Wohltätigkeitsveranstaltungen zum Besten der Nothilfe, die
auch zugesagt wurde. Ein Gauverein zieht seinen Antrag
auf Beihilfe großzügig zurück. Ein Bericht über Musik—
fragen konnte nicht erfolgen, da der Gauchoörmeister Rhein
nicht anwesend sein konnte. Am 17. Janüar 1932 findet
ein Vortrag mit Schallplatten durch Musikdirektor Beck,
Homburg, statt. Von den anwesenden Dirigenten wurde der
Besuch jedem Sänger bestens empfohlen, zumal derselbe ganz
kostenlos ist. „Germania“ Neunkirchen meldet für Oktober
1932 ein Gaukonzert an. Das Deutsche Sängerbundessfest
1932 findet bestimmt statt und sollen die Chöre sofort
in Arbeit genommen werden.
In der gegenwärtigen Saison folgen die Gaukonzerte
schnell aufeinander und geben zugleich beredtes Zeugnis von
dem rastlosen Streben unserer Männregesangvereine. Das
vom M.G.V. „Liedertafel“ Wiebelskirchen-Saar anläßlich
des 30jährigen Vereinsjubiläums veranstaltete Festkonzert,
bei welchem der Bruderverein „Neunkircher Liedertafel“ mit⸗
wirkte, konnte erfreulicherweise einen lebhaften Besuch auf—
weisen. Die vom umsichtigen Chorleiter, Musiklehrer Fritz
Kunkel, Wiebelskirchen, aufgestellte Vortragsfolge verzeich—
nete zumeist Kompositionen der neueren Männerchorliterd-—
tur, darunter solche, die bis jetzt selten gehört wurden.
U. a. war auch der bekannte Saarbrücker Tondichter E.
Lendvai mit dem charakteristischen Zwiegesang „Unmögliche
Dinge“ vertreten. Der aus den beiden Liedertafeln Neun—
kirchen und Wiebelskirchen zusammengeschweißte, stattliche
Chor verfügt über gutes, tragfähiges Stimmaterial, wel—
chem der zielbewußte, gewandte Leiter eine erfolgreiche Schu—
lung zuteil werden läßt. Den Charakter und Aufbau der
verschiedenartigen Kompositionen wohl erfassend, erfreuten
die choristischen Darbietungen vor allem durch musikalische
Sicherheit und gute Textbehandlung und ließen rückhaltlos
erkennen, daß fleißig und sorgsam geübt worden war. Der
Forte⸗-Gesang bewegte sich vorübergehend an der Grenze
des Unerwünschten, und die Pflege eines wirksamen Piano
— wir erinnern hier nur an das wundersame Ritournell
von R. Schumann — wird der routinierte Chormeister
sicherlich dauernd im Auge behalten. Das Tremolieren
einiger erster Tenöre wirkte etwas störend; sein Wegfall
dürfte den sonst prächtigen Gesamteindruck der Chorleistun—
gen nur noch erhöhen. An dem vor kurzem auch vom
Männergesangverein Neunkirchen gesungenen dreistimmigen
Chor „Drei Lilien“ beteiligten sich Blas- und Schlagzeug—
instrumente mit fördersamem Gelingen. Alles in allem das
Ergebnis, daß sich die Leistungen der beiden konzertgeben—
den Vereine in aufsteigender Linie bewegen.
Den solistischen Teil der wohlgelungenen Aufführung
bestritt Frau Strauß⸗Höfer, Saarbrücken, in welcher wir
ein grundmusikalisches Talent kennen lernten. Ihre Violin—
vorträge — die Künstlerin hatte überdies auch den Viola—
Part des Männerchors „Der stille Hof“ von O. Siegl
übernommen — verdienen berechtigte Anerkennung durch
das saubere Spiel, die straffe, energische Bogenführung
und eine geistige und technische Beherrschung schwieriger
Werke, wie man sie nicht allenthalben findet. Regers Prä—
ludium und Fuge für Violine allein wirkte klar und ein—
dringlich, und in den beiden Virtuosenstücken von Gra—
nados-Kreisler und Hubay kamen alle Künste beachtens—
werter Technik zu ihrem Recht, die den schon vorher reich
gespendeten Beifall auf das höchste Maß steigerte. Der
letztere galt auch Fritz Kunkel, dem trefflichen spiritus rek—
lor des Ganzen, der sich am tonschönen Flügel als ein in
jeder Beziehung gewandter und nderiafsger Begleiter
erwies. F. D.
Einen schönen Verlauf nahm der Liedertag des M.G.B.
Harmonie Spiesen. In liebenswürdiger Weise hatte sich die
Hauskapelle des Kath. Vereinshauses Elversberg erboten,
den Liedertag mit einigen Musikstücken zu eröffnen. Chor—
meister Lehrer Matheis sprach in Vertretung des verhin—
derten Vorsitzenden herzliche Begrüßungsworte, worin er
besonders den von auswärts kommenden Gesangvereinen
dankte, daß sie den Weg nach Spiesen gefunden hätten.
Mit dem gemeinsam gesungenen Sängerspruch wurde das
Programm eröffnet. M.G.V. Harmonie sang zur Eröff—
nung den Eingang aus der deutschen Messe von Schubert.
Sämtliche Gesangvereine sangen nur Volkslieder und ern—
teten reichen Beifall. Mit dem gemeinsam gesungenen
Sängerspruch schloß der Liedertag. Lehrer Matheis dankte
den Vereinen nochmals und gab dem Wunsche Ausdruck,
daß der Liedertag seinen Zweck nicht verfehlt und den Ge—
ar. 10
*auspph Saar⸗Sänger⸗-Bund wi
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angvereinen neue Freunde zugeführt haben möge, zum
Wohle und zur Förderung de deutschen Liedes!
Der Musikvevein Harmonie e. V. widmete sein jüngstes
donzert einem zeitgenössischen heimischen Komponisten Erich
Verner. Das vielseitige Programm brachte: Streichquartett
n einem Satz, Sonaté für Violine und Klavier, sechs ein—
ache Lieder nach Texten von Goethe, Volkslied, Rilke und
Szhakespeare, ferner Hyperions Schicksalslied nach Worten
zölderlins, zwei Frauenchöre mit Violoncello und Klavier
tach Texten Rilkes und Goethes und endlich Chaconne,
FToecatina und Fuge für Klavier. Zur Ausführung standen
zereit Magdalene Schwall (Sopran), Fritz Griem (Klaovier),
Walter Michels (Viola), Friedrich Kehr (Violoncello) und
zer gemischte Chor, die alle ihr Bestes an eine möglichst
zute Wiedergabe der zum Teil recht schwierigen Kompo—
itionen setzten. Dem anwesenden Komponisten und den
dünstlern wurde lebhafter Beifall zuteil.
Das Wohltätigkeitskonzert des Lehrer-Gesang-Bereins und
»es Kammerchors zu Gunsten der Winternothilfe im Städt.
Zaalbau hatte leider nicht den Besuch, der der künstlerischen
Leistung und dem Zecke entsprochen hätte. Unter be—
vährter Stabführung des Akad. Musiklehrers Schrimpf
vurde ein hochwertiges Programm abgewickelt. Der
Nännerchor brachte Pestalozzis Gebet der Schiffer, Lendvais
vethsemane, Kauns Vesperhymne, Niemeyers Ueber Nacht“
ind eine Reihe volksliedartiger Sätze von Heinrichs, Kaun,
Vinkelmann, Zander, Nagler, Volbach und Weinzirl und
ils Zugabe Schumanns , Die Rose stand im Tau“. Der
zemischte Chor erfreute durch Chöre von Isage, Finckh,
Rlando di Lasso, Antonius Scandellus und Schein. Frau
rilly Jaeckel bereicherte das Programm mit Liedern von
Roger Quilter, Joseph Marx und vier entzückenden Volks—
iedern von Joh. Brahms. Ihr beseelter Vortrag sang
ich in alle Herzen hinein. Musiklehrer Schrimpf war ihr
iin feinfühliger Begleiter. Die Zuhörer spendeten den
horischen und solistischen Darbietungen dankbaren, wohl—
erdienten Beifall.
M.G. V. „Liedertafel“ Saarbrücken 3 brachte auf seinem
etzten gutbesuchten Konzert im Johannishof zehn Chöre
ernsten und heiteren Inhalts zum Vortrag, darunter Gebet
»on Lendvai, Nachtwandler von Rinkens, Ueber dem
Feldweg von Foerster, Festgeläut von Leon Bloch. Der
Verein erntete unter dem Stabe von Chormeister Wilhelm
Z„chäfer reichen Beifall und mußte sich zu einer Zugabe
„Tanz und Gesang“ von Zander verstehen. Anerkennung
»erdiente auch die Altistin Bertel Eicheberger, die Mahler,
S5trauß und Hugo Wolf interpretierte, von Organist Fritz
dösch feinfühlig begleitet. Dem Konzert folgte ein wohl—
gelungener Unterhaltungsabend. R. F.
M.G. V. „Sängerkreis-Eintracht“ Saarbrücken e. V. steht
seute, trotz aller Not um uns herum, einig und geschlossen
n dem edlen Streben, sich unter der Leitung seines emsigen
Lhorleiters Robert Carl mit ganzer Kraft für das deutsche
zied einzusetzen und die Sänger zu einem großen, mäch—
igen Klangkörper zurückzugewinnen. So trat der Verein
Allerheiligen und Totensonntag auf dem Waldfriedhof vor
in mach Tausenden zählendes Publikum mit seinen Grab—
jesängen, Exe quomodo moritur justus — Schnittertod
uind Motette. Die Choralmusik wurde von dem bekannten
Irchester Jak. Best ausgeführt. Die Anwesenden lauschten
ergriffen den Tönen und schweigend verließ man die
zeilige Stätte, innerlich gestärkt in dem Bewußtsein, daß
insere lieben Toten auch in dieser Notzeit nicht vergessen
ind. Am 7. November feierte der Verein sein 46. Stif⸗—
ungs fest. In schlichter Weise wickelte sich der konzertliche Teil
ib. Auch hier stellte das Orchester Jak. Best sein bestes
dönnen in den Dienst der Sache. Vorsitzender Maurer
»egrüßte das vollbesetzte Haus, dankte den Sängern und
Mitgliedern für Treue und Opferbereitschaft im letzten
bereinsjahr und ermahnte in kernigen Worten zum Aus—
halten und weiteren Unterstützen, daß es dem Verein ver—
jönnt sein möge, auch weiterhin zum Wohle unserer deut—
chen Saarheimat wirken zu können. Als Vertreter des
Bundesvorstandes nahm Karl Weißgerber, Vorsitzender
des Saarbrücker Liederkranz, die Ehrung der Jubilare vor
und dankte mit herzlichen Worten für die Verein, Gau
and Bund geleistete, wertvolle Unterstützung und Mitarbeit.
Die Bundes-Ehrennadeln für 25jährige aktive Mitglied—