendvai von Publikum
und Sängerschaft eine herzliche Ovation dargebracht. Die
nachher gesungenen Volkslieder „Ode“ von Keldorfer und
„Dörflicher Liebesjammer“ von Moldenhauer zwangen den
Chor zu einer Zugabe. Was war daher natürlicher, als
unserm lieben Komponisten Lendvai zu Ehren eines seiner
Volkslieder und zwar „Ueberschwemmung“ zu singen. In
diesem Konzert trat unser am 4. September gegründeter
rauenchor zum ersten Male an die Oeffentlichkeit. Er
at seine Feuerprobe gut bestanden und sich mit seinen
einfachen 3stimmigen Sätzen schnell die Sympathie erobert,
so daß der Frauenchor an diesem Abend den größten
Applaus zu verzeichnen hatte. Wenn er im ersten Konzert
oorerst nur mit 50 Damen gesungen hat, so wollen wir
hoffen, daß er bei seinem zweiten Konzert ein viertelhundert
mehr singende Damen zu verzeichnen hat. Frau Carmen
Vidor sang Lieder von Hugo Wolf, R. Strauß und Joh.
Brahms mit warmem Empfinden, die Begleitung durch
Emmerich Vidor war diskret und sicher. Der Verein kann
ich zu der Verpflichtung der beiden Künstler, die dem
ßonzertabend eine besonders hohe künstlerische Note ver—
iehen, nur beglückwünschen J. W.
Gau St. Ingbert.
In St. Ingbert fand ein Gautag statt, zu dem fast
ale Vereine ihre Vertreter entsandt haben. Als Vertreter
des Bundes war Bundesschatzmeister Düren erschienen.
Bauvorsitzender Schunk ehrte nach Begrüßung sieben Sanges—
brüder des Gaues für fünfundzwanzigjährige Aktivität.
deber das letzte Wertungssingen referierte Gauchormeister
Th. Behr; während seiner Ausführungen ging er näher
auf Liedauswahl und Stimmbildung ein und betonte, daß
mit gutem Willen und Fleiß auch diese Scharten ausge—
merzt werden können. Den Mittelpunkt der Tagung bil—
dete ein Vortrag des Komponisten Erwin Lendvai über
das Thema „Kunst und Kitsch“. Herr Lendvai versuchte
nittels Beispielen aus der Malerei und der Dichtung die
Begrifse seines Themas klar zum Verständnis zu bringen
ind empfahl den Chorleitern, mit Vorsorge ihre Lied—
ruswahl zu treffen. Sein Vortrag löste am Ende eine

M.G.BV. Sängerbund. Saarwellingen besitzt in Nikolaus
Kammer, dem Sohn seines heute 67jührigen, noch mit ju—
gendlicher Frische dirigierenden Chorleiters, einen prominen—
ten Ehrendirigenten, dessen künstlerischer Aufstieg mit der
Geschichte des Vereins, aber auch zahlreicher Brudervereine
in Fraulautern, Dillingen, Nalbach, Hüttersdorf, Bettingen,
Außen, Labach-Reisweiler aufs ehrenvollste verknüpft ist.
Gegenwärtig als Musiklehrer und Korrepetitor am Stern—

Nikolaus Kammer, Musiklehrer und Korrepetitor am Sternschen
Konservaorium in Berlin.

schen Konservatorium in Berlin betätigt, beging Nikolaus
Kammer kürzlich sein 10. Pianistenjübiläum durch ein
Konzert, an dem sich zahlreiche Berliner Musikgrößen be—
teiligten und das nach dem Urteil einer Reihe führender
Berliner Zeitungen den Beweis erbrachte, daß sich Nikolaus
Kammer durch seine hohen Leistungen in der Musikwelt
ein außerordentliches Ansehen erworben hat. Wir beglück—
wünschen den Künstler, aber auch den Vater, der einst die
cgusche Ausbildung begann, zu dem Erfolg aufs herz—
ichste!

Gau 5ulzbachtal.

Sein diesjähriges Stiftungsfest beging M.G.V. Concordia
Sulzbach durch ein wohlbesuchtes, hochwertiges Konzert in
der Aula des Gymnasiunis. Unter der trefflichen Stab—
führung von Chormeister Jakob Preiser setzten Männerchor,
Frauen- und gemischter Chor ihr Können an die Wieder—
gabe wertvollen Liedgutes. Meist waren es Volkslieder
oder volkstümliche Lieder. So kamen Silcher, Heim, Brahms,
Anschütz, Weinreiß, Heußer, Hegar, Rinkens. Othegraven,
            
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