Full text : 9.1931-1932 (0009)

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A Nr. 10

Der Staatspreis für uneue Chorkompositionen. Bekanntlich hat
das Reichsministerium des Innern in Verbindung mit dem
preußischen Ministerium für Kdunst, Wissenschaft und Volksbil—
dung einen Staatspreis in Höhe von 10000 RM. ausgesetzt,
der an deutsche Tonsetzer für neue, bisher nicht aufgeführte Kom—
positionen für Chor (Männerchor, gemischten und Frauenchor)
derteilt werden soll. Die preisgekrönten Werke sollen bei dem
großen Deutschen Sängerbundesfeste in Frankfurt a. M. ur—
äufgeführt werden. Das Ausschreiben hatte einen überraschenden
Erfolg. Es sind weit über 1800 Kompositionen eingesandt wor—
den. Die gewaltige Zahl der Einsendungen zeigt deutlich, wie
groß das Interesse der Komponisten für Chorkompositionen ist.
iUnter den eingereichten Werken sinden sich alle erdenklichen
Formen der Vertonung, angefangen vom großen Oratorium
für Chor mit Orchester bis zum kleinen 2ataktigen Liede im
einfachsten Satz. Die Prüsungskommission, die sich aus Mit—
gliedern des Senates der Staatlichen Akademie der Künste und
des Musikansschusses des Deutschen Sängerbundes zusammen—
setzte, hat nach monatelanger Arbeit jetzt ihre Entscheioung
gefällt. Der zur Verfügung stehende Gesamtbetrag wird, wie
das von Aufang vorgesehen war, in mehrere Teilbeträge zer—
legt werden, so daß sowohl größere Chorwerke wie auch kleinere
Chöre mit Preisen ausgezeichnet werden. Die Preisträger wer—
den in aller Kürze bekanntgegeben. Eine Reihe leistungsfähiger
Vereine hat sich schon bereit erklärt, die preisgekrönten Werke
heim Frankfurter Fest zur Uraufführung zu bringen.
Lichtbildvortrüge. Um das Interesse unserer Sänger für
das nächste DeBeFest immer mehr zu wecken, sind wir gerne
bereit, einige LKicht bil dserien von Frankfurt a. M. aus—
zuleihen, die sich sehr gut zu Vorträgen über das Fest und
über Frankfurt a. M. eignen. Wir haben zu diesem Zwecke
zehn Serien von etwa 70 Bildern (Film-Steh-Lichtbilder, kein
Film im gewöhnlichen Sinne) und auch den begleitenden Text
zusammengestellt und verfügen auch über eine Glasbildserie,
in der Größe von 8,35)X10 Zentimeter. Die Vereine brauchen
sich also nur einen Projektionsapparat zu leihen, der sicher
unschwer zu beschaffen ist, und können damit werbend für unser
Fest eintreten. Die Bildserien werden unentgeltlich leihweise
abgegeben; es muß nur die Verpflichtung übernommen werden,
für eventuelle Schäden aufzukommen und für rascheste Rück—
sendung nach Gebrauch besorgt zu bleiben. Diesbezügliche
Wünsche sind an den Vresseausschuß zu richten.

Bemerkungen über die Mitwirkung der gemischten,
Frauen- und Männerchöre bei der Aufführung der „Neunten
Symphonie“ von Beethoven:
1. Alle mitwirkenden Damen und Herren haben dieselben
Lergünstigungen wie die am Fest teilnehmenden Sänger des
DSB., zum Beispiel bezüglich der großen Ermäßigung für den
Besuch der Hauptkonzerte und der zahlreichen Sonderkonzerte,
»es Begrüßungslonzertes, der Deutschtumsfeier, der Haydn—
Jubiläumsfeier, der Stadionfeier, sowie der Benutzung der
Zonderzüge mit ihren stark ermäßigten Preisen usw.
2. Der Besuch der Probe ist Pflichtsache. Am Schluß der Probe
verden Ausweiskarten ausgegeben. Nur die im Besitz von Aus—
veiskarten befindlichen Damen und Herren haben das Recht
nitzusingen.
3. Für eine möglichst einheitliche und gute Unterbringung der
Mitwirkenden wird Sorge getragen werden.
4. Die Noten sind mitzubringen. Die tadellose Beherrschung
des Chorsatzes ist Bedingung.
5. Alle Damen, die in Sonderkonzerten singen, sind ver—
flichtet, bei der Aufführung der „Neunten Symphonie“ mit—
zuwirken.
6. Die bei der „Neunten Symphonie“ mitwirkenden Damen
ind vom Festbeitrage befreit.
Für den Musik- und Konzert-Ausschuß:
gez. Dr. Laugs. gez. L8. Grandpierre.
Verkehrsausschuß. Vielfache Anfragen veranlassen uns
olgendes bekanntzugeben:
Die Deutsche Reichsbahn gewährt:
a) bei Benutzung von Gesellschaftssonderzügen bei mindestens
600 Teilnehmern besondere Sonderzugskarten 3. Klasse für
Hin- und Rückfahrt zum 11. Deutschen Sängerbundesfest mit
50 Prozent Fahrpreisermäßigung;
an Festteilnehmer, welche einzeln innerhao 4 Wochen zurück—
fahren, zu allen fahrplanmäßigen Zügen ab Frankfurt a. M.
10 Prozent Ermäßigung. Sil- und D-Züge gegen Zuschlag;
an kleine Gesellschaften, bei einer Mindesttkeilnehmerzahl von
15 bis 50 Personen 25 Prozent, bei einer Teilnehmerzahl
von über 50 Personen 326/3 Prozent Ermäßigung:
Die außerhalb des Festortes untergebrachten Festteilnehmer
erhalten, gegen Vorzeigung der Festkarte, zur täglichen be—
iiebigen Fahrt zwischen dem Uebernachtungsort und Frank—
furt a. M. eine Wohnkarte 2. oder 3. Klasse, gültig vom
21. bis 24. Juli 1932. Der Preis entspricht dem Fahrpreis
ür 4 einfache Fahrten. Eil- und Schnellzüge können gegen
Zahlung des tarifmäßigen Zuschlages benubt werden.
In den Tagen vom 21. bis 24. Juli 1932 können zur
Fahrt nach Frankfurt a. M. auch die aufliegenoden Sonn—
tagskarten gelöst werden.
Fahnen, Musikinstrumente, Noten usw. werden im Pack—
wagen der Gcsellschaftszüge, unter Ausschluß eisenbahn—
seitiger Haftung, frachtfrei befördert.
Wohnungsausschuß. Der Wohnungsausschuß hat Ver—
inlassung, nochmals eindringlichst davor zu warnen, mit ande—
en Unternehmungen Abmachungen für die Unterbringung der
Zänger abzuschließen. Wie notwendig diese Warnung ist, geht
»araus hervor, daß ein Reisebüro im Rheinland die Preise für
dotelunterkunft einschließlich Verpflegung von 18 RM. bis
2 RM. anbietet! Wir halten eine Berichtigung dieser unsinnigen
ßreise nicht für erforderlich und können versichern, daß sich
iach den Abmachungen mit den Frankfurter Hotels die Preise
n durchaus angemessenen Grenzen bewegen. Der Wohnungs—
usschuß hat keine Möglichkeit, derartige, für seine Arbeiten
uind die ganze Feststimmung nachteilige Veröffentlichungen zu
unterbinden; er kann nur immer wieder bitten, alle Anfragen
über Preise der Quartiere in Hotels und Privathäufern un—
mittelhar an ihn gelangen zu lassen.
Festblätter für das 114. Teutsche Sängerbundesfest Frank—
urt a. M. Juhi 1932. 3. Heft. Schriftleitung Dr. ———*
Werner, Scheidenstraße 35, Verlag Englert und Schlosser,
Fzrankfurt a. M, Mörfelderstraße 109. Düe Festblätter er—
cheinen in 12 Heften in zwangloser Folge. Gesamtbezugs—
reis 5 Reichsmark. Auch dieses Heft ist wieder trefflhich
wit Bildschmuck ausgestattet und enthält sehr wertoolle
Aufsätze, bedeutsam für alle, die sich für Frankfurt rüsten,
richt minder wichtug aoer für diejenigen, die daheim bleiben
nüssen, das gewaltige Ereignis im deutschen Sängerleben
rber doch im Geiste miterleben wollen. Unter den Bei—
rägen dieser Nummer nennen wir: An die deutsche Sänger—
schaft von Staatskapellmeister Dr. h. c. Robert Laugs, Tag
des Voskstums von Geora Brauner. Taos deutsche Lied ing

Mitteilungen der Festausschüsse.
Aufruf an unsere gemischten Chöre zur Mitwirkung vei
der gelegeutlich des 11. Deutschen Sängerbundesfestes in Frank—
furt a. M. geplanten Aufführung von Beethovens „Neunter
Symphonie“. Unser großangelegtes Fest soll in der Zeit der
Not, des Parteihaders und der Zerspitterung ein glühendes
Bekenntnis sein zum deutschen Idealismus, wie er sich in seiner
musikalischen Kunst Jahrhunderte hindurch Weltgeltung zu ver—
schaffen wußte. Alles Trennende soll aufs neue verbunden
werden durch die Macht des deutschen Liedes und durch die
allen zu Herzen sprechende, alles einigende oeutsche Kunst. Wollen
wir uns aus dem jetzigen Zustande der Schmach und Er—
niedrigung wieder emporarbeiten zu einem „Siaat der großen
Ideen und Geister“, dann müssen wir wieder den Weg nach
„Weimar“ finden. Daher schwebt über unserem Feste als Leit—
stern das Gedenken an den hundertjährigen Todestag unseres
größten deutschen Dichters, Johann Wolsgang von Goethe.
Nur 4 Jahre vor ihm schloß einer unserer herrlichsten Musiker,
Ludwig van Beethoven, für immer die Augen. Welcher
Gedanke könnte näher liegen, als auch bei unserem Feste seinem
Eenius im Sinne des „Seid umschlungen Millionen, diesen Kuß
der ganzen Welt“ durch eine in größten Ausmaßen gedachte
Aufführung seinkr völkerverbindenden „Neunten Symphonie“
eine Huldigung darzubringen. An alle gemischten Chor—
vercinigungen, die den einzelnen Bünden des DB. an⸗
geschlossen sind, ergeht daher der Ruf zur Mitwirkung. Die
Aufführung findet voraussichtlich am Sonnabend, den 23. Juli
1932, 20.30 Uhr, die Probe am gleichen Tage 13 Uhr unter
der Leitung des, Obmanns im Musikausschuß, erster Staats
kapellmeister Dr h. c. Robert Laugs, unter Mitwirkung
erstklassiger Solisten und eines großen Festorchesters statt. —
Anmeldungen unter Angabe der mitwirkenden Damen und
Herren, nach Stimmengatftungen geordnet (Sopran, Alt, Tenor,
Baß), werden möglichst bald erbeten an den Konzertausschuß,
Frankfurt a. M., Platz der Republik 47 (Haus Offenbächß,
von dem auch nötigenfalls nähere Mitteilungen eingeholt werden
können. Der Festausschuß:
Jerxz. Dre Hermann. dez. K. Grandyierre
            
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