Full text : 9.1931-1932 (0009)

10 euenpnnsijtfusaersunppituuzgeentzteserzenusshhhhhh Saar⸗Säuger⸗-Vund sPr'un“n.nn * Seite 213
Lom musikalischen Alphabet.

Die 6-Leiter.
ODe wichtigsten und unerläßlichen theoretischen Kenntnisse
Ahaben wir uns hier anzueignen versucht. Inwieweit diese
nun lebendig geworden sind durch praktische Ucbungen, die diese
Zeilen ja nur anregen können, entzieht sich meiner Beurteilung.
All das hier Behandelte über rhythmische Knifsflichkeiten, punk—
tierte Note, Synkope, Triole, über Tonleiter und Dreiklänge
bezweckt ja ein eminent Praktisches, nämlich die Aneignung
der Fähigkeit zum Blattsingen, und dieses Ziel darf nicht aus
den Augen verloren werden. Wie solche Uebungen weiter ge—
staltet werden sollen, muß schon dem Chorleiter überlassen
bleiben. Einige Uebungen können an die Tafel geschrieben
werden, in der Art etwa, wie Beispielelsie bringt. Sie sind

ße 120. 1.

7 75
—
—
— E

—

—E

—

Be18p. —
——
—— )1— —
————— — —— — ẽ
4
Beisar
—
— ——

—E—

Bersp,a.
e 2 7
72 7
————— — 2112*

möglichst gleich zweistimmig zu singen. Beschränkt man sich
auf einstimmiges Singen, dann wäre folgender Weg einfacher:
Man schreibt eine aufeinanderfolgende Tonreihe etvwa vonng8
(2. Hilfslinie unten) bis g oder à (iber dem System) an
die Tafel und läßt einzelne in beliebiger Reihenfolge gezeigte
eren nachsingen. Daß man dabei systematisch vorgehen muß, ist
klar.

Sie erinnern sich, wir unterscheiden ganze und haibe Stufen
»der große und kleine Tonschritte. In der Tonleiter haben wir
beispielsweise 2 kleine Schritte oder halbe Stufen von e—
uind h—c. Eine halbe Stufe oder kleinz? Sekunde (wie
wir die Entfernung von einem Ton zum nächsten nennen) ist
ruch von c nach cis, überhaupt von einer schwarzen zu einer
veißen Taste und umgekehrt auf dem Klavier. Wie wir in
einem früheren Aufsatz über die chromatische Tonleiter erfahren
jaben, erhöht das Kreuz (75) um eine halbe Stufe und er—
riedrigt das B (b) ebenfalls um eine solche. Es ist wichtig,
»aß man nicht nur mit dem Auge und dem Verstand den
Unterschied von großen und kleinen Sekunden erfaßt (wozu
a schon ein Blick auf die Tastatur genügt!), sondern vor allem
mit dem Ohr, was schon ein Kunststück ist, zu dem einiges
Training gehört. Uebungen wie in Besipiel 2 können dieses
Anterscheidungsvermögen stärken. Gerade solche Uebungen sind
hon ausschlaggebender Bedeutung besonders für das intonations—
reine Singen. Um das Anschreiben von solchen Uebungen zu
vermeiden, mag der Dirigent mit Handzeichen halbe und
ganze Stufen anzuzeigen versuchen, etwa so: Ganze Stufe nach
oben: Arm und Hand etwas gehoben; halbe Stufe: Hand schräg
nach oben (im Handgelenk nach oben gedreht). Abwärts ebenso
umgekehrt.
Kehren wir zurück zur C-Leiter und vergegenwärtigen wir uns
noch einmal ihren Aufbau (Geispiel 3). Eine solche können
wir natürlich von jedem Ton aus singen, etwa von g aus.
daben wir unser Ohr für halbe Stufen geschärft, so merken
vir sofort, daß die erste Leiter im Beispiel 4 unmöglich wie die
Z-Leiter gebaut sein kann. Ein Blick auf die Tastatur läßt
erkennen, daß die halben Stufen zwischen der 3. und 4. und
wischen der 6. und 7. Stufe zu finden sind, anstatt wie in
bder CeLeiter zwischen 3. und 4. und 7. und 8. Stufe. Die
xntfernung von der 6. zur 7. Stufe ist also zu klein. Dem
st leicht Abhilfe zu schaffen. Wir erhohen den Ton k—zu lis,
erhalten damit für die 6. zur 7. Stufe eine ganze Stuse und
zleichzeitig für die zu große Entfernung von der 7. zur 8. Stufe
die richtige einer halben Stufe. Die G-Leiter heißt demnach:
g anhnéd e kis g. Verändert ist gegenüber der CrLeiter
zder Tonnf zu kis. Da es in Liedern oder gar größeren
SZtücken lästteg wäre, das fis jedesmal bei seinem Vorkommen
zurch das Kreuz zu bezeichnen, so setzt man es an den Anfang
eder Zeile. Es kann natürlich vorkommen, daß wie ursprünglich
piederef gesungen werden soll, das kis also „aufgelöst“ werden
nuß. Diefem Zweck dient das Auflösungszeichen (S) «Siehe
Beispiel 2, 4. und 7. Uebung.) Dr. Ernst Stilz.

XEI—

Deutsches Sängerbunoͤesfest in Frankfurt.
Das Fest wird nicht verkürzt! Der Gesamtausschuß des
Deutschen Süngerbundes hat in seiner letzten Sitzung einstimmig
beschlofsen, das Fest, wie ursprünglich geplant, im Goethejahr
19383 abzuhalten. Man hatte aber, um der wirtschaftlichen Lage
Rechnung zu tragen, eine Verkürzung des Festes in Erwäqung
gezogen.
Der hiesige Festausschuß hat sich eingehend mit dieser Frage
befaßt und ist zu dem Ergebnis gekommen, an der vor⸗
gesehenen Dauer des Festes von vier Tagen festzuhalten. Nicht
als ob er kein Verständnis für die schwierigen wirtschaftlichen
Verhältnisse hätte, aber es hat sich bei der Prüfung der in
Betracht kommenden Momente gezeigt, daß ein auf vier Tage
herechnetes und aufgebautes Festprogramm in einem Rahmen
don nur drei Tagen unterzubringen, auf vie größten Schwie—
rigkeiten stößt, ja seine Durchführnng fast unmöglich macht.
In erster Linie sprachen gerade wirtschaftliche Gründe für
die Entscheidung des Festausschusses. Unter Beioehaltung von
drei Hauptaufführungen, für welche die Noten größtenteils be—
schafff sind und schon eifrig geprobt wird Ger Feier des
ages des Volkstums“, der unseren Brüdern im Auslande
gewidmet ist, und der Aufführung der Neunten. Symphonie)
können Ersparnisse nicht erzielt werden, Bei einer küuͤrzeren
Festdauer aber würden aus der Verpachtung von Wirtschaftsbetrieben
 auf dem Festgelände unzweifelhaft geringere Ein—
rahmen zu erwarten lein

Auch aus Erwägungen künstlerischer Natur heraus kann der
restausschuß einer Verkürzung der Festdauer nicht das Wort
eden. Doas Fraukfurter Fest wird ein Musikfest großen Stils
verden, das neue musikalische Werte zeitigen soll, die der All—
gemeinheit in formvollendeter Weise zu Gehör gebracht werden
nüssen. Bei einer raschen und überstürzten Abwickelung, wie sie
zas Dreitägige Prograinm mit fsich bringt, ist das aber kaum
noöglich. Außerdem finden die Haupt- und Sonderkonzerte nicht
ziesenige Beachtung, die sie verdienen und auf die besonderer
Vert gelegt werden muß. Die einzelnen Veranstaltungen jagen
ben einauder so sehr, daß weder die Sänger noch die Zuhörer
Freude und Genuß daran haben können,
Es wurde auch geltend gemacht, daß die Ersparnisse für den
inzelnen Besucher nicht so groß sind, daß sie eine derart
inschneidende Uinwälzung des Gesamtplanes rechtfertigen. Gün—
tigenfalls kommt doch nur eine Ucbernachtung und ein Tag
verpflegung in Wegfall. Schließlich muß auch darauf hin—
Jewlesen werden, daß der Sinn eines DSB.Festes und auch
zex Wille des SB. der ist, daß das Fest von den Sängern
n seinem ganzen Umfang miterlebt wird,
Die Entschließung des Festausschusses und ihre Begründung ist
der deutschen Sängerschast zur Kenntnis gebracht worden. Man
darf soviet Vertrauen in ihre Einsicht haben, daß fie trotz der
Hot der Zeit in großer Zahl zur Feststadt pilgern und aller
Welt ihren unbeuglamen Willen, an der Pflege eines Kultur—
Jutes, wie es das deutsche Lied darstellt, festzuhalten, zeigen
vird.
            
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